 |
Betreuung ausländischer Studierender
|
Jahr für Jahr zieht es viele Studierende in die Ferne, um im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes Land und Leute und natürlich auch die Lehre an einer fremden Hochschule kennen zu lernen. Bis 2011 werden allein im Rahmen des Erasmus-Programms voraussichtlich 3 Mio. Studierende ein oder mehrere Semester im Ausland verbracht haben. Viele von Ihnen werden auch deutsche Hochschulen besuchen. Eine Erhebung des Victorious Projekts von 2006, in der 2.359 Studierende nach ihren Erfahrungen hinsichtlich des PC- und Online-Angebots an ihrer Gastuniversität befragt wurden, zeigt sehr deutlich, dass das E-Learning-Angebot - speziell für ausländische Studierende - an vielen Universitäten noch stark ausbaufähig ist. Im Folgenden stellen wir dar, welche Möglichkeiten es gibt, die ausländischen Studierenden mittels Online-Angeboten an ihren Gasthochschulen zu unterstützen.
Vor dem Aufenthalt
Ein besonderer Stellenwert kommt den Online-Services für ausländische
Studierenden zu, die zur Vorbereitung des Aufenthalts genutzt werden
können. Hierzu gehören vor allem Informationen zu Hochschule, Seminaren,
Unterbringung sowie sozialen und kulturellen Themen. Formalitäten wie die
Immatrikulation oder die Einschreibung zu Kursen können mit Hilfe
digitaler Medien räumlich unabhängig erledigt werden. Ein
Online-Sprachtest kann helfen, dass Studierenden sofort das richtige
Sprach-Lernangebot zur Verfügung gestellt wird.
Entscheidend ist, dass das Online-Angebot in Englisch, wenn möglich auch
in weiteren Fremdsprachen zur Verfügung stehen. |
|
Breites und einfach zugängliches Online-Angebot
Während des Aufenthaltes sollte den ausländischen Studierenden Zugang zu
einer geeigneten technische Infrastruktur gewährt werden. Zwar verfügen die
Meisten über einen eigenen PC oder Laptop, greifen aber dennoch zusätzlich
auf universitäre PC-Arbeitsplätze zurück, sodass ausreichende Kapazitäten
vorhanden sein müssen. Neben PC-Arbeitsplätzen ist auch der Zugang über
LAN
und
W-LAN
von Vorteil, so dass die Studierenden sich mit ihren eigenen
Rechnern in das universitäre Netz einwählen können. Dort sollten allgemeine
Informationen zur Universität und zum Studium sowie bestimmte Tools und
Online-Dienste zur Verfügung stehen. Zu letzteren zählt zum Beispiel der
Zugang zu Dienstleistungen der Universität, der Institute und universitärer
Einrichtungen (Bibliothek etc.) sowie stark nachgefragte Services wie eine
universitäre E-Mail-Adresse, Speicherplatz für einen flexiblen Zugang zu
Dokumenten oder
Instant Messaging
/
Chats
etc..
Ratlos, aber nicht hilflos
Neben dem einfachen Zugang zu E-Learning-Angeboten ist eine schnelle und gut
auffindbare Hilfe in Problemfällen ebenso wichtig. Weit verbreitet ist immer
noch die face-to-face-Unterstützung. Eine ausführliche und übersichtlich
gestaltete Webseite mit einem FAQ-Teil, in dem die häufigsten Fragen
beanwortet werden, kann in vielen Fällen schon ausreichend sein.
Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn
Nach dem Aufenthalt sollten die Studierenden noch eine gewisse Zeit auf
Online-Dienste ihrer Gasthochschule zugreifen können. Wichtig sind vor allem
die Online-Ressourcen, die auch noch nach der Rückkehr für sie von Belang
sein können, wie zum Beispiel auf dem Webserver gespeicherte
Dokumente.
Beispiele:
- Das
Victorious Projekt
hat eine Umfrage zu E-Services an
europäischen Hochschulen durchgeführt. Auf den
Webseiten
finden Sie die Ergebnisse.
-
Distibuted-Campus.org
ist eine Portal des
Kompetenzzentrum E-Learning der FU Berlin, auf dem auswärtige Studierende
vor und während ihres Aufenthaltes zahlreiche Informationen zu ihrer Uni,
zu Studium und zum Leben in Berlin beziehen können. Seit Anfang 2008 wird die Online Coaching Plattform als Open-Source-Produkt auch anderen Hochschulen zur Verfügung gestellt (Open DC), siehe: opendc.distributed-campus.org
- Ein Wiki mit dem Namen "
Study in Koblenz
" dient als Info- und
Kommunikations-Portal für international Studierende in Koblenz.
- Am Studienkolleg für ausländische Studierende der FH Köln steht ein
Online-Lernforum „
Deutsch als Fremdsprache
“ zur
Verfügung, das Übungen zum Hörverstehen, Schreiben, zu Wortschatz,
Grammatik und Textarbeit enthält und zur Vorbereitung auf die Deutsche
Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber genutzt
werden kann.
- Das
PROFIS-Programm
der Universität
Potsdam entwickelt Online-Tutorien, die speziell auf die Bedürfnisse
ausländischer Studierender ausgerichtet sind.
- Das Internetportal
Self-Assessment international
ist ein
Angebot von neun verschiedenen technischen Hochschulen in Deutschland und
bietet ausländischen Studierenden ausführliche Online-Information und
-Beratung zum technischen Studium in Deutschland.
- Eine sehr umfangreiche und übersichtliche
Webseite
für ausländische Studierende an der Uni
Essen-Duisburg bietet das dortige Studentenwerk in gleich vier Sprachen
an.
- Das Infoportal
Educontact
bietet interessierten Studierenden aus aller Welt individuell abgestimmte
Tipps und Informationen zum Fernstudium in Europa. Zusätzlich werden einige
Online-Kurse in verschiedenen Sprachen angeboten.
Letzte Änderung:
20.07.2009
Kommentare (0)
Um eigene Kommentare zu verfassen, melden Sie sich bitte an.
|