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Aktuelle Studien rund ums Thema E-Learning (2008)

Wir haben für Sie aktuelle und interessante Studien zum Thema E-Learning in der Hochschule zusammengestellt. Die meisten stehen kostenlos im Internet zum Download zur Verfügung. Die Studien sind chronologisch sortiert.




Fischer, Lars & Minks, Karl-Heinz (2008):
Acht Jahre nach Bologna – Professoren ziehen eine Bilanz. Ergebnisse einer Befragung von Hochschullehrern des Maschinenbaus und der Elektrotechnik. HIS: Forum Hochschule 3/2008.

Mittels Online-Befragung wurden 850 Professorinnen und Professoren der Fachbereiche Maschinenbau und Elektrotechnik zum Stand der Entwicklung der Bachelorstudiengänge an Fachhochschulen und Universitäten interviewt.

E-Learning, so die Studie, ist innerhalb der Ingenieurswissenschaften ein selten genutztes Instrument zur Wissensvermittlung. 40% der Lehrenden sehen sogar von einem methodischen Einsatz dieser neuen Lehr- und Lernform ab, während hingegen 14% sie häufig einsetzen.

Allgemein sprachen sich die Teilnehmenden sich für eine Verbesserung der Lehrqualität aus und wünschen sich dafür mehr personelle und materielle Unterstützung. Ebenso sollen Wirtschaftsvertreter verstärkt bei der curricularen Gestaltung helfen und die Beschäftigungsfelder der Bachelorabsolventen in Unternehmen weiter klären.

Download: http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200803.pdf





Schulmeister, Rolf (2008): Gibt es eine „Net Generation“?
Hamburg.

Der Aufsatz des Hamburger Professors Rolf Schulmeister wird durch die Frage motiviert, ob es tatsächlich eine einheitliche, durch Computer- und Internetnutzung maßgeblich geprägte Generation gibt, was er selbst anzweifelt.

„Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass es eine Art einheitlicher Generation gäbe, nachdem ich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder über die Diversität der Studierenden geforscht hatte, nahm ich mir vor, diese Netzgeneration gründlicher zu untersuchen, die als Argument für die Einführung einer neuen Lehrmethode herhalten sollte.“, so der Autor in seinem Vorwort.

Schulmeister analysiert in seiner über einhundertseitigen Arbeit mehr als 45 empirische Studien zu Mediennutzung und Mediennutzungsmotiven von Kindern und Jugendlichen und gelangt damit zu einer differenzierten Beschreibung von Mediengebrauch, Nutzungsfrequenz und Kompetenzen.

Zu betonen ist, dass er diese Arbeit selbst als vorläufig bezeichnet. Anregungen und Kommentare seiner Leserinnen und Leser möchte er in einer späteren Version aufnehmen.


Die Untersuchung Rolf Schulmeisters finden Sie als freien Download unter http://www.izhd.uni-hamburg.de/pdfs/Schulmeister_Netzgeneration.pdf





The New Media Consortium & EDUCAUSE Learning Initiative (2008)
The Horizon Report. 2008 Edition.

Der „Horizon Report“ des New Media Consortium und der EDUCAUSE Learning Initiative stellt auch dieses Jahr wieder sogenannte "Trends" aus sechs technischen Bereichen vor, die nach Ansicht der Verfasser im Zeitrahmen von einem bis zu fünf Jahren die Lehre und das Lernen stark beeinflussen werden.
Nach ausführlicher qualitativer Recherche, sowohl in Blogs und auf Webseiten, als auch in Forschungsberichten und Artikeln, wurden aus mehr als 80 verschiedenen technischen Neuerungen die folgenden sechs als interessant und zukunftsweisend ausgewählt:

  •  Grassroots Video und Collaboration Webs

  • Mobile Broadband und Data Mashups

  • Collective Intelligence und Social Operating Systems

Im Bericht wird jedes dieser ausgewählten Themen auf zwei bis drei Seiten beschrieben, abgeschätzt, in welchen Bereichen der Lehre der Einsatz sinnvoll erscheint und mit Beispielen aus der Praxis angereichert.


Download: http://www.educause.edu/ir/library/pdf/CSD5320.pdf





Bargel, T., Müßig-Trapp, P., Willige, J. (2008)
Studienqualitätsmonitor 2007 - Studienqualität und Studiengebühren.

Anfang 2008 wurde der Studienqualitätsmonitor 2007 von HIS (Hochschul-Informations-System GmbH) und der AG Hochschulforschung der Universität Konstanz fertiggestellt und veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Umfrage von knapp 22.000 Studierenden an 150 Hochschulen mit einem thematischen Schwerpunkt auf Studienqualität und Studiengebühren. Diese Befragung soll in Zukunft jährlich offen legen, wie sich die Studienbedingungen in Deutschland verändern. Besondere Berücksichtigung sollen dabei die bevorstehenden oder bereits stattgefundenen Angleichungen im Rahmen des Bologna-Prozess mit der Umstellung auf Bachelor und Master oder der besagten Einführung der Studiengebühren.

Interessant im Hinblick auf E-Learning an der Hochschule ist, dass mehr als 2/3 aller Studierenden Onlineangebote zur Unterstützung des Selbststudiums als sehr wichtig einschätzen. Dagegen sehen sich ca. 27 % der Befragten nicht in der Lage das Onlienangebot zu beurteilen, in den meisten Fällen wohl, weil keines vorhanden oder zu wenig beworben ist. Hier wäre es demnach besonders wünschenswert, das Angebot zu erweitern und weiter zu entwickeln.

