Zu der Publikation ist in der Zeitschrift Grundlagen der Weiterbildung eine Rezension erschienen.
Gaiser, B. (2005). [E-Learning Handbuch für Hochschulen und
Bildungszentren; Didaktik, Organisation, Qualität]. Grundlagen der
Weiterbildung, 2, S. 47-48.
Arnold, P., Kilian, L., Thillosen, A., Zimmer, G. (2004). E-Learning
Handbuch für Hochschulen und Bildungszentren. Didaktik, Organisation,
Qualität. Nürnberg: BW Bildung und Wissen, Verlag und Software GmbH
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Der Untertitel des Handbuchs E-Learning faßt die zentralen
Dimensionen der Veröffentlichung mit der Formel „Didaktik, Organisation,
Qualität“ zusammen. Damit wird gleich zu Beginn klar gestellt, welche
Richtung die Publikation einschlägt: Die Autorinnen und Autoren
reflektieren den Themenbereich E-Learning unter einer dezidiert
pädagogischen Perspektive. Im Vordergrund stehen Fragestellungen, die mit
einer qualitativen Verbesserung der Lernunterstützung einhergehen. Dabei
werden technische Fragen keinesfalls ausgeblendet, vielmehr werden
Aspekte wie die Funktionalitäten eines Lernraums oder
Standardisierungsbestrebungen unter pädagogischen Gesichtspunkten
analysiert und bewertet. Die Publikation distanziert sich damit bewusst
von technikzentrierten Abhandlungen, die insbesondere in den frühen
Phasen des E-Learning die Szene dominierten. Pädagogische Überlegungen,
die oft genug eine nur nachgeordnete Rolle spielten, treten ins
Rampenlicht. Zu Recht: Gerade die Orientierung an didaktischen Kriterien
bestimmt die Qualität eines E-Learning Vorhabens und hilft bei der
Sicherung des Erfolgs des Angebotes. |
| Entstehungshintergrund der Publikation stellt das Bundesleitprojekt „
Virtuelle Fachhochschule (VFH)
“ dar. Dabei handelt
es sich um ein Verbundprojekt, in dem verschiedene Module für
Online-Studiengänge entwickelt wurden. Das Autorenteam verantwortete die
methodisch-didaktische Begleitung aller VFH-Module, die formative und
summative Evaluation, sowie die wissenschaftliche Begleitforschung. Diese
Querschnittfunktion ermöglichte den Einblick in verschiedene
Arbeitspakete und Realisierungen im Projekt. |
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Der Band wendet sich an den Personenkreis, der üblicherweise mit der
Planung, Konzeption und Durchführung von E-Learning Maßnahmen befasst ist:
an E-Learning-Praktiker der unterschiedlichen Disziplinen. Gleichermaßen
interessant ist er aber auch für diejenigen, die sich aus wissenschaftlicher
Perspektive mit E-Learning beschäftigen. Es wird ein breites Spektrum von
Fragen der methodisch-didaktischen Konzeption über Online-Betreuung und
Evaluation bis hin zu Standardisierung und Nachhaltigkeit behandelt. Dabei
wird einerseits die relevante Literatur dargestellt und aufgearbeitet,
andererseits werden auch praxisorientierte Handreichungen abgeleitet. Im
Einzelnen geht es nach einer Einführung in das Handbuch (Kap. 1) um
Erfolgsfaktoren von Bildungsprozessen mit E-Learning (Kap. 2), virtuelle
Lernräume (Kap. 3), didaktische Konzeptionen (Kap. 4), Online-Betreuung
(Kap. 5), Qualitätsmanagement und Evaluation (Kap. 6), Standardisierung
(Kap. 7) und Nachhaltigkeit virtueller Bildungsangebote (Kap. 8). Das Ziel
des Handbuchs ist es, eine praxis- und anwendungsorientierte Handreichung zu
realisieren, die gleichzeitig wissenschaftlich fundiert ist und als
Grundlage für zukünftige Vorhaben heran gezogen werden kann.
Diese Zielsetzung wird erreicht. Insbesondere durch die klare Struktur und
die verständliche Sprache, die auf unnötigen Fachjargon verzichtet, hebt
sich das Handbuch in positiver Weise von anderen Publikationen zum Thema ab.
Die Spiegelung der für jedes Kapitel dargestellten theoretischen Grundlagen
am Praxisbeispiel VFH macht die Darstellung anwendungsorientiert und
praxisnah. Die Projektperspektive schränkt die Aussagen nicht ein, sondert
belebt sie. Ein besonderes Lob verdient die klare Gliederung und das
übersichtliche Layout, das mit Hilfe von Marginalien und aussagekräftigen
Überschriften den Lesern zusätzliche Orientierungspunkte bietet. Ein
umfangreiches Stichwort- und Abbildungsverzeichnis dient als weitere
Navigationsmöglichkeit. Ein Glossar hingegen, das über die Erläuterung der
Akronyme hinaus Begriffe aus der E-Learning Szene erläutert, sucht man
leider vergebens. Ein weiteres Manko ist die knapp und teilweise
eklektizistisch anmutende Auswahl weiterführender Links.
Erfrischend eindeutig und konsistent ist die Position des Autorenteams im
Kontext der gegenwärtigen Diskussion um Modularisierung und
Standardisierung. Die Verwendung von technischen Standards im Zusammenhang
mit einem nachhaltigen Einsatz von E-Learning wird zwar befürwortet.
Allerdings werden die Standardisierungsbestrebungen in Hinsicht auf
didaktische Gesichtspunkte kritisch hinterfragt. Eine klare Positionierung
erfolgt auch beim Thema Online-Betreuung: Betreuung und Unterstützung beim
E-Learning ist unverzichtbar; ihre Gestaltung eine Herausforderung, die auf
ganz unterschiedliche Art und Weise gelöst werden kann. Deutlich wird hier
der reichhaltige Erfahrungsschatz des Autorenteams, der verschiedene Ansätze
umfasst und auch konkrete Hinweise zur Qualifizierung von Teletutoren
ermöglicht.
Mit den Themenbereichen Qualitätsmanagement und Evaluation beim E-Learning
greift das Buch schließlich alle zentralen Gestaltungsfelder beim E-Learning
auf und erfüllt somit den selbst gesetzten Anspruch, ein wissenschaftlich
fundiertes Handbuch für die konkrete Bildungspraxis mit E-Learning zu
sein.