Paechter, Manuela, Fritz, Barbara, Maier, Brigitte & Manhale, Simone (2007): eSTUDY - eLearning im Studium: Wie beurteilen und nutzen Studierende eLearning? Projektbericht Juni 2007.
Insgesamt zeigt die Studie, dass Anforderungen, die sich auf die
Qualitätsfelder ‚Didaktisches Design’ und ‚Unterstützung des individuellen
Lernens’ beziehen, nach Ansicht der Studierenden in medienbasierter Lehre
besser erfüllt werden als in der Präsenzlehre. Insbesondere schätzen die
Studierenden die Vorteile hinsichtlich der Flexibilisierung und
Individualisierung des Lernens in Bezug auf die Lernzeit, den Lernort und
das Lerntempo. Die Möglichkeit selbstständig zu arbeiten und zu übens sowie
die eigenen Lernfortschritte zu überprüfen wird von den meisten Studierenden
als sehr wichtig angesehen. Hier zeigt die Studie in der Hochschulpraxis ein
Defizit auf und empfiehlt Lernfortschrittskontrollen und Übungen besser in
die Lehrveranstaltungen zu integrieren. An medienbasierter Lehre schätzen
die Studierenden vor allem die Förderung der Fähigkeit des selbstständigen
Lernens und Arbeitens sowie einen einfachen und schnellen Austausch von
Information und Wissen mit anderen Studierenden sowie rasche Rückmeldungen
der Lehrperson. Die Studie macht aber auch deutlich, dass Studierenden der
persönliche Kontakt zu ihren Mitstudierenden und zum Dozenten weiterhin sehr
wichtig ist. So finden die meisten nicht, dass die Online-Kommunikation es
erleichtert neue Kontakte zu anderen Studierenden zu knüpfen. Die Bedeutung
von Präsenzphasen zeigt auch der Wunsch nach Gruppenarbeit und Diskussion in
Präsenz.
Die Untersuchung zeigt, dass je nach Alter, Geschlecht, Fachbereich und
Studienabschluss die Beurteilung von E-Learning-Angeboten unterschiedlich
ausfällt. Zum Beispiel erfahren Studierende der Humanmedizin die
Kommunikation und Kooperation in ihrem Fachbereich als deutlich schlechter
als Studierende der Geisteswissenschaften, des Lehramts sowie der Sozial-
und Naturwissenschaften. Schlechte Erfahrungen im Bereich Kommunikation und
Koopearation zeigen sich insgesamt häufig. Auf Nachfrage werden diese von
Lehrenden mit den fehlenden direkten Kommunikationstools innerhalb vieler
Lernplattformen begründet. Zudem seien die Tools, wenn vorhanden, den
meisten Studierenden unbekannt bzw. es würde eine gewisse Scheu bestehen,
diese zu benutzen. Als problematisch an der Studie stellte sich die
unterschiedliche Auffassung der Studierenden, was unter E-Learning
verstanden werden kann bzw. die Breite der mediengestützten Lehrszenarien
heraus. Die Frage nach dem E-Learning-Anteil führte bei den Studierenden zu
sehr widersprüchlichen Aussagen.
Die Studie endet mit Empfehlungen für die Gestaltung von Hochschulehre –
wobei viele davon sich auch auf nicht mediengestützte Lehre übertragen
lassen. Ein Fazit, dass schon lange in der E-Learning-Szene propagiert wird
und sich auch hier wieder bestätigt: Nur die Kombination von Präsenz- und
E-Learning führt zu einer Qualitätsverbesserung.
Die Studie
" eSTUDY - eLearning im Studium: Wie beurteilen und nutzen Studierende
eLearning?"
steht auf den Seiten des BMWF zum Download zur Verfügung.