Sichere E-Mail-Kommunikation
Programme zum Empfangen und Versenden von E-Mails, so genannte Mail-Clients,
stellen eines der größten Sicherheitsrisiken für den Datenbestand auf Ihrem
Computer dar. Daher ist es sinnvoll, einige grundlegende Maßnahmen zu
ergreifen, um diese Sicherheitslücke deutlich zu verkleinern.
Informationen rund um die wichtigsten Gefahren oder Ärgernisse im
Zusammenhang mit E-Mail- und Internetbenutzung haben wir für Sie im Artikel
„Spam, Viren und Phishing“
zusammengestellt.
Begriffe wie Spam, Viren, Würmer oder Phishing werden erklärt und
Möglichkeiten zum Schutz vorgestellt.
Eine unerwünschte E-Mail – ob nun gefährlich oder nur ärgerlich – lässt sich
nicht zuverlässig am Absender erkennen. So können Würmer E-Mails mit dem
Absender des befallenen Rechners versenden. Erhalten Sie eine E-Mail von
einer Ihnen bekannten Person, deren Sprache, Stil oder Inhalt nicht zu
dieser Person passt, sollten Sie stutzig werden. Die folgenden Merkmale
geben eine Orientierungshilfe zum Erkennen verdächtiger E-Mails. Indem Sie
selbst beim Verfassen Ihrer E-Mail diese Punkte vermeiden, signalisieren Sie
den Empfängern, dass es sich um seriöse Nachrichten handelt.
- Kein oder allgemeiner Betreff („Ihre Anfrage“)
- Keine direkte Ansprache des Empfängers
- Anhänge (Attachments) werden im Text nicht erwähnt
- Angehängte Dateien sind potentiell gefährlich
Grundsätzlich gilt das weit verbreitete Programm Outlook (
Steckbrief) der Firma Microsoft als anfällig in
punkto Sicherheit, unter anderem weil es Teile des Browsers Internet
Explorer verwendet und so von den bekannten Sicherheitslücken dieses
Programms mitbetroffen ist. Als sicher und gut konfigurierbar gelten z. B.
das
Open Source
-Programm Thunderbird (
Steckbrief) oder der mit dem Apple-Betriebssystem
Mac OS X ausgelieferte Client Mail (
Steckbrief). Um Ihren E-Mail-Verkehr möglichst
sicher zu gestalten, sollten Sie folgende Einstellungen in dem von Ihnen
verwendeten E-Mail-Client vornehmen (nicht alle Clients bieten jede dieser
Einstellungsmöglichkeiten):
- Deaktivieren Sie die Möglichkeit, E-Mails im
HTML
-Format zu verfassen und zu empfangen. HTML kann schädliche
Inhalte transportieren, es gilt daher als guter Stil, E-Mails
ausschließlich als reine Textnachrichten zu versenden.
- Deaktivieren Sie die Funktion, Dateianhänge automatisch auszuführen
sowie das Ausführen von
JavaScript.
- Deaktivieren Sie die Möglichkeit, externe Grafiken nachzuladen. Durch
den Grafikabruf können Informationen übertragen werden, die unbemerkt eine
Empfangs- und Lesebestätigung versenden.
Für das Versenden sensibler Inhalte und Dokumente bietet sich eine
Verschlüsselung der E-Mail mit dem kostenlosen Programm PGP (Pretty Good
Privacy) an, das in den E-Mail-Client integriert werden kann, wenn eine
entsprechende Schnittstelle vorhanden ist. PGP gibt es in einer
kommerziellen, für Privatanwender jedoch kostenlosen Variante (www.pgp.com)
sowie als Open Source-Angebot (www.gnupg.org). Eine Anleitung zur
Installation von PGP finden Sie auf den Seiten des
Unabhängigen Landeszentrums für
Datenschutz Schleswig-Holstein.
Sicherheitseinstellungen im Browser
Insbesondere der sehr weit verbreitete
Browser
Internet Explorer der Firma Microsoft hat immer wieder mit
seinen massiven Sicherheitslücken Schlagzeilen gemacht. Ein besonders hohes
Risiko birgt die
ActiveX
-Technologie. Diese sollte daher deaktiviert werden. Als
Alternative zum Internet Explorer hat sich in letzter Zeit für
Windows-Betriebssysteme der Open-Source-Browser Firefox (kostenloser
Download unter
www.mozilla.com) etabliert. Der mittlerweile auch ohne
Werbung kostenlos erhältliche Browser Opera, der bei vielen beliebten
Funktionen wie z. B. dem Tabbed Browsing oder Mausgesten als Vorreiter gilt,
genießt auch zunehmend Sympathien (
www.opera.com).
Durch einige grundlegende Einstellungen im Browser können Sie das Surfen im
Internet deutlich sicherer gestalten – insbesondere auch im Hinblick auf den
Datenschutz. Im folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Konfigurationen
zusammengestellt.
