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Mediengestaltung » Text » Textsorten

Textsorten

Über das eigentliche Lehrmaterial hinaus können Sie didaktischer Zusatztexte in Ihr Lernarrangement einbinden. Solche Texte ergänzen den Basistext, um bestimmte Verarbeitungsprozesse zu fördern.

Didaktische Zusatztexte erleichtern das Verknüpfen neuer Information mit bestehendem Vorwissen, das Organisieren und Reduzieren der Inhalte sowie die Steuerung und Kontrolle des Lernprozesses. Sie müssen allerdings adressatenspezifisch ausgewählt und formuliert werden. Untersuchungen haben ergeben, dass derartige Hilfen vor allem schwächeren Lernenden zugute kommen, während Studierende, die über effektive Lernstrategien verfügen, lieber selbst aktiv werden. Wir haben einige verbreitete Formen von didaktischen Zusatztexten für Sie zusammengestellt:

Lernziele
Vorangestellte Lehr- Lern-Ziele richten die Verarbeitung auf bestimmte Inhalte aus, sie fördern das selektive Lesen und die Vorbereitung auf einen Test. Viele Studierende empfinden sie aber als einengend und verschult. Die explizite Angabe von Lehr-Lern-Zielen ist nicht obligatorisch. Dieser Zusatztext sollte begründet eingesetzt werden. Näheres zum Einsatz von Lehr-Lern-Zielen entnehmen Sie bitte der Vertiefung Lehr- Lernziele.

Advance Organizer
Nach Ausubel (1960) handelt es sich bei einem Advance Organizer um eine kurze Einführung, die die zentralen Konzepte des Lehrmaterials behandelt. Advance Organizer sind allgemeiner und abstrakter als die durch sie beschriebenen Inhalte. Sie bieten eine kognitive Vorstrukturierung, aktivieren Vorwissen und schlagen eine Brücke zum neuen Wissen im Lernmaterial. Ihre Funktion ist die erleichterte Integration der Lehrinhalte in die Wissenstruktur der Lernenden. Dieser Zusatztext ist effektiv, allerdings ist das Schreiben einer auf das Vorwissen bezogenen Vorstrukturierung nicht einfach.

Zusammenfassungen
Zusammenfassungen bieten eine komprimierte Darstellung der zentralen Gedanken eines Textes. Sie können die Intention des Autors verdeutlichen und erlauben eine zeitsparende Vergegenwärtigung des relevanten Vorwissens bei unterbrochenen Lernprozessen. Auch Formen der grafischen Zusammenfassung wie Concept Maps bzw. Mindmaps haben sich bewährt.

Zusammenfassungen lassen sich nach ihrer relativen Position zum restlichen Inhalt unterschieden in als vorangestellte Überblicke (z.B. Abstracts) und als nachgestellte Zusammenfassungen des vorangegangenen Inhalts. Vorangestellt können Zusammenfassungen als Organisationshilfe dienen und bestimmte Schemata aktivieren. Sie geben einen raschen Überblick und erleichtern so den gezielten Zugriff auf Informationen. Nachgestellte Zusammenfassungen erfüllen eine Wiederholungsfunktion und vertiefen die Wissensstruktur. Zusammenfassungen wirken sich praktisch nie negativ auf den Lernprozess aus und können insbesondere schwächere Lerner fördern (Ballstaedt et al., 1981).

Exkurs
Exkurse dienen dazu, einen Sachverhalt in einen neuen Zusammenhang zu bringen oder aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Der Exkurs bietet damit zusätzliche Informationen, die aus didaktischer Perspektive eine vielfältige Verknüpfung mit dem Vorwissen und damit eine tiefere Verarbeitung fördern.

Analogien, Vergleiche
Eine Analogie schildert etwas Neues mit Bezugnahme auf bereits Bekanntes und sorgt so für Verknüpfungen zwischen beiden Wissensbereichen. Analogien sollen die Aneignung neuen Wissens erleichtern, indem eine bekannte Struktur auf die neue Wissensdomäne übertragen wird.

Glossar
Dieser Zusatztext gibt eine Übersicht über zentrale Begriffe und Aussagen. In Hypertexten kann das Glossar einerseits als eigenständiges Nachschlagewerk dienen, andererseits können aus einzelnen Seiten des Hypertextes heraus Erklärungen bzw. Definitionen aufgerufen werden.

Kontrollaufgaben
Kontrollaufgaben ermöglichen den Lernenden Ihre Lernfortschritte bzw. das gewonnene Verständnis eines Sachverhaltes selbstständig zu überprüfen. Zur Gestaltung von computerbasierten Aufgaben orientieren Sie sich in der Vertiefung Interaktivitätsdesign.

Definition
Eine Definition legt die Bedeutung eines Ausdrucks fest, indem ein unbekannter Begriff auf bekannte Wörter zurückgeführt wird. Beachten Sie, dass Definitionen adressatenorientiert formuliert werden sollten. Für die Lernenden ist eine Definition nur dann verständlich, wenn ihnen die definierenden Begriffe auch bekannt sind.

Letzte Änderung: 25.08.2012


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