Wer Lehrmaterialien für die telemediale Präsentation aufbereitet, steht vor der Frage, wie das Interface aufgebaut sein soll. Ein zentraler Aspekt ist dabei das Menü: Wo werden die Navigationspunkte am Bildschirm sichtbar? Ähnlich der gastronomischen Speisenfolge gibt es auch bei Navigationsmenüs einige „Klassiker“, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.
Im Gegensatz zu einem Buch oder einer Zeitung, wo die rechte Seite als
wichtiger wahrgenommen wird, da die linke Seite „bloß“ die Rückseite ist,
gilt auf dem Bildschirm der linken oberen Ecke besondere Aufmerksamkeit. Zum
einen lesen wir von links nach rechts, suchen also einen Anfang links. Zum
anderen lassen sich
Browserfenster
beliebig vom Nutzer verkleinern. Die linke obere Ecke ist
dabei der Bereich, der auf jeden Fall sichtbar bleibt. Dies ist auch der
Grund, warum Navigationsmenüs entweder oben oder auf der linken Seite oder
gar komplexere Navigationen als „Turned L“ oben und links im Netz
finden.
Abbildung: Beispiel für ein Turned L-Raster
Zusätzlich sollten zur Förderung der Orientierung die verschiedenen
Elemente auf der Seite, wie Navigation, Hauptlesetext, eventuell Zusatzinfo
und Links, klar voneinander unterscheidbar sein.
Sie erreichen diesen Effekt indem die einzelnen Elemente immer gleich
aussehen, d.h. auf allen Seiten die gleiche Typografie, die gleiche Farbe
und das gleiche Design haben. So können Nutzer eines Angebots beispielsweise
lernen, dass Links rot und unterstrichen dargestellt werden und wichtige
Zusatzinformationen mit einer grauen Fläche unterlegt sind.
Zudem haben bestimmte Elemente einen festen Platz auf dem Bildschirm, sie
sind also immer an der gleichen Stelle eines unsichtbaren Rasters zu finden.
Dieses Raster wird allen Seiten einer telemedialen Präsentation zu Grunde
gelegt. Das aus Layout und Position zusammengesetzte System, das Nutzer
bereits auf der Einstiegsseite kennen lernen, bekomme sie auf den weiteren
Seiten bestätigt und können damit alle Folgeseiten und deren Inhalte
schneller erfassen.