Die Universität muss zukünftig in Eigeninitiative neue Wege finden, Geld- und Sachmittel einzuwerben. Eine Möglichkeit bildet die Akquirierung von Mitteln oder Dienstleistungen über Spender, Stifter oder Sponsoren.
Spenden
Bei Spenden unterscheidet man zwischen selbstlosen Spenden, die mit keiner
Gegenleistung verbunden sind (man spricht auch von Mäzenatentum) und
Spenden, die an einen gemeinnützigen Zweck gebunden sind. Diese lassen sich
in einem bestimmten Umfang steuerlich im Rahmen der Einkommens- und
Körperschaftssteuer absetzen (
Hermanns, 2001). In den USA zählen die Alumni (ehemaligen Studierenden
der Hochschule) zu den größten Spendengebern.
- Mehr zur Organisation und Bedeutung von
Alumninetzen
erfahren Sie in der Kategorie
Lehrszenarien.
Stiften
Als Stiftung wird einmal der Akt des Stiftens verstanden, d.h. die Widmung
von Vermögen zu einem bestimmten Zweck, auf der anderen Seite die Stiftung
als selbständige wirtschaftliche Einrichtung, die wiederum durch den Vorgang
des Stiftens entstanden ist. Stiftungen verfolgen zumeist einen auf ein
bestimmtes gesellschaftliches Thema bezogenen gemeinnützigen Zweck, wie z.B.
die Förderung von Forschung und Lehre (Hermanns, 2001). Unterschieden werden können beispielsweise private,
parteinahe, gewerkschaftliche und kirchliche Stiftungen. Neben
Stiftungen werden auch Unternehmen oder einzelne Unternehmer, die keine
eigene Stiftung besitzen, als Stifter aktiv, beispielsweise über die
Finanzierung von Stiftungsprofessuren:
Stiftungsprofessuren
Weitere Informationen zu Stiftungen:
Sponsern
Hochschul- oder Bildungssponsoring stellt eine weitere Möglichkeit dar,
Finanzierungslücken zu schließen, allerdings gibt es erst wenige
Hochschulen, die sich konkret im Bereich Sponsoring engagieren. In den USA
ist Sponsoring bereits durchaus üblich (Mendling, 2004).
Unter Hochschulsponsoring wird die Zuwendung von Finanz-, Sach- und/oder
Dienstleistungen von einem Unternehmen (Sponsor) an eine Hochschule, eine
organisatorische Einheit oder ein Mitglied der Hochschule verstanden. Im
Gegenzug werden dem Sponsoren Rechte zur kommunikativen Nutzung von
Institution bzw. Person und/oder Aktivitäten des Gesponserten gewährt. Dem
Sponsoring liegt eine vertragliche Vereinbarung zu Grunde (Hermanns, 2001).
Sponsoring funktioniert nach dem Prinzip Leistung – Gegenleistung.
Leistungen des Sponsoren können Finanzmittel, Sachmittel und
Dienstleistungen darstellen. Eine mögliche Dienstleistung kann die
Bereitstellung von Praktikantenplätzen sein, die Abstellung von
Unternehmensmitgliedern für Gastvorträge oder die Bereitstellung von Know
How oder Personal in besonderen Einsatzgebieten (z.B. Wartung der
EDV-Anlage) (vgl.
Hermanns, 2001). Als Sachleistungen ist die Finanzierung von Hard- und
Software oder sonstigen technischen Geräten denkbar.
Folgende Gegenleistungen von Seiten der Hochschule sind möglich:
- Pressemitteilungen,
- Werbung des Sponsors in hochschulinternen Medien (Webseiten,
Printmedien (Flyer, Hochschulschriften),
- Benennung des Sponsoringobjekts nach dem Sponsor (Räume,
Institute),
- Verleihung von Prädikaten („Offizieller Sponsor der ...“),
- Werbepräsenz des Sponsors bei Hochschulveranstaltung,
- Verkauf von Merchandising Artikeln,
- Besondere Möglichkeiten der Personalrekrutierung,
- Einräumung von Auftragsforschungskapazitäten (siehe
Forschungskooperationen).
Die Gegenleistungen sollten immer individuell auf und mit dem Sponsor
abgestimmt werden. Dennoch ist es sinnvoll einen Katalog möglicher
Gegenleistungen bereit zu halten (
Hermanns, 2001).
Sponsoring ist für Unternehmen in erster Linie eine Form des Marketing. Der
Sponsor verfolgt das Ziel, seine Marke bei Mitgliedern der Hochschule sowie
darüber hinaus bekannt zu machen und auf diese Weise sein Image in der
Öffentlichkeit zu verbessern.
Ein Grund, warum Bildungssponsoring noch nicht sehr verbreitet ist, liegt
darin, dass Hochschulen wenig Öffentlichkeitsarbeit betreiben und damit
Hochschulsponsoring für Unternehmen bisher nur eingeschränkt
publikumswirksam ist. Werbung an der Hochschule sorgt allerdings immer
dafür, dass eine interessante Zielgruppe, nämlich der potenzielle hoch
qualifizierte Arbeitnehmer der Zukunft, erreicht werden kann. Dennoch gilt:
Die Suche nach Sponsoren bietet sich vor allem bei Produkten an, die eine
ausreichende Öffentlichwirksamkeit versprechen (
Mendling, 2004).
Viele Hochschulen sehen Sponsoring als eine Form der Kooperation mit der
Wirtschaft an und verbinden dies mit einer Beschränkung ihrer
Unabhängigkeit. Oft ist es jedoch ein kleiner Schritt vom Sponsoring zur
Forschungskooperation und dem daraus resultierenden Austausch von
Wissenschaft und Praxis (
Mendling, 2004).
- Bei der Kooperation des Tübinger Instituts für Sportwissenschaft mit
der Gmünder Ersatzkasse spielen digitale Medien ein entscheidende Rolle.
Die GEK integriert das Institut in ihr verzweigtes Netzwerk an
Spezialisten, Fachkliniken und medizinischen Instituten. Außerdem soll
innerhalb der Kooperation die GEK-Infodatenbank, erweitert und aktualisiert
werden. Im Gegenzug unterstützt die GEK Sportveranstaltungen der
Universität.