In dieser Vertiefung werfen wir einen Blick auf unterschiedliche
Organisationsformen, die sich vor allem in folgenden Punkten unterscheiden (
Vgl.
Kleimann Wannemacher, 2004):
- Organisationsstruktur (Leistungsspektrum, Aufgabenzuschnitt),
- personelle und infrastrukturelle Ressourcen,
- Finanzierungs- und Geschäftsmodelle,
- Kooperationsstrukturen,
- mittel- oder langfristige Ausrichtung.
Folgende Organisationsmodelle sind für Supporteinrichtungen denkbar (Vgl.
Kleimann Wannemacher, 2004):
1. Gründung neuer Einrichtungen.
Die Einrichtung wird ausschließlich mit der Planung und Koordination von
E-Learning innerhalb der Hochschule beauftragt. Eine neue Einrichtung erfordert
zusätzliche finanzielle und Personalressourcen. Das Aufgabenfeld muss genau
definiert und koordiniert werden, damit es zu keinen Dopplungen kommt (Kubicek at al., 2004).
2. Die Vernetzung aus (neuen und) bestehenden Einrichtungen, Schaffung
einer Koordinierungsstelle.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Vernetzung bzw. Koordination bestehender
Einrichtungen, die sich mit Aufgaben im Rahmen des E-Learning beschäftigen.
Hierzu gehören in aller Regel Medienzentren, hochschuldidaktische Zentren,
Rechenzentrum und Bibliotheken. Die Vernetzung bedingt allerdings eine
Reorganisation der Strukturen, da eine (Neu-)Abgrenzung der Aufgabenbereiche und
die Schaffung neuer Führungsstrukturen notwendig wird (Kubicek at al., 2004).
3. Umstrukturierung oder Erweiterung einer bestehenden Einrichtung.
Bei der Erweiterung des Aufgabenbereiches bestehender Einrichtungen (z.B.
Medien- oder Hochschulrechenzentren) hin zu E-Learning-Kompetenz- und
-Support-Einrichtungen müssen die bestehenden Kompetenzen gezielt ergänzt
werden, um einseitige Sichtweisen (z.B. zur Technik) zu vermeiden.
4. Sonderfälle.
Sonderfälle stellen universitätsinterne Fördermaßnahmen, Ausgliederung oder
Auslagerung, Ausgründung (Spinn-Off) bzw. die Nutzung externer Dienstleister
oder übergreifender Kompetenzzentren dar. Eine Möglichkeit ist auch die
Kooperationen mit Unternehmen.
Beispiele:
- An der TU Dresden gründeten mehrere Lehrende einen Verein mit dem Titel "
Competence
Unit for Networking and Strategies in eLearning
" (CoUNSel). Der Verein
möchte vor allem die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen E-Learning Akteuren
in den Fachbereichen aber auch zwischen Hochschule und Wirtschaft anregen.
- Die
Servicestelle E-Learning
(ehemals: New Media Net - NMN) am
Rechenzentrum der Universität Freiburg verbindet die Dienstleistungen
verschiedener Institutionen der Universität, die im Multimediabereich tätig
sind. Diese zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um den Medieneinsatz in Lehre,
Verwaltung und Forschung wird zusätzlich von der
Stabsstelle Marketing und
Wissensmanagement
beratend unterstützt.
- Das Multimedia-Kompetenzzentrum (MMCC) der Hochschule Bremen wurde als neue
Einrichtung unterhalb des Rektorats angesiedelt. Mit einer
Multimediasteuerungsgruppe soll es den Einsatz digitaler Medien in der Lehre
steuern und fördern. Den Lehrenden stellt es eine Lernplattform (www.aulis.hs-bremen.de) zur Verfügung auf der alle
digitalisierten Lehrinhalte gesammelt und eine Möglichkeit zur Kommunikation
gegeben werden soll. Technische und didaktische Beratung wird nach Bedarf
angeboten. Zudem besteht ein Qualifizierungsangebot. Auch die
Geschäftsmodellentwicklung in Bezug auf E-Learning-Angebote soll von hier aus in
Kooperation mit den Fachbereichen stattfinden (Kubicek at al., 2004).
- Das
Zentrum für Informations- und Medientechnologien (IMT)
der
Universität Paderborn ging im Oktober 2004 aus dem Zusammenschluss des
Audiovisuellen Medienzentrums (AVMZ) und dem Zentrum IT-Dienste (ZIT) hervor.
Das ZIT wiederum stellte die erste Erweiterung des vormaligen Rechenzentrums
dar.
- An der Universität Basel wurden bestehende Einrichtungen durch das
LernTechNet
vernetzt: Siehe
Fallstudie
Basel.
-
"E-Learning Academic Network" (ELAN)
nannte sich das Förderprojekt des Landes Niedersachsen, das von 2002 bis 2009 durchgeführt wurde. Im Rahmen dieses Förderprojektes wurden in drei Phasen der Aufbau einer Infrastruktur, der Ausbau der standortübergreifenden Zusammenarbeit sowie die Erstellung von Content in verschiedenen Verbundprojekten vorangetrieben.