e-teaching.org   Infobanner
  Login     FAQ     Glossar     Mindmap    
 
e-teaching.org » Projektmanagement » Politische Faktoren » Akkreditierung

Akkreditierung

Die Akkreditierung gewinnt im Rahmen der Bologna Reform immer mehr an Bedeutung. Ein Akkreditierungsprozess kann als eine Maßnahme der Qualitätssicherung betrachtet werden. Er liefert der Hochschule Hinweise über die Qualität der Studienangebote sowie Verbesserungsmöglichkeiten. Auch wenn bisher in Akkreditierungsprozessen E-Learning nicht explizit als Qualitätsmerkmal genannt wurde, wird die Integration von digitalen Medien in Studienprogramme in Zukunft sicher vermehrt zu einem Qualitätskriterium werden.

Das Ziel der Akkreditierungsverfahren ist es, Studiengänge vergleichbar in der Qualität ihrer Leistungen zu machen und somit Transparenz in das differenzierte Studienangebot zu bringen. Neben der Feststellung von Mindeststandards wird bei der Akkreditierung auch berücksichtigt wie studierfreundlich das Angebot und wie erfolgsversprechend die dadurch erlangte Ausbildung ist. Basis der Akkreditierung bilden formale und fachliche Kriterien. Neben Studiengängen werden auch auch Fortbildungsangebote einer Akkreditierung unterzogen. Ein Ziel der Bologna Reform in Bezug auf die Qualitätssicherung ist eine gegenseitige Akzeptanz von Evaluations- und Akkreditierungsverfahren durch die Hochschulen. Vereinbart wurde daher die Erarbeitung eines gemeinsamen Rahmens an Richtlinien durch Hochschulen, nationale Agenturen und das europäische Qualitätssicherungsnetzwerk European Network of Quality Agencies (ENQA).

Die Diskussionen bei Einrichtung eines neuen Studiengangs sowie die Erstellung eines Akkreditierungsantrags führen zwangsläufig zu einer intensiven Reflektion über die Zielsetzung eines neuen Studienangebots. Allerdings ist die Erstellung eine Akkreditierungsantrags auch mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Mehr dazu erfahren Sie im Unterkapitel zum Akkreditierungsantrag .

Bei der Konzeption neuer Studiengänge wird in Zukunft auch die Untersützung mit digitalen Medien zum Beispiel zur Verbesserung der Betreuung und Unterstützung der Selbstlernphasen eine größerer Rolle spielen. In den Richtlinien des Fachhochschulrates für die Akkreditierung von Bakkalaureats-,Magister- und Diplomstudiengängen Österreichs ist bereits der Einsatz von E-Learning als ein Punkt verankert. Die darin enthaltene Checkliste kann als Hilfsmittel bei der Neukonzeption von E-Learning Angeboten - nicht nur für den österreichischen Raum- dienen. 

Das deutsche Akkreditierungssystem

Im Rahmen der Kultusministerkonferenz wurde in den Jahren 1989- 2004 der institutionelle Rahmen der Akkreditierung definiert. Anders als in den meisten europäischen Ländern üblich, entstand in Deutschland ein zweistufiges System, bestehend aus dem Akkreditierungsrat und mehreren Agenturen.

Der Akkreditierungsrat wurde 2005 in die "Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland" umgewandelt und übernimmt im Wesentlichen die folgenden vier Aufgaben:

  1. Akkreditierung von Agenturen auf Zeit (in der Regel für fünf Jahre), die damit
    das Recht erhalten, Studiengänge zu akkreditieren und das Siegel des Akkreditierungsrats zu verleihen,
  2. Überwachung der Aufgabenerfüllung durch die Agenturen und deren Reakkreditierung,
  3. Definition der Mindeststandards für Akkreditierungsverfahren,
  4. Überprüfung von Einsprüchen gegen Entscheidungen der Agenturen.

(Quelle : Beiträge der Hochschulforschung 3, 2005)

Eine Übersicht über die verschiedenen Akkreditierungsagenturen erhalten Sie im Unterkapitel.

Weitere Informationen:

Rechtlicher Stellenwert der Akkreditierung
Dieser weist zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede auf. Unterschieden wird zwischen

  • Akkreditierung als Voraussetzung der staatlichen Genehmigung (z.B. in Niedersachsen),
  • Akkreditierung vor endgültiger Genehmigung nach einer Probephase (z.B. in Bayern),
  • nachlaufende Akkreditierung, zwingend verknüpft mit externer Evaluierung (z.Bsp. in Baden- Württemberg).
E-Learning in der Akkreditierung

Das Projekt DLAE (Special Interest Group for Distance Learning Accreditation in Europe) hat das Ziel, einen Entwurf für ein europäisches Akkreditionssystem für E-Learning und Blended Learning Angebote zu entwerfen. Dabei soll der Schwerpunkt auf die Qualität des pädagogischen Designs der Lenrprogramme gelegt werden. Darin müssen beispielsweise Angaben über die genutze Computerplattform und die verschiedenen Lehr- und Lernmodi für die Präsenz- und Fernlernphasen gemacht werden. Wichtig wird sein, dass verschiedene Lerngewohnheiten einer Gruppe unterstützt werden. Außerdem sollten den Studierenden verschiedene Instrumente für eine problemlose Orientierung in der Bildungseinrichtung (z.B. Support mit kurzen Antwortzeiten) zur Verfügung gestellt werden. Ein Dokument zur Akkreditierung von Distance Learning Angeboten, das sowohl das Verfahren wie auch die Kriterien im Einzelnen darlegt, findet sich auf der Webseite des Pojekts.

Ein weiteres Programm speziell für die Akkreditierung von E-Learning gestützten Studienprogrammen ist das Akkreditierungsprogramm CEL (Programme Accreditation for Technology-enhanced Learning) der European Foundation for Management Development. Es bietet die Möglichkeit zur Zertifizierung von E-Learning gestützten Bildungsprogrammen in der Managmeentausbildung. Das SCIL ist für die Umsetzung des Programms verantwortlich.

Akkreditierungsagenturen
Verantwortlich für das bundesdeutsche Akkreditierungsverfahren ist der Akkreditierungsrat. Dieser akkreditiert nur in Ausnahmefällen selbst Studiengänge. Vielmehr ist er dafür verantwortlich einzelnen Agenturen die Berechtigung zur Akkredition von Studiengängen zu verleihen. Weiter

Akkreditierungsantrag
Jedes Verfahren ist sowohl für die Antrag stellende Hochschule wie auch für die Gutachtergruppen und die Mitglieder der Akkreditierungskommission zeitaufwändig. Begehungen eines Faches umfassen einschließlich der Vorgespräche allein vor Ort je Person zwei Arbeitstage, die Durchsicht der Unterlagen nicht eingerechnet. Weiter

Letzte Änderung: 23.04.2007


Seitenanfang MindMap
 
  Impressum Kontakt Portalinfo