Das Interview ist ein hinsichtlich der Durchführung recht einfaches und kostengünstiges zugleich jedoch zeitintensives Verfahren zur Erhebung von Evaluationsdaten.
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Ein besonderer Vorteil dieses Instruments ist die natürliche
Gesprächssituation und die Möglichkeit, offene Fragen sofort durch
Nachfragen zu klären. Im Zentrum des Verfahrens steht in der Regel die
Erhebung qualitativer Daten zur Beschreibung bzw. Erklärung von
Beziehungen zwischen einzelnen Evaluationsaspekten, etwa der
Lernvoraussetzungen von Adressaten, ihren Erwartungen und Interessen,
der bevorzugten Mediennutzung, einzelnen Lernproblemen und dem
Lernerfolg.
Je nachdem, ob der mit dem Interview untersuchte Bereich eher weit
gefasst ist (etwa bei einem ersten Zugang zum Untersuchungsgegenstand)
oder ob er in einem fortgeschrittenen Evaluationsstadium eher eng
gesteckt ist, bieten sich verschiedene Formen für das Interview an:
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- Ein unstrukturiertes bzw. halbstrukturiertes Interview verwendet
allenfalls einen Gesprächsleitfaden und lässt sowohl dem Interviewer als
auch dem Befragten viel Spielraum.
- Ein strukturiertes Interview verwendet festgelegte Fragen.
Interviews variieren auch beträchtlich hinsichtlich der Form ihrer Fragen
und Antworten:
- Geschlossene Fragen lassen nur die Auswahl einer oder mehrerer
vorgegebener Antwortalternativen zu.
- Offene Fragen ermöglichen ein freies Antwortverhalten.
Fehlerquellen
Die Hauptprobleme beim Interview liegen im weitgehend unkontrollierten
Einfluss des Interviewers, in der Störanfälligkeit der Interviewsituation
sowie in der zuweilen geringen Auswertungsobjektivität bei der Verwendung
inhaltsanalytischer Verfahren.
Eine häufige Fehlerquelle bilden zum Beispiel suggestive Fragestellungen,
die dem Befragten eine bestimmte Antwort in den Mund legen, wie etwa "Finden
Sie nicht auch, dass ...?". Eine andere Fehlermöglichkeit kann darin liegen,
dass bestimmte Fragenkomplexe Antworthemmungen provozieren, etwa persönliche
Fragen zu Lernproblemen.
Begegnet werden kann diesen Problemen durch eine besondere Schulung der
Interviewer, durch die Verwendung eines Interviewleitfadens, durch
organisatorische Maßnahmen bei der Interviewvorbereitung sowie durch eine
weitgehende Festlegung der inhaltsanalytischen Auswertungskategorien vor der
Durchführung des Interviews.