Mit welchen Informationen, Aufgaben, Fragestellungen sollen die Studierenden wann konfrontiert werden? Wie kann die zu bearbeitende Stofffülle eingegrenzt und logisch strukturiert werden? Zur Planung der Inhaltsrepräsentation innerhalb eines konkreten Lernmoduls können Dramaturgie und Art der Inhalte in einem Drehbuch festgehalten werden.
Ein Drehbuch ist eine detaillierte Beschreibung der zu entwickelnden
multimedialen Lerneinheit. Es dient dazu, die Inhalte zu modularisieren,
wieder verwendbare Einheiten auszumachen sowie
Visualisierungen, Verlinkungen und andere
hypermediale
Elemente zu planen. Das Drehbuch ist die Schnittstelle
zwischen inhaltlicher Konzeption und technischer bzw. grafischer Umsetzung.
Es kann während eines Projektes zusätzlich zu Dokumentationszwecken genutzt
werden. Nach Daniela Mair bildet ein gutes E-Learning Drehbuch alle
Inhaltselemente einer multimedialen Anwendung vollständig ab und beschreibt
deren Abläufe und Zusammenspiel (Mair, D., 2005).
Für Autoren ist das Drehbuch eine Hilfestellung, um Ideen und Inhalte zu
strukturieren und zu editieren. Es erleichtert die Kooperation, wenn mehrere
Autoren an einem Projekt arbeiten oder Inhalte zwischen Autor und Redaktion
abgestimmt werden sollen. Ein Drehbuch kann auch zur Vereinheitlichung
dienen. Im Hochschulalltag stellt sich häufig das Problem, dass viele
wechselnde und unterschiedlich qualifizierte Mitarbeiter bei der
Realisierung tätig werden. Je genauer das Drehbuch ausgestaltet ist, umso
leichter fällt es trotz mehrerer Entwicklungsschritte mit unterschiedlichen
Personen über zeitliche und räumliche Distanzen ein Projekt erfolgreich
abzuschließen. Auch innerhalb studentischer Projekte kann ein Drehbuch die
Planung der Studierenden unterstützen. Weitere Informationen zum Thema
Projektarbeit
finden Sie im Bereich
Lehrszenarien.
Agenturen nutzen für ihre Website-Konzeptionen oftmals ein Drehbuch, um
ihr Feinkonzept festzulegen. Hierbei werden Strukturen, interaktive wie auch
lineare Inhalte, Tools sowie Kommunikations- und Transaktionsprozesse
dargestellt
(Grotenhoff et al., 2002). Gerade bei der Erstellung von Lernmodulen für
den Unterricht können diese Elemente genutzt werden, um ein konsistentes
Endergebnis zu erzielen.
Aufbau
Das Drehbuch skizziert die gewünschten Abläufe und listet alle
verwendeten Elemente auf, die in die Multimediaproduktion einfließen sollen.
Dabei wird jede Bildschirmseite auf einer Drehbuchseite schematisch
umgesetzt (vgl.
Mair, D., 2005).
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Das Drehbuch beschreibt, welche Elemente auf welche Weise und in
welcher Reihenfolge auf der jeweiligen Bildschirmseite erscheinen und
listet die benötigten Mediendateien auf - zum Beispiel Grafiken,
Videos, Audiodateien, etc.. Empfehlenswert sind feste
Namenskonventionen. Das erleichtert die spätere
Produktion. Das Drehbuch sollte auch festlegen ob Interaktionen
vorgesehen sind und definieren, wie ein Programm auf fehlerhafte
Eingaben des Benutzers reagiert. Vertiefende Informationen zur Gestaltung
von
interaktiven Elementen
und
Visualisierungen
finden Sie im Bereich
Mediengestaltung. |
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Für den Aufbau eines Drehbuchs gibt es keine Vorschriften oder
Standards. Um Ihnen eine Anregung zu geben, stellen wir eine
Drehbuchvorlage als
Word-
und
PDF
-Dokument zur Verfügung. |
Erstellung
Es gibt mehrere Verfahrensweisen zur Erstellung eines Drehbuchs: Sie
können zum Beispiel ein normales Textverarbeitungsprogramm verwenden, was
den Vorteil hat, dass das Formblatt sauber und gut lesbar ist, Grafiken
leicht einzubinden sind und Korrekturen leicht eingefügt und nachvollzogen
werden können. Eine weitere Möglichkeit ist die Benutzung von
HTML
-Editoren, wenn bei der Arbeit mit dem Drehbuch bereits die
hypertextuelle
Struktur deutlich werden soll. Auch
ein
Präsentationsprogramm
kann den Eindruck einer
geplanten Bildschirmabfolge vermitteln und ist insbesondere bei grafisch
anspruchsvollen Visualisierungen, z.B.
Animationen, sinnvoll.
Nähere Informationen zu den einzelnen Anwendungsprogrammen finden Sie im
Bereich
Aufbereitung
der Rubrik Medientechnik.
Dokumentation des Projektziel &
Namenskonventionen
Es ist von Vorteil, wenn alle beteiligten Personen über das Projektziel
genau informiert sind. So wird der persönliche Interpretationsspielraum
jedes Einzelnen eingegrenzt. Außerdem kommt es während der Arbeit zu keinen
Missverständnissen in welche Richtung das Projekt führen soll.
Bei vielen Projekten sammelt sich sehr schnell eine große Menge an
Elementen an, die bei der späteren Umsetzung zugeordnet werden müssen. Dies
betrifft beispielsweise Bilddateien (.tif, .jpg, .eps), Textdokumente,
Audiofiles und vieles mehr. Um sich die Arbeit zu erleichtern, kann eine
Datenbank angelegt werden, die alle relevanten Elemente auflistet. Einfache
Hilfsmittel stellen dazu die Programme Microsoft Excel und Word dar.
Die Namen der Dateien sollten so gewählt sein, dass sie in verschiedene
Programme übernommen und auch für die Programmierung mit
Autorenwerkzeugen
genutzt werden können. Zum
Beispiel existiert eine eingescannte Bilddatei, welche den Namen
„WEB0001.pct“ trägt. Diese wird in dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe
Photoshop retuschiert. Nun erhält sie hier den Namen „WEB0001.psd“. Um sie
für das Internet vorzubereiten wird sie zusätzlich als „WEB0001.jpg“
gespeichert. Der Dateiname wurde bei jedem Vorgang beibehalten, nur die
Dateiendungen veränderten sich. Die nächste Bilddatei würde den Namen
„WEB0002.jpg“ erhalten. Wenn nun neben den Bildern zusätzlich ein
Quicktime-Film
erscheinen soll, wird dieser beginnend mit „WEB00001.mov“
bezeichnet. In einem anderen Format hieße er beispielsweise
„WEB00001.avi“.