Je nachdem wo das Sprungziel eines Hyperlinks verortet ist, lassen sich verschiedene Verknüpfungsmodi unterscheiden. Wir stellen Ihnen unterschiedliche "linke Typen" vor und erläutern, wozu die jeweilige Sprungweise in didaktischen Kontexten verwendet werden kann.
Das Terminologiemodell Kuhlens beschreibt drei Grundoptionen
hypertextueller Verknüpfungen (Kuhlen,
1991):
(1)
Intrahypertextuelle Verknüpfungen
verbinden zwei Punkte innerhalb eines
Knotens und werden mit einem Sprungziel (Anker) gebildet.
(2) Als
interhypertextuelle Verknüpfungen
werden Verlinkungen bezeichnet, die
zwei Knoten innerhalb eines zusammenhängenden Hypertextes miteinander
vernetzten.
(3)
Extrahypertextuelle Verknüpfungen
führen aus dem eigenen Hypertext
heraus und bilden in der Regel Absprungstellen in andere
Webpräsenzen.
Zudem werden
uni- und bidirektionale Verknüpfungen
unterschieden.
Intrahypertextuelle
Verknüpfungen
Verknüpfungen innerhalb eines Knotens bieten sich dann an, wenn längere
Inhalte strukturiert werden müssen, die sich zudem stark am Printformat
orientieren – wenn zum Beispiel eine online Publikation als singulärer Text
aufbereitet wird. Als Faustregel gilt, dass zusätzliche
Navigationshilfen
angeboten werden sollten, wenn eine Einheit die Länge einer Bildschirmseite
deutlich überschreitet. Mit intrahypertextuellen Verknüpfungen kann die
Gliederung eines Textes am Beginn eines
HTML-Dokumentes
als
Inhaltsverzeichnis abgebildet werden. Diese Methode führt zu einer besseren
Übersicht. Die einzelnen Elemente des Inhaltsverzeichnisses dienen dabei als
Sprungstellen zu den Unterabschnitten. Sinnvoll ist es, Rückverweise auf das
Inhaltsverzeichnis einzubauen, um die umgekehrte Orientierung zu erhalten.
Dafür können wiederkehrende Grafiken eingesetzt werden. Da der Zielpunkt
eines intrahypertextuellen Hyperlinks nicht besonders hervorgehoben ist,
eignen sich besonders Zwischenüberschriften als Landepunkte.
Beispiel:
Auf der E-Learning Plattform
DMA -
Digital Media for Artists
wird diese Technik benutzt, um das Modul
Druckvorstufe
übersichtlich zu gliedern. Ein verlinkter
Pfeil vor den jeweiligen Unterpunkten ermöglicht die Rückkehr zum
Inhaltsverzeichnis.
Interhypertextuelle
Verknüpfungen
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Netzbasierte Lernangebote unterscheiden sich danach, ob eine
thematische Einheit als kompakter, langer Text ins
Internet
gestellt
wird oder in eine Überblicksseite und mehrere Unterseiten zergliedert
wird. Letzteres wird als Modularisierung bezeichnet. Modulare Formen
unterstützen die assoziativ angelegten menschlichen Denkmuster besonders
gut. Daher sind Sie für die computergestützte Wissensvermittlung besser
geeignet.
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Ein modularer Hypertext besteht aus einem Bündel von Knoten, die im
Idealfall in sich abgeschlossen und für sich allein verständlich sind.
Über
interhypertextuelle
Verknüpfungen wird die Vernetzung der einzelnen Knoten innerhalb der
eigenen Hypertextbasis organisiert. Je nach Lernkonzept können lineare
oder non-lineare assoziative Pfade ausgebildet und Verweise auf
benachbarte Module gesetzt werden. Ein vielfach in sich verflochtenes
Konglomerat aus Hypertextknoten entsteht.
