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Open Access Erklärungen

Grundlage der Open Access Initiative sind die so genannten BBB-Deklarationen von Budapest, Bethesda (US-Bundesstaat Maryland) und Berlin.

Der Budapester Initiative zu Folge bedeutet Open Access, dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können. Damit verbunden sein sollen weder finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung, und in allen Fragen des Copyrights überhaupt, sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren die Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen. Es soll außerdem gesichert werden, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird. (Quelle: http://www.soros.org/openaccess/g/read.shtml).

  • Budapester Erklärung: http://www.soros.org/openaccess/g/read.shtml
  • Bethesdaer Erklärung: http://www.earlham.edu/~peters/fos/bethesda.htm
  • Berliner Erklärung: http://www.mpg.de/pdf/openaccess/BerlinDeclaration_dt.pdf 

Weitere Initiativen:

  • Ein Bündnis von Bibliotheken und Fachgesellschaften, die das freie Publizieren im Internet fördern, stellt DINI dar.
  • Open Access nachhaltig fördern möchte auch der Verein " German Academic Publishers " (GAP), in dem sich die Universität Hamburg und drei weitere deutsche Universitäten sowie sieben Wissenschaftseinrichtungen und Verlage zusammengeschlossen haben.
  • Die niederländische SURFfoundation initiierte eine Internet-Petition, die an die Europäische Kommission appelliert, zu garantieren, dass Ergebnisse öffentlich finanzierter wissenschaftlicher Forschung mit Hilfe von open access auch frei publiziert werden sollen. Die Petition bezieht sich dabei auf Empfehlungen, die aus einer Studie zum wissenschaftlichem Publizieren in Europa aus dem Jahr 2006, die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde.

Der Grüne und der Goldene Weg
Die Open Access-Initiative verfolgt zwei Strategien: den „Grünen Weg“ und den „Goldenen Weg“. Unter dem „Grünen Weg“ wird die Archivierung nach bestimmten Standards durch die Autoren selbst verstanden, unter dem „Goldenen Weg“ die Veröffentlichung in frei zugänglichen Online-Fachzeitschriften. Während die Bethesda-Erklärung unter Open Access im Wesentlichen den „Grünen Weg“ versteht, einschließlich des Rechts zur Bearbeitung und Verbreitung der bearbeiteten Werke, geht die Berliner Erklärung vom Oktober 2003 noch einen Schritt weiter. Nach ihr soll auch der offene Zugang zu dem in Museen, Archiven und Bibliotheken vorhandenen Wissen gewährleistet werden.

Die Berliner Erklärung wurde auf Betreiben der Max-Planck-Gesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Leibniz-Gemeinschaft (WGL), der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sowie dem Wissenschaftsrat verabschiedet. Im Unterschied zu den Deklarationen von Budapest und Bethesda bekennen sich in ihr erstmals Spitzenorganisationen eines ganzen Landes zum Prinzip des Open Access. Inzwischen haben mehr als 150 Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsorganisationen im In- und Ausland die Erklärung unterzeichnet (Sietmann, 2006).

Open Access Erklärungen deutscher Hochschulen:

Reaktionen
Während einige Verlage aus zumeist wirtschaftlichen Gründen die Open Access Initiative ablehnen, reagieren andere indem sie Autoren verschiedene Optionen der Publikation anbieten. Der Springer Verlag veröffentlicht beispielsweise nach einer Einmalzahlung von 3000 Dollar den frei zugänglichen Link zum Volltext unter „Open Choice“. Das Journal Atmospheric Chemistry and Physics (ACP) verlangt dagegen zwischen ca. 20-70 Euro Bearbeitungsgebühr für die Online-Veröffentlichung.

Als alternative Einnahmequelle für Verlage wird das Angebot von selektiven Informationsdiensten angesehen, indem Kunden beispielsweise gezielt Neuigkeiten, Zusammenfassungen oder Rezensionen geliefert oder besondere Suchdienste zur Verfügung gestellt bekommen (Sietmann, 2006).

Beispiele:

  • Das Unternehmen Thomson Scientific führte 2005 den Web Citation Index (WCI) ein, einen speziellen Fachinformationsdienst für die auf institutionellen Publikationsservern abgelegten Aufsätze und OA-Journale. Der Dienst umfasst eine Retrieval- und Zitier-Suchmaschine, automatische Benachrichtigungen (Alerts) und die Vorwärts-Verlinkung, das heißt, er liefert zu einem Dokument die Links zu später erschienenen Veröffentlichungen, in denen das Ausgangsdokument zitiert wird.

Letzte Änderung: 10.10.2007


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