Eine Mailingliste ist ein Verteiler für E-Mails, der zentral über einen so genannten Listserver verwaltet wird. Eine Nachricht kann auf diese Weise an eine einzige E-Mail-Adresse versandt und über den Listserver automatisch an alle Abonnenten der Mailingliste verteilt werden.
Einsatzmöglichkeiten
Eine Mailingliste kann in Lehrveranstaltungen zur Information und
Diskussion verwendet werden. So können ohne größeren Aufwand Termin- oder
Raumänderungen, aktuelle Hinweise, Veranstaltungstipps und Ähnliches den
Teilnehmenden mitgeteilt werden. Aufkommende Fragen oder Zusatzaufgaben
können zudem zwischen den einzelnen Sitzungen eingebracht werden.
Man unterscheidet zwei Gruppen von Mailinglisten. In einem Newsletter ist
ausschließlich der Moderator der Liste berechtigt, Mitteilungen an die
Abonnenten zu versenden. In Diskussionslisten können sich dagegen alle
Abonnenten durch eigene
Postings
beteiligen.
Um die Teilnehmenden regelmäßig zu informieren und Impulse für die Vor-
und Nachbereitung der Sitzungen zu geben, kann ein Veranstaltungs-Newsletter
versendet werden. Dieser kann neben organisatorischen Hinweisen auch Texte
bzw. Textausschnitte beinhalten, die für die nächste Sitzung bearbeitet
werden sollen, sowie zusätzlich Aufgaben und Fragen. Zudem können Sie den
Newsletter um Hyperlinks zu themenrelevanten Webseiten ergänzen und z.B.
einen „Link der Woche“ vorstellen (Metz et al., 2004) .
Eine Mailingliste kann auch zur Diskussion genutzt werden, indem die
Beiträge, z.B. Fragen oder Anregungen, als E-Mail abgesendet werden. Das
Antworten erfolgt komfortabel über die Reply-Funktion des E-Mail-Programms.
So können Sie Studierende auffordern, Thesenpapiere und Sitzungsprotokolle
über die Liste zu verteilen und sich gegenseitig Rückmeldung zu geben.
Gestaltung
Für die Kommunikation über die Mailingliste sollten feste Regeln
vereinbart werden. Dies betrifft zum einen die
Netiquette, zum anderen aber auch die Häufigkeit des E-Mail-Abrufs.
Wenn Studierende einmal pro Woche ihr Postfach überprüfen, büßt die
Kommunikation per Mailingliste an Aktualität ein und ist im Zweifelsfall
kein verlässliches Instrument. Darum ist es sinnvoll, feste Zeitintervalle
zu vereinbaren, z.B. mindestens jeden zweiten Tag.
Sollen die Studierenden selbst Beiträge verfassen, kann die ungewohnte
Kommunikationssituation den Teilnehmenden Schwierigkeiten bereiten. Eine
Nachricht gleichzeitig an eine größere Gruppe zu versenden, ruft leicht
Hemmungen hervor. Diese Probleme sollten in den ersten Präsenzsitzungen
angesprochen werden, damit die Studierenden erfahren, dass es ihren
Kommilitonen ähnlich ergeht. Zudem legen sich eventuelle Schwierigkeiten oft
nach einigen erfolgreich verschickten E-Mails (Metz et al., 2004).
Technik
Der technische Aufwand beim Einsatz von Mailinglisten ist relativ gering.
Wenn Ihre Hochschule einen eigenen List-Server (wie
Majordomo,
ListServ
oder
ListProc) betreibt, richtet der zuständige Administrator
einfach die gewünschte Mailingliste ein. In der Regel kontaktieren Sie dazu
am besten das Hochschulrechenzentrum.
Beim Einrichten der Mailingliste müssen Sie entscheiden, ob die
Teilnehmenden sich selbst einschreiben oder ob Sie eine komplette
Teilnehmerliste an den Administrator geben. Tragen sich die Studierenden
selbst in die Mailingliste ein, können bei unerfahrenen Teilnehmenden unter
Umständen technische Schwierigkeiten auftreten. Allerdings sind Sie auf
diese Weise flexibler, wenn sich im Lauf des Semesters noch Nachzügler in
der Lehrveranstaltung einfinden.
Falls kein Zugang zu einem List-Server innerhalb der Institution besteht,
können Sie kostenlose Mailinglisten oder
Newsgroup
-Dienste im Internet nutzen – zum Beispiel
KBX7,
Yahoo!
Groups
oder
Domeus. Alternativen zur Mailingliste können
asynchrone Kommunikationsmittel
wie ein
Forum
oder ein
Weblog
darstellen.