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Qualität im E-Learning

Qualitätsentwicklung stellt einen wichtigen Faktor bei E-Learning Aktivitäten an Hochschulen dar. Es müssen sich sowohl die technischen Werkzeuge, die Lehrszenarien, die Didaktik wie auch die Organisation und Administration einer Qualitätsprüfung unterziehen.
Deshalb ist klar, dass Qualitätssicherung auf verschiedenen Ebenen stattfinden muss (Seufert & Euler, 2004):
 
  1. Auf der Ebene der Studienangebote in Form von Akkreditierung (durch die Hochschule oder extern),
  2. auf der Ebene der Lehraktivitäten und
  3. auf der Ebene der Lernprodukte (Medienprodukte).

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Dokumente und Initiativen, deren Inhalt und Ziel die Sicherung von Qualität im E-Learning darstellt. Außerdem werden Möglichkeiten der Qualitätssicherung auf Hochschulebene dargestellt.

  • Mehr zum Thema Akkreditierung erfahren Sie in einem eigenen Kapitel.
  • Qualitätssicherungsmaßnahmen für die Lehre und für Lernprodukte werden im Bereich Qualitätssicherung in der Kategorie  Didaktisches Design vorgestellt.
  • Ein weiterer Aspekt der Qualitätssicherung stellen technische Standards dar. Auch hierzu finden Sie ein eigenes Kapitel im Portal.

Spezifikationen für Qualität

PAS

Die PAS (Publicly Available Specification) 1032-1 und 2 zur Aus- und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung von E-Learning wurde im Februar 2004 vom Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) vorgestellt. Mit diesen allgemein zugänglichen Spezifikationen werden Standards beschrieben, die den kompletten Entwicklungszyklus eines E-Learning-Angebots umfassen bis hin zum Vertrieb. Außerdem werden Kriterien zur Prüfung der Qualität von E-Learning-Produkten zur Verfügung gestellt.
  • PAS 1032-1 "Aus- und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung von E-Learning. Teil 1: Referenzmodell für Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung; Planung, Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Bildungsprozessen und Bildungsangeboten"
  • PAS 1032-2 "Aus- und Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung von E-Learning. Teil 2: Didaktisches Objektmodell; Modellierung und Beschreibung didaktischer Szenarien"
Beide PAS können kostenlos beim Beuth Verlag bezogen werden und sind auf der Webseite von DIN unter dem Menüpunkt elearning (VAWI) zu finden.

Qualitätssicherung auf Hochschulebene
  • Auf der Seite des Forums Neue Medien, Österreich finden Sie die Fallstudien verschiedener Hochschulen, die ihre Methoden der Qualitätssicherung darstellen. Außerdem findet man dort auch eine lange Literaturliste zum Thema Qualitätssicherung.
  • Das Wiki des TEC eCDF E-Learning Standards und Guidelines Projekt (Milne & Suddaby, 2005) stellt Richtlinien für die Qualität von E-Learning dar. Die Fallstudien beinhalten jeweils eine Beschreibung des Kontexts, der Change Agents, Hintergründe, Ergebnisse, Nachhaltigkeitsfaktoren, einen Ausblick sowie die für die Fallstudie relevanten Richtlinien für Qualitätsentwicklung.

Qualität sichtbar machen: E-Learning Label und Zertifikate
Ein Ansatz um die Qualität von E-Learning-Produkten oder -Veranstaltungen intern zu sichern und nach Außen kenntlich zu machen ist die Zertifizierung oder Vergabe eines Labels. Wichtig dabei ist, dass die Kriterien transparent gemacht, sachgemäß angewendet und in ihrer Einschlägigkeit empirisch belegt werden. Allerdings werden bisher hauptsächlich Angebote, die kommerziell vermarktet werden mit Zertifikaten oder Labeln versehen. 

Beispiele:
  • An der Charité Berlin wird im Rahmen der Qualitätsentwicklung für E-Learning Kurse ein Zertifikat vergeben. Das " Qualitätssiegel eLearning Charité " wird auf basis eines aus 20 Kriterien bestehenden Prüfkatalogs vergeben. Die Kurse mit Siegel werden auf der Lernplattfor besonders gekennzeichnet.
  • Die TU Darmstadt hat für ihre E-Learning Veranstaltungen ein E-Learning Label eingeführt. Ziel war es zu einer universitätsweiten Definition von E-Learning für alle Fachkulturen zu gelangen. Das Label definiert Merkmale, die als Qualitätsansprüche fungieren sollen. Als Qualitätsziel wurde an erster Stelle die Lernerorientierung von Lehr- und Lernprozessen ausgemacht. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Einblick in den Kriterienkatalog der TU. Sechs von den elf Kriterien müssen erfüllt sein, damit das Label verliehen wird .

