Die Einsatzphase beginnt, wenn ein virtuelles Lehrszenario implementiert wird. In dieser Phase zielt die Evaluation stärker auf eine abschließende Bewertung. Ein Kriterium ist z.B. der Lernerfolg der Studierenden. Weil in der Praxis die Phasen der Entwicklung, Erprobung und Implementierung oft nur schwer zu trennen sind, hat Evaluation in der Einsatzphase zumeist summative und formative Anteile.
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Ziele
Aus einer summativer Perspektive heraus geht es bei
Evaluationsaktivitäten in der Einsatzphase um eine Beschreibung und
Bewertung der Wirkung und des Nutzens des jeweiligen Bildungsangebots.
Durch die Evaluation soll geklärt werden, ob durch den Einsatz der
E-Learning Materialien die intendierten Effekte (z.B.
Motivationssteigerung, bessere Lernergebnisse, etc.) tatsächlich erzielt
wurden. In dieser Projektphase ist eine komplexe Bewertung des
E-Learning Angebotes unter Praxisbedingungen möglich, während in der
Konzeption und Entwicklung meist einzelne Komponenten im Vordergrund
standen.
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Gegenstände
Welche Wirkungs- bzw. Nutzenaspekte beschrieben und bewertet werden,
hängt sehr stark von der spezifischen Zielsetzung des Lehrangebotes ab. Die
folgenden Gesichtspunkte spielen jedoch fast immer eine wesentliche
Rolle:
- Akzeptanz und Attraktivität: Die persönliche Zufriedenheit der
Lernenden mit dem Angebot als Ganzem und mit den einzelnen Komponenten ist
ein wichtiger Indikator für den Erfolg medienbasierter
Studienangebote.
- Lerneffekte: Die unmittelbaren und langfristige Auswirkungen des
E-Learning Angebotes auf den Erwerb von Wissen und Fertigkeiten, auf die
Anwendung und den Transfer des Gelernten sowie auf Bildung bzw. Änderung
von Einstellungen sind interessante Erhebungsdimensionen.
- Effekte auf die Institution: E-Learning erfordert zumeist Maßnahmen in
der Organisations- und Personalentwicklung. Die medienbasierten
Lehrveranstaltungen können Rückwirkungen auf die traditionelle Lehre haben.
Das Innovationsklima innerhalb der Institution kann sich verändern. Unter
Umständen werden neue Zielgruppen angesprochen. All dies sind Effekte, die
durch Evaluation prinzipiell zugänglich sind.
- Effizienz des Programms: Erreicht das Bildungsangebot tatsächlich die
angestrebten Zielgruppen? Wie hoch sind die Abbruchquoten? Welche
organisatorischen Infrastrukturen entstehen als Folge des Programms? Wie
ist die Kosteneffizienz des Programms einzuschätzen? Diese und ähnliche
Fragen beeinflussen die Nachhaltigkeit von E-Learning und sollten daher von
der Evaluation mit berücksichtigt werden.
Konnte in der Entwicklungsphase das (teil-) virtuelle Studienangebot
(Studienmaterialien, Präsenzphasen, Betreuungssystem,
Organisation/Infrastruktur) nicht entwicklungsbegleitend erprobt und
optimiert werden, so tritt bei Evaluationsmaßnahmen in der Einsatzphase der
formative Charakter in den Vordergrund. Häufig ist es so, dass bestimmte
Komponenten, wie Präsenzphasen, Betreuungssystem oder Organisation und
Infrastruktur, erst in der Einsatzphase erprobt werden können und andere
Komponenten, z. B. die Studienmaterialien, bereits relativ gut erprobt sind
und damit auch eine summative Evaluation sinnvoll wird.
Methoden
Die Methodenwahl hängt von der Zielsetzung der Evaluation bei der
Implementierung ab und unterscheidet sich je nach summativem oder formativem
Schwerpunkt der Evaluation. Sofern die Einsatzphase vorwiegend für formative
Evaluation genutzt wird, wird sich der methodische Zugang durch Flexibilität
und geringen Aufwand (wenige Versuchpersonen, informelle Methoden u. a.)
auszeichnen.
Eine abschließende Bewertung ist mit einem hohen methodischen Aufwand
verbunden. Nur so kann eindeutig nachgewiesen werden, dass Effekte wie
Lernerfolg oder Kosteneffizienz auf das betreffende Bildungsangebot
zurückzuführen sind.
Um die Wirkungen von Programmen zu messen, werden in der Regel bestimmte
Untersuchungsinstrumente benötigt - zumeist Tests, Fragebögen oder
Interviews. Das Grundproblem bei der Entwicklung dieser Erhebungsverfahren
besteht darin, sie so anzulegen, dass sie den jeweils interessierenden
Sachverhalt zuverlässig erfassen und objektiv auswertbar sind. Der Bereich
Methoden
stellt einzelne Verfahren ausführlicher dar.