Die Georg-August-Universität versucht ihre Tradition als Wissenschaftsstandort von internationaler Bedeutung heute durch die Berufung exzellenter Wissenschaftler aus aller Welt, den Ausbau und die Pflege weltweiter Forschungskooperationen und die internationale Ausrichtung ihres Studienangebotes lebendig zu halten. Nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen einschließlich der Medizin sind an den 13 Fakultäten vertreten.
Umgeben von fünf Max-Planck-Instituten, dem Deutschen
Primatenzentrum, sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
bildet die Universität den Mittelpunkt eines exzellenten
Forschungsverbundes mit zahlreichen Wissenschaftskooperationen. Das
Sonder- und Drittmittelvolumen ohne den Bereich Humanmedizin lag im Jahr
2004 bei rund 80 Mio. Euro.
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Die Fallstudie der Georg-August-Universität entstand im Rahmen
einer Erhebung der Hochschulrektorenkonferenz (Sept.-Dez. 2005) und
wurde dem Portal e-teaching.org freundlicherweise zur
Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert zur Zeit sieben
Sonderforschungsbereiche und ein DFG-Forschungszentrum (für
Molekularphysiologie des Gehirns). Göttingen hat sich erfolgreich um eines
von vier Forschungszentren mit dem „Bernstein-Zentrum für Computational
Neuroscience“ beworben, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) für fünf Jahre mit insgesamt 10 Mio. Euro unterstützt.
Studienangebote und Internationalisierung
Mit der Entwicklung innovativer Studienangebote wird die Attraktivität des
Studienstandortes Göttingen gestärkt. Hier studieren derzeitig rund 24.000
junge Menschen in 130 Studienfächern. Die große internationale
Anziehungskraft der Georgia Augusta belegen der Anteil von 12,3 Prozent
ausländischer Studierender sowie vertraglich besiegelte Kooperationen zu
Hochschulen und Forschungseinrichtungen in rund 70 Ländern der Erde.
Exzellenzförderung
Exzellenzförderung bietet die Universität mit ihren vielfältigen Master- und
Ph.D.-Programmen, die sich an hoch qualifizierte Studierende und Absolventen
in aller Welt wenden. Vier der Doktorandenprogramme in den Geistes- und in
den Naturwissenschaften sind zugleich als International Max Planck Research
Schools etabliert. Die deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert 14
Graduiertenkollegs, 19 ebenfalls mit Drittmittel geförderte
Forschernachwuchsgruppen, zahlreiche Habilitationsstipendien und die neuen
Juniorprofessuren bilden Schnittstellen zwischen forschungsorientiertem
Studium und Hochschullaufbahn.
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)
Die 1734 gegründete Göttinger Universitätsbibliothek gehört heute zu den
fünf größten Bibliotheken in der Bundesrepublik. Der Bestand umfasste im
Sommer 2006 rund 4,5 Millionen Bände, 265.000 Karten, 16.000 laufende
Zeitschriften, 13.000 Handschriften, 3.100 Inkunabeln, 350 Nachlässe von
Wissenschaftlern, 150 CD-ROM-Datenbanken und 1,3 Millionen Mikroformen.
Zusätzlich bestehen an der Universität weitere 143 selbstständige
Teilbibliotheken an Instituten und Seminaren.
Stiftungsuniversität
Seit dem 1.1.2003 befindet sich die Georg-August-Universität Göttingen in
der Trägerschaft einer Stiftung des öffentlichen Rechts und hat damit eine
neue Phase der Autonomie und Eigenverantwortung eingeleitet. Gesetzliche
Vorraussetzung für diesen Schritt war die Neufassung des Niedersächsischen
Hochschulgesetzes, die der Landtag am 24.6.2002 beschlossen hat. Die
Entscheidung für die Stiftung als Träger hat sich nach zweieinhalb Jahren
Praxis, die durch neuerliche tief greifende Einsparauflagen für die
Universität Göttingen charakterisiert sind, als richtig erwiesen. Das
Zusammenspiel mit einem kompetenten Stiftungsrat, das volle Berufungsrecht,
die größeren Gestaltungsmöglichkeiten im Personalmanagement, im
Liegenschafts- und Baumanagement und die größeren Spielräume im
Finanzhaushalt sind gerade in Zeiten von Mittelkürzungen spürbare
Vorteile.
Bereich Humanmedizin
Der Bereich Humanmedizin umfasst das Universitätsklinikum mit ca. 1500
Betten und vielen theoretischen Instituten, die eng mit anderen
Wissenschaftseinrichtungen am Standort verknüpft sind. Die Integration des
Dekans von Forschung und Lehre als Sprecher des Vorstandes der
Universitätsmedizin hat dazu geführt, dass eine besonders intensive
Unterstützung des F & L-Managements und Betriebs durch den
Geschäftsbereich Informationstechnologie erfolgt. Zusätzlich wurde eine
CIO-Funktion zur Unterstützung des Vorstandes 2003 etabliert. Der Bereich
Humanmedizin ist als einziger in Deutschland nach dem Integrationsmodell
(gemäß KMK-Papier) organisiert und verfügt innerhalb der Stiftung über
wirtschaftliche Selbstständigkeit.
Kooperatives GÖ*-Konzept
An der Universität Göttingen sind Strukturen für die Informationsversorgung
vorhanden, bei der mehrere zum Teil größere Dienstleister
zielgruppenspezifische Aufgaben wahrnehmen. Dazu gehören die Gesellschaft
für Wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH (GWDG) der Universität und
Georg-August-Universität, die Max-Planck-Gesellschaft, der Geschäftsbereich
Informationstechnologie als IT-Dienstleister (GB IT) des Bereichs
Humanmedizin, die Stabsstelle Datenverarbeitung der Universitätsverwaltung,
die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) einschließlich
Medienzentrum u. a.
Mit dem GÖ*-Projekt entsteht eine flexible Form der Zusammenarbeit zwischen
den Einrichtungen, um bei weitgehend konstanten Budgets die
Leistungsfähigkeit durch Kooperation zu steigern. Primäre Zielsetzung ist
die Verbesserung der Informationsversorgung und Leistungen für die Nutzer
der Universität Göttingen, des Bereichs Humanmedizin und der
Max-Planck-Institute. In dieser Form der Zusammenarbeit konzentrieren sich
die Dienstleister auf ihre Kernkompetenzen. Übergreifende Aufgabenstellungen
werden in kooperierenden Teams / Projektteams erarbeitet, gleichzeitig
entsteht für die Nutzer eine einheitliche, dienstleisterunabhängige
Support-Struktur. Ein besonderer Aspekt von GÖ* ist auch, auf der Basis
koordinierter Strukturen am Standort Göttingen, überörtliche Kooperationen –
auch mit der Industrie anzustreben.