Das E-Learning-Angebot dient (Bruder et al., 2006)
  • der Klärung von Lernvoraussetzungen,
  • der Lehr- /und Lernzielspezifikation,
  • der Förderung von Interaktion und Kommunikation,
  • der Individualisierung des Lernwegs,
  • der Lehrevaluation und Lernzielkontrolle,
  • der Förderung selbständigen Lernens,
  • der Aufnahme neuer Inhalte,
  • der Neustrukturierung von Lehrinhalten,
  • der Vielfalt der medialen Darstellung,
  • der Flexibilität des örtlichen und zeitlichen Zugriffs und
  • der Betreuung der Studierenden.

Kompetenzentwicklung zur Qualitätssicherung
E-Learning-Zertifikate werden außerdem Lehrenden für die Erlangung von E-Learning Kompetenz verliehen, wie zum Beispiel in der Workshopreihe der Goethe-Universität in Frankfurt oder der Uni Zürich.

Beispiel: Das Zertifikat eLearning
Das Zertifikat eLearning wird in Kooperation der Universitäten Innsbruck, Salzburg, Graz und Klagenfurt, des Tiroler Bildungsservice, der Kunstuniversität Linz, der Fachhochschulen Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg, der FHS Kufstein, des Pädagogischen Instituts des Landes Tirol und des Management Center Innsbruck angeboten.

Ranking als Qualitätsindikator
Um Studieninteressierten Einblick in die Qualität der Hochschulen zu gewähren werden von Zeit zu Zeit Rankings verfasst. Einen Überblick über einmalige und regelmäßig stattfindende Hochschulrankings erhalten Sie hier.

Qualitätseinschätzung aus Sicht der Studierenden

Auf der Plattform MeinProf.de können Studierende die Qualität ihrer Lehrenden beurteilen.

Initiativen & Organisationen

EFQUEL
Die European Foundation for Quality in E-Learning (EFQUEL) ging aus einem EU Projekt hervor. Mitglieder der Organisation, die von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Zentrum zur Entwicklung der beruflichen Bildung (CEDEFOP) unterstützt wird, sind

  • European Institute for E-Learning (Frankreich),
  • European School Net (Belgien),
  • FIM NewLearning (Deutschland),
  • MENON Network (Belgien),
  • University of Duisburg-Essen (Deutschland) und die
  • University of Reading (England).
Ziel der Organisation ist es, die Qualität des E-Learning an Hochschulen, Schulen wie auch in der beruflichen Weiterbildung in Europa voranzubringen sowie in diesem Bereich Dienstleistungen bereit zu stellen. Die Qualitätskriterien von EFQUEL sind niedergelegt im eQuality Maturity Cycle , der einen Rahmen zur Begutachtung von Qualitätskriterien in Organisationen darstellt .

Q.E.D
Die Qualitätsinitiative E-Learning in Deutschland (Q.E.D.) hat sich zum Ziel gesetzt,
nachhaltig für hochwertige Qualität und neue Standards im E-Learning zu sorgen.
Das Teilprojekt "Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung" wird von der Universität
Duisburg-Essen verantwortlich geleitet. Im Fokus steht hier die Entwicklung
eines Tools, das gleichermaßen für Experten und „Anfänger“ im Bereich Qualitätsmanagement eine Entscheidungsunterstützung in der E-Learning gestützten Aus- und Weiterbildung bietet. Das Qualitäts-Integrations-Tool (QIT) dient als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis.

QSeL
Das Qualitätssiegel E-Learning ist ein Werkzeug zur Qualitätsentwicklung für Aus- und Weiterbildung, das innerhalb einer Initiative entwickelt und im Moment getestet wird. Projektpartner sind die Universität Duisburg-Essen, das MMB Institut für Medien- und Kompetenzforschung, das Centrum für E-Competence, Hagen und die RAG Aktiengesellschaft. Das Qualitätssiegel eLearning überprüft E-Learning-Angebote anhand leitender Prüfindikatoren in elf Qualitätsbereichen.

Weitere Informationen:

  • Ulf-Daniel Ehlers und Jan Pawlowski haben ein Buch zum Thema E-Learning Qualität herausgegeben: Handbook on Quality and Standardisation in E-Learning. Heidelberg: Springer 2006.
  • Auf den Seiten des forums neue medien, einem Kooperationsprojekt der österreichischen Hochschulen, werden innerhalb einer Vertiefung zum Thema Qualitätssicherung Instrumente und Fallstudien vorgestellt.
  • Das Projekt Meca-ODL (Methology for the analysis of quality in ODL through Internet) stellt einen Leitfaden zur Qualitätsanalyse von Open Distance Learning Angeboten (2003) zur Verfügung.
  • Thematisches Dossier von Insight (Observatory for new technologies and education). Hier finden Sie ein thematisches Dossier über Qualitätskriterien von E-Learning, das auf Basis der Ergebnisse eines Treffens des Policy and Innovation Committee (PIC) in Birmingham (16–17 October 2005) entstanden ist.
  • Das Institut for Higher Education listet in seiner Studie „Quality on the Line“ (Phipps & Merisotis, 2000) 24 Qualitätskriterien für den Entwicklungsprozess und die Realisierung von E-Learning Aktivitäten innerhalb von Institutionen auf.

Letzte Änderung: 16.10.2007


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