Halten Sie die Größe des Caches (temporäre Internetdateien) möglichst
gering. Insbesondere bei schnellen Internetverbindungen (Breitband) ist der
ursprüngliche Zweck dieses Zwischenspeichers, bereits besuchte Seiten
schneller laden zu können, zunehmend überholt.
Unter Umständen ist es sinnvoll, den so genannten Verlauf (in Firefox:
Chronik) regelmäßig zu leeren. Dort werden je nach Einstellung die
besuchten Webseiten der letzten Tage, Wochen oder sogar Monate gespeichert.
Problematisch ist dies insbesondere, wenn andere Personen Zugriff auf Ihren
Rechner haben und sich so leicht über Ihre Surfgewohnheiten informieren
können.
Überprüfen Sie die Behandlung von
Cookies. Cookies sind keine ausführbaren Programme und können daher auf
Ihrem Rechner keinen Schaden anrichten. Sie sind jedoch im Hinblick auf den
Datenschutz problematisch, da sie es erlauben, Daten z. B. über Ihre
Surfgewohnheiten zu sammeln. Dabei haben Sie keinerlei Kontrolle darüber,
welche Informationen gesammelt und an wen diese weitergegeben werden.
Langlebige Cookies (persistente Cookies) sind problematischer als so
genannte Sitzungscookies (session cookies), die nach dem Schließen des
Browsers gelöscht werden. Die Lebensdauer persistenter Cookies kann viele
Jahre betragen, sie können eine entsprechend umfangreiche Datensammlung
zusammenstellen. Sinnvoll und seriös eingesetzte Cookies können den Komfort
des Surfens jedoch erhöhen, daher lassen die meisten Browser eine
differenzierte Behandlung der Cookies zu. Es empfiehlt sich, Cookies mit
einer längeren Lebensdauer nur auf Nachfrage zu akzeptieren oder generell
abzulehnen und alle Cookies regelmäßig zu löschen.
Im Internet Explorer finden Sie die genannten Einstellungsoptionen unter
Extras>
Internetoptionen>
Allgemein. Benutzen Sie
Firefox, wählen Sie
Extras>Einstellungen>Datenschutz. Unter
Opera wählen Sie
Extras>Einstellungen>Erweitert>Cookies.
Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, deaktivieren Sie aktive Inhalte wie
Java,
JavaScript,
ActiveX
-Controls und VBScript. Aktive Inhalte sind kleine Programme,
die auf Ihrem Rechner Schaden anrichten und Daten ausspionieren können.
Allerdings werden heute sehr viele Webseiten unter Verwendung aktiver
Inhalte erstellt, so dass das generelle Ausschalten dieser Funktionen Sie
von einem erheblichen Teil des Internet ausschließt. Ein möglicher Ausweg
besteht darin, beim Besuch seriöser Seiten die entsprechenden Funktionen zu
reaktivieren und anschließend wieder auszuschalten. Im Internet Explorer
finden Sie diese Einstellungsoptionen unter
Extras>
Internetoptionen>
Sicherheit>
Stufe anpassen.
Benutzen Sie Firefox, wählen Sie
Extras
>
Einstellungen>
Web-Features. Unter Opera wählen Sie
Extras>Einstellungen>Erweitert>Inhalte.
Bei den diversen Sicherheitseinstellungen sollte die Faustregel gelten, so
viele Funktionen wie möglich zu deaktivieren oder zumindest nur auf
Nachfrage zuzulassen. Achten Sie darauf, Ihren Browser durch Updates oder
das Installieren einer neueren Version aktuell zu halten.
Techniken zur Anonymisierung der Internetnutzung
Möchten Sie vermeiden, allzu aussagekräftige Datenspuren im Internet zu
hinterlassen, können Sie auf verschiedene Techniken zurückgreifen, mit deren
Hilfe der Datenschutz beim Surfen im Internet gewahrt werden kann.
Die kostenlose Plattform P3P (Platform for Privacy Preferences) ist durch
das
WWW-Consortium
(W3C) standardisiert und unterstützt den Internetsurfer
dabei, die Kontrolle über seine persönlichen Daten zu behalten. P3P
ermöglicht einen schnellen Zugriff auf die Datenschutzinformationen einer
Webseite. Mit einem P3P-kompatiblen Browser (z. B. Firefox, Internet
Explorer) kann zudem nach entsprechender Konfiguration die Annahme von
Cookies gesteuert werden. Umfangreiche Informationen zu P3P sowie
Anleitungen zur Installation für verschiedene Browser finden Sie auf den
Seiten des
Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz
Schleswig-Holstein.
Der Dienst AN.ON Online bietet über die kostenlose Software JAP
individuellen Nutzern die Möglichkeit, sich anonym im Internet zu bewegen.
Dies geschieht über den Einsatz von
Proