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Konzeption » Entwurfsmuster » Muster beschreiben

Muster beschreiben

Das (Be-)Schreiben des Musters folgt dem Mining-Prozess beziehungsweise ist Teil davon, da einerseits beim Schreiben die Strukturen oft klarer hervortreten und zum anderen die expliziten Musterbeschreibungen Dritten die Möglichkeit geben, Ergänzungen und Präzisierungen einfließen zu lassen. Patterns sind damit auch ein Weg, unterschiedliche begriffliche Vorstellungen zwischen Experten auszudiskutieren. Für kollaborative Dokumentationsprozesse dieser Art scheinen Wikis besonders geeignet. Wikis sind nicht zufällig besonders gut für Entwurfsmuster einsetzbar – das erste Wiki überhaupt (Ward’s Wiki) diente dem Sammeln von Programmier-Entwurfsmustern. Ein umfangreiches Wiki mit Entwurfsmustern über Wikis findet sich unter http://www.wikipatterns.com.

Die durch den Mining-Prozess identifizierten Muster werden in einem typischen Pattern Format dokumentiert, welches mindestens den Kontext, die Einflussfaktoren, das Kernproblem, die Lösung und einen sprechenden Namen umfassen sollte:


Quelle: Pattern Language for Pattern Writing

Der Musterbegriff bezieht sich im Sprachgebrauch sowohl auf die wiederkehrenden Strukturen, d.h. die Sachverhalte in der Welt, wie auf das spezielle literarische Format, das zur Beschreibung der Patterns eingesetzt wird (Gabriel, 2002). Zu beachten ist dabei, dass die Sammlung von Patterns nutzeninspiriert ist und diese wie ein Handbuch einsetzbar sein sollten. Schreibstil und Verständlichkeit gehören daher zur Substanz (Buschmann et al., 2007). Die Nutzbarkeit ist Voraussetzung für die Generativität der Muster und ihrer Anwendung.
Aus den Erfahrungen und Best Practices der Pattern-Community beim Entwickeln und Schreiben von Patterns ist eine eigene Mustersprache entstanden: „A Pattern Language for Pattern Writing“. Die Sammlung umfasst Muster für die Struktur, Bezeichnung und Verknüpfung von Mustern ebenso wie für die Verständlichkeit und den Aufbau von Mustersprachen. Auch wenn sich einige der Beispiele spezifisch auf den Geltungsbereich des Software Designs beziehen, beantwortet die Sprache viele der auftretenden Fragen, die ein neuer Pattern-Autor stellen mag. Für die Struktur bzw. das Pattern-Format wird zwischen obligatorischen und optionalen Beschreibungselementen unterschieden. Als obligatorisch werden hier der Mustername, der Kontext, das Problem, die Einflussfaktoren (Forces) und die Lösung betrachtet. Für den Bedarfsfall werden die optionalen Beschreibungselemente {Indikatoren, Resultierender Kontext (Konsequenzen), Verwandte Muster, Beispiele, Code-Beispiele, Synonyme und Danksagung} eingeführt. Gerade für didaktische Muster sind jedoch inzwischen weitere optionale Beschreibungselemente – z.B. Vorbereitung, Nachbereitung, Durchführung – bekannt. Bei der Benennung der Muster wird empfohlen, verständliche, einleuchtende, intuitive Namen oder bedeutungsvolle Metaphern für die Bezeichnung zu wählen. Zudem werden Nominalphrasen, die sich auf die Lösung beziehen, für die Namensgebung empfohlen. Auf diese Weise lassen sich die Bezeichnungen direkt im Fließtext anderer Muster verwenden, um aufeinander Bezug zu nehmen. Im folgenden Beispiel wird durch Kapitälchen auf die nachgeordneten Muster Ko-Moderator und Kontroll-Monitor hingwiesen:

Zur Entlastung des Trainers und zur Kommunikation mit den Schulungsteilnehmern hat sich ein unsichtbarer KO-MODERATOR bewährt. Zur Kontrolle, wie die demonstrierten Arbeitsschritte bei Schulungsteilnehmern als Übertragung ankommen, wird ein zweiter Monitor als KONTROLL-MONITOR eingesetzt

Weitere Praktiken und ausführliche Begründungen der vorgeschlagenen Vorgehensweisen finden sich in der Dokumentation der „ Pattern Language for Pattern Writing “. Sie sollte auf jeden Fall zu Rat gezogen werden, wenn man selbst ein Muster schreiben möchte.

Letzte Änderung: 06.12.2011


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