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In diesen komplexen Gebilden übernimmt der Hyperlink eine doppelte
Aufgabe: Auf der inhaltlichen Ebene ist er das verbindende Element, auf der
organisatorischen Ebene hat der Link eine strukturierende Funktion. Deshalb
werden in umfangreichen, hierarchisch strukturierten Hypertexten – wie zum
Beispiel eine Veranstaltungshomepage – interhypertextuelle Links als
zusätzliche Orientierungshilfen eingesetzt. Anregungen zum Einsatz von
Hypertexten in der Hochschullehre finden Sie im Bereich
Lehrszenarien.
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Beispiele:
• Das Online-Seminar
Didaktische Modelle
ist in Teilbereiche gegliedert.
Nach Aufruf eines Schwerpunktes erscheint am linken Bildrand eine
Navigationsleiste. Durch Anklicken können die einzelnen Inhalte im
rechten Feld des Monitors aufgerufen werden. Ein Wechsel in die anderen
Themenbereiche ist ebenfalls über die Leiste möglich. Die einzelnen
Knoten selbst sind linear miteinander vernetzt.
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• In
diesem
Portal
befindet sich am linken Bildschirmrand eine auch Menüleiste
genannte Auswahlliste. Interhypertextuelle Links bilden dort die
hierarchische Gliederung der Inhalte ab. Der Aufbau ähnelt einem
Strukturdiagramm. Untereinander sind die Inhalte vielfach und non-linear
miteinander verbunden.
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Sollen Studierende innerhalb einer Hypertextbasis aus didaktischen
Gründen von einem Knoten zu einer genau definierten Stelle in einem anderen
geführt werden, kann mit einem Sprungziel gearbeitet werden. Hierbei ist
größte Sorgfalt angebracht. Erschließt sich den Nutzern das Ziel nicht, weil
sie undifferenziert mitten in einem neuen Text landen, kann es zu
Irritationen und Orientierungsverlusten kommen.
Beispiel:
• Über eine gelungene Kombination aus intra- und
interhypertextuellen Links verfügt das Internethandbuch
Botanik Online.
Über Hyperlinks können nicht nur
HTML-Dateien
miteinander
verbunden, sondern auch andere Dateiformate eingebunden werden. Über das
Internet können dadurch Artikel, Skripte oder Unterrichtsmaterialen als
Download
oder zum
Ausdrucken angeboten werden. Dafür muss das Dokument nur auf den
betreffenden
Server
gespielt und mit
dem Hypertext über einen Hyperlink verknüpft werden. Für Textbeiträge
verwendet Sie am besten das
PDF-Format. Wie sie
Materialen für das Internet aufbereiten, erfahren Sie in der Vertiefung
Hyperskript.
Beispiele:
• Alexander Mehler, Juniorprofessor für Texttechnologie an
der Universität Bielefeld, stellt auf seiner Homepage
Seminarmaterialien
zur Verfügung.
• An der Universiät Wien stehen
verschiedene Texte u.a. zum Thema E-Learning und
E-Teaching
als PDF-Dokument oder als Hypertext bereit.
• In diesem Portal werden ausgewählte Beiträge als
PDF-Dokument veröffentlicht. Sehen Sie dazu den Artikel
Von der klassischen Vorlesung zur E-Bologna Veranstaltung
von Ch.
Sengstag & D. Miller.
Extrahypertextuelle
Verknüpfungen
Extrahypertextuell
werden Hyperlinks genannt, die auf Knoten außerhalb der eigenen
Hypertextbasis verweisen. Mit externen Links setzen Sie Fluchtpunkte ins
weltumspannende Informationsnetzwerk des WWW und eröffnen einen Eintritt ins
Docuversum.
Vor allem kommerzielle Anbieter, die auf Werbeeinnahmen zielen, vermeiden
diese Form der Verlinkung. Sie möchten die Nutzer möglichst lange auf den
eigenen Seiten halten. Auch manche Lernumgebungen verwenden kaum externe
Links, da die Fremd-Inhalte nicht der eigenen redaktionellen Kontrolle
unterliegen. Qualitätssicherung bedeutet somit einen hohen Pflege-Aufwand.
