Strategiepläne - auch Hochschulentwicklungspläne genannt, halten die Ergebnisse von Planungsprozessen schriftlich fest und skizzieren die geeigneten Aktivitäten zur Erreichung der definierten Ziele. Ein strategisches Konzept dient der Hochschule als strukturierter Bezugsrahmen im Organisationsentwicklungsprozess. Im Verlauf der Strategieformulierung müssen Chancen und Risiken sowie Stärken und Schwächen der Hochschule methodisch untersucht werden.
Auch wenn eine hochschulweite Strategie eine entscheidende Stütze für die
Organisationsentwicklung darstellen kann, werden Strategiepläne in der
Hochschulpraxis nur selten proaktiv festgelegt.Im Verlauf der
Strategieformulierung müssen Chancen und Risiken sowie Stärken und Schwächen
der Hochschule methodisch untersucht werden. Auch wenn eine hochschulweite
Strategie eine entscheidende Stütze für die Organisationsentwicklung
darstellen kann, werden Strategiepläne in der Hochschulpraxis nur selten
proaktiv festgelegt.
Strategie intern: Integration eines Konzepts
Die Entwicklung einer Strategie nimmt viel Zeit in Anspruch. Viele
Organisationen kommen nicht über eine pilothafte Auseinandersetzung mit den
Inhalten der Strategie hinaus (
Hohenstein & Tenbusch, 2001). Dass Strategien nicht umgesetzt
werden, kann auch am fehlenden Commitment liegen (
Seufert & Euler, 2004). Für die Realisierung sind Fach-, Prozess-
und Machtpromotoren wichtig, die sich für den Planungsprozess verantwortlich
zeigen sowie über die entsprechenden Managementkompetenzen verfügen.
Ein gemeinsames institutionelles Verständnis über die gewünschten Ziele kann
die Umsetzungen der in der Strategie verankerten Entwicklungsmaßnahmen
erleichtern. Mitarbeiter können innerhalb von Meinungsumfragen,
Strategieworkshops oder hochschulweiten Strategietagen in den Prozess der
Strategiebildung einbezogen werden (
Müller-Böling, 2000). Es ist wichtig, dass innerhalb der Strategie der
Mehrwert und die Potentiale für Hochschullehrende und Studierende
herausgearbeitet werden (
Bremer, 2004). Eine aktive Informationspolitik kann die einzelnen Ziele
und Schritte innerhalb des gesamten Planungsprozesses transparent macht
(Müller-Böling, 2000).
Zielvereinbarungen & Anreizsysteme
Als ein mögliches Element der hochschulinternen Steuerung können
Zielvereinbarungen dienen. Sie verhelfen zu mehr Verbindlichkeit,
Transparenz und Ergebnisorientierung. Auch die Ausschreibung von
Fördermitteln für bestimmte Projekte kann helfen die innerhalb der Strategie
verankerten Ziele zu realisieren.
Beispiele:
- An der Charité besteht ein
Förderprogramm für E-Learning-Projekte. Die Förderdauer
beträgt zwölf Monate. Die Fördermittel stehen für die Beschäftigung einer
studentischen Hilfskraft und für die Vergabe von Aufträgen zur Verfügung.
Alle Projekte können sich außerdem für den E-Learning-Award der Charité
bewerben.
-
Self-Study online
nennt sich das
Förderprogramm für E-Learning Projekte der Uni Stuttgart.
Im Folgenden wird in sieben Schritten die Entwicklung eines Strategieplans
beschrieben (Vgl.
Müller-Böling, 2000):
Phase 1: Initiierung
- Information- und Bekanntmachung
- Unterstützung der Entscheidungsträger sichern
- Verantwortlichkeiten definieren
Phase 2: Leitbild Entwicklung /Formulierung
- Zielsetzung formulieren und transparent machen
- Verabschiedung des Leitbilds durch die Hochschulgremien
Phase 3: Stärken- und Schwächenanalyse (intern, extern)
- Analyse der gegenwärtigen Gesamtsituation
- Erfassung der Ressourcen (Finanzen, Infrastruktur, Personal),
Kapazitäten, Leistungen, Kernkompetenzen und Erfolgspotenziale
- Vergleich mit anderen Hochschulen im In- und Ausland
Phase 4: Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs zur Umsetzung der
strategischen Ziele
In dieser Phase sollten die Ziele gewichtet, konkretisiert und
operationalisiert werden.
Phase 5: Priorisierung und Erstellung eines Handlungskatalogs
Phase 6: Umsetzung
- Ressourcen einsetzen
- Projektmittel bereitstellen
- Qualifizierungsprogramme durchführen
- infrastrukturelle und organisatorische Anpassungen vornehmen, Akteure
identifizieren
Phase 7: strategisches Controlling
Gesamtstrategie
Eine hochschulübergreifende E-Learning Strategie muss definieren, welche
Ansätze und Ziele gefördert und unterstützt werden sollen. Die Strategie
eines Fachbereichs muss dabei mit der Strategie der Hochschule, die
Strategie der Hochschule mit der des Bundeslandes und diese gegebenenfalls
mit nationalen und europäischen Richtlinien (Bsp. Bologna) verbunden und
abgestimmt werden (
Müller-Böling, 2000).
Im Moment überwiegen in den Hochschulen Konzeptionen für einzelne
Teilbereiche. In einer Gesamtstrategie muss darüber nachgedacht werden, wo
sich Schnittstellen finden und gesamtuniversitäre Lösungen entwickeln lassen
(
Bremer, 2004).
Zur Erreichung der in der Strategie definierten Ziele müssen die
erforderlichen organisationalen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Als
Planungsinstrument bei der Umsetzung einer Medienstrategie kann ein
Medienentwicklungsplan
dienen.
Beispiele:
- Die Universität Duisburg-Essen stellt ihre
E-Strategie in 10
Punkten
kompakt auf einer Webseite vor. Dabei werden konkrete
Ziele genannt. Unter dem Punkt "
Strategische
Projekte
"wird zudem transparent, welche Projekte bereits realisiert
wurden.