In Polen sind zwei nationale Strategien von der Regierung lanciert worden, die sich unter anderem auf den Einsatz von Medien in der Hochschullehre auswirken.
Als zwei Meilensteine können die
„Strategy of expansion of higher
education in Poland by the year 2010“
und die
“Strategy for
development of continous education until the year 2010“
aufgezählt
werden.
Die erste Strategie umfasst sechs Ziele einer Weiterentwicklung des
polnischen Hochschulsystems, wovon eines die Etablierung von lebenslangem
Lernen und in diesem Kontext insbesondere der Aufbau von
E-Learning-Angeboten ist. Durch eine angemessene Infrastruktur und formelle
Bedingungen soll Distance Learning fester Bestandteil des Hochschulsystems
Polens werden.
Als beratendes Organ wurde ein nationaler Rat gegründet, der durch
wegweisende Konzepte und begleitende Evaluation einen wichtigen Beitrag in
Bezug auf die Entwicklung leisten soll.
Im Rahmen der zweiten Strategie “Strategy for development of continous
education until the year 2010“ wurden konkretere Ziele formuliert: Der
Zugang und die Qualität von Bildung soll verbessert, Kooperationen
geschaffen, mehr Investitionen im Bereich Kompetenzentwicklung getätigt
sowie Informationen und Beratungsdienstleistungen zum Thema lebenslange
Bildung bereitgestellt werden.
Konkret sieht die Strategie in Bezug auf E-Learning die Bildung einer
Infrastruktur vor. Im Einzelnen umfasst die Strategie:
- die Etablierung eines E-Learning-Netzwerkes,
- die Entwicklung eines „polnischen Modells des Distance Learning“,
- die Anpassung von Curricula und Unterrichtsmethoden,
- die Bereitstellung von Datenbanken und Informationssystemen für
verschiedene Zielgruppen
- die Erstellung und Verbreitung von Materialien für Studierende,
Lehrende, Berufstätige usw.
In Polen gibt es kein zentrales Abkommen, das Angebote im Bereich E-Learning
oder der Fernlehre reguliert. Somit besteht auch keine systematische
Qualitätssicherung in diesem Bereich. Außerdem bestehen erhebliche
Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Hochschulen. Staatliche
Hochschulen sind unter anderem aus finanziellen Gründen nicht besonders
flexibel, was die Umsetzung neuer Lehr-Lernkonzepte angeht. Die Herstellung
von E-Learning-Angeboten ist sehr kostenintensiv und es fehlt an
qualifizierten Designern. Hochschulen zeigen sich wenig offen in Bezug auf
Lehrmaterialien anderer Hochschulen. Dazu kommt, dass das Interesse am
Bereich E-Learning in der polnischen Bevölkerung noch relativ gering
ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Infrastruktur sowie formelle
Vorraussetzungen - wie zum Beispiel ein Akkreditierungssystem - noch
weitgehend fehlen.