In regelmäßigen Abständen müssen die externen Links auf ihre Aktualität hin
überprüft werden.
Doch der Aufwand lohnt sich in der Regel, denn über Verweise auf externe
Hypertextbasen können ganz neue Informationstiefen geschaffen werden: Über
externe Links können Sie Studierenden den direkten Zugriff auf Quellen
ermöglichen, sie auf weiterführende Informationen, Rechercheoptionen oder
Online-Datenbanken verweisen, weit verstreute (rare) Beiträge zu einem
speziellen Thema bündeln, die multiperspektivischen Möglichkeiten der
Textsorte Hypertext vielfältig ausnutzen
(Landow,
1997).
Auf vielen Homepages lässt sich eine Sektion mit der Überschrift „Links“
finden. In der Netzwelt hat sich die Konvention etabliert, unter diesem
Punkt thematisch verwandte Hinweise auf externe Seiten zu gruppieren.
Extrahypertextuelle Verknüpfungen können außerdem eingesetzt werden, um die
Möglichkeit anzubieten, Programme
herunterzuladen.
Interaktive
Lernumgebungen benötigen häufig spezielle Player und Plug-Ins.
Beispiel:
• Auf
chemiestudent.de
haben die Autoren unter Links viele nützliche Tipps für die Studierenden der
Disziplin zusammengetragen.
• JIPS, das juristische Internetprojekt Saarbrücken,
kategorisiert unter der Rubrik
Informationen aus
aller Welt
internationale Hinweise für Juristen.
• Das
Virtuelle Labor Akustik
nutzt
Flash. Damit werden
akustische Messtechniken interaktiv erfahrbar. Ein Hyperlink weist auf den
zur Nutzung notwendigen Player hin.
Uni- und bidirektionale
Verknüpfungen
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Rein technisch gesehen verweisen Hyperlinks von einem Pumkt auf einen
anderen. Dadurch geben diese Bezüge eine bestimmte Richtung vor. Je nach
Ausprägung wird zwischen einem unidirektionalem und einem
bidirektionalen Link unterschieden.
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Die Standardsituation im Internet ist die unidirektionale Verlinkung: Ein
Hyperlink verbindet Knoten 1 mit Knoten 2. Die Bewegung ist nur in eine
Richtung möglich. Bidirektionale Links hingegen führen nicht nur von Knoten
1 zu Knoten 2, sondern auch direkt zum Ausgangspunkt zurück. Die
Bidirektionalität hat den kompositorischen Vorteil, dass klare Lese- bzw.
Arbeitswege konstruiert werden können. Der Einsatz dieses Linktypus eignet
sich daher besonders für Hypertextangebote, mit denen Studierende streng
definierte Lernziele erreichen sollen. Mit bidirektionalen Links lassen sich
beispielsweise einzelne Lektionen sequentiell anordnen. Dergleichen kann ein
Hypertext bequem durch Informationen mit eher annotativem Charakter ergänzt
werden. Über ein
hotword, das
meistens „Zurück“ lautet, kehrt der Nutzer unmittelbar zum Ausgangsdokument
zurück. (Heijnk, S. (2002): Texten fürs Web. Grundlagen und Praxiswissen für
Online-Redakteure. Heidelberg: dpunkt.)
Beispiele:
• Auf
fanatomic
– Frankfurter Anatomie am Computer – sind die
einzelnen Lerneinheiten durch bidirektionale Links buchähnlich aufgebaut.
Gleichzeitig werden die Vorteile von
Hypermedia
für ein
hohes Maß an Anschaulichkeit ausgenutzt.
• Im
Virtuellen Tutorium
zur Vorlesung „Grundzüge der
Wirtschaftspolitik“ sind
alle teilnehmenden Gruppen
auf einer Seite gelistet.
Über einen Link erhalten Sie Detailinformation zu den Gruppenmitgliedern.
Ein Link führt von dort zurück zur Übersichtsseite.