Weitere Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Studierende die organisatorischen Rahmenbedingungen eher schlecht beurteilen. Mit der fachlichen Qualität der Lehre sind Sie hingegen zufriedener, diese wird, bis auf die didaktische Lehrqualität, gut bewertet. Im Vergleich der Hochschularten schneidet die Fachhochschule, was beispielsweise die Betreuung, die Ausstattung, den Praxisbezug oder aber die Überfüllung von Lehrveranstaltungen angeht, in der Bewertung meist besser ab als die Universität. Außerdem gibt es ein Gefälle von Universitäten im Osten zu Unis im Westen: an Ost-Unis sind die Studierenden zufriedener. In Bezug auf die Studiengebühren zeigt sich, dass 2/3 der Studierenden die Gebühren ablehnen und nur wenige sich positive Effekte davon versprechen. Außerdem beklagen die Studierenden, dass sie wenig Einfluss auf die Mittelvergabe haben und bemängeln die fehlende Transparenz in Bezug auf die tatsächliche Verwendung der Gelder. Ein Vergleich zwischen Universitäten mit Studiengebühren und gebührenfreien Hochschulen zeigt, dass die Ausbildungsbedingungen an nicht-gebührenpflichtigen Lerninstitutionen leicht besser bewertet werden, was die Verantwortlichen der Studie auf die gestiegenen Erwartungen und die kritischere Einstellung der bereits zahlenden Studierenden zurückführen.


Download: http://www.his.de/sqm




Kleimann, Bernd (2008): Kapazitätseffekte von E-Learning an deutschen Hochschulen. Konzeptionelle Überlegungen – Szenarien –Modellrechnungen. HIS: Forum Hochschule 6 | 2008.


Können digitale Medien die Ausbildungskapazität von Lehreinheiten erweitern? Genauer: Welche Auswirkungen auf die Zahl der Studienanfänger und Studienplätze ergeben sich, wenn durch den Einsatz von E-Learning Personal- und damit Lehrkapazität frei wird?

Der Frage auf den Grund geht eine neue Studie der HIS GmbH. Im Zentrum steht die hypothetisch-modellhafte Betrachtung potenzieller kapazitätserweiternder Effekte von E-Learning. In Betracht genommen wird eine (fiktive) Lehreinheit, genauer ein Informatik-Fachbereich einer Universität mit zwei Studiengängen (Bachelor und Master). Der kapazitätserweiternde Effekt wird anhand von acht unterschiedlichen Szenarien mit jeweils unteschiedlichen Anteilen an Präsenzlehre und Online-Selbststudium untersucht.

Die meisten Hochschulen trauen E-Learning bisher keine kapazitätserweiternde Wirkung zu. Auch die Studie stellt nicht in Frage, dass E-Learning erst einmal mehr Personal erfordert. Allerdings weist sie auch auf die große Varianz des Personalmehrbedarfs hin. Dieser ist u.a. abhängig vom jeweils umgesetzten Lehr-/Lernszenario. Die lehrveranstaltungsbegleitende Bereitstellung von Folien, Skripten und kleinen interaktiven Übungen in einem Lernmanagementsystem erfordert natürlich einen viel geringeren Aufwand als die Entwicklung eines multimedial angereicherten, didaktisch wie technisch hochwertig umgesetzten Studiengangs, dessen Realisierung ein ganzes Team von Fachkräften verlangt. In der Studie bleiben bewusst Szenarien mit stark kapazitätsbindenden Effekten (also E-Learning Großprojekte) ausgeblendet. Vielmehr konzentriert sie sich auf Szenarien, bei denen eine Kapazitätserweiterung durch den Einsatz von Medien möglich erscheint.

Die kapazitätserweiternde Wirkung hängt weiterhin stark von der Vorerfahrungen der Nutzer ab. Auch in der Studie wird nicht angezweifelt, dass die erstmalige Nutzung komplexer Softwaretools durch Computer-Laien keine Zeitersparnis bedeuten kann.

Daher werden folgende Voraussetzungen in der Studie zu Grunde gelegt, damit kapazitätserweiternde Effekte überhaupt möglich erscheinen: - Wenige multimediale Elemente der zu erstellenden Materialien, - eine bestehende Software- und Hardwareinfrastruktur für E-Learning, - Verfügbarkeit nutzerfreundlicher Autorensoftware - hohes softwaretechnisches Know-how der Lehrenden.

Die Ergebnisse der Studie auf einen Nenner zu bringen ist ziemlich schwer. Vielmehr zeigt sie, dass die Kapazitätseffekte in hohem Maße von der spezifischen Merkmalskonfiguration eines jeden Szenarios wie didaktisch-technisches Setting, Gruppengrößen, Anrechnungsfaktor, zeitliche Verteilung des Mehraufwands für die Medienproduktion etc. abhängig sind. Bei der Betrachtung der Ergebnisse wird deutlich, dass nennenswerte kapazitätserweiternde Effekte bei Szenarien zu verzeichnen sind, die eine „kritische Masse an E-Learning“ (d.h. einen hohen Proporz an ersetzter Kontaktzeit in möglichst vielen Veranstaltungen) aufweisen. Erst dann werden die Kapazitätszuwächse nicht mehr durch den erhöhten Personalaufwand für die Erstellung von Online-Materialien und –Lernumgebungen aufgezehrt.

Zwar lässt sich auf Basis der Studie leider keine einfache Faustregel für den Personal- und Medieneinsatz ableiten, jedoch zeigt sie, welche Einsatzmöglichkeiten für E-Learning denkbar sind und bietet damit eine Entscheidungshilfe bei Überlegungen für oder gegen den E-Learning Einsatz.


Download: http://www.his.de/publikation/forum/index_html?reihe_nr=F6/2008

Letzte Änderung: 23.04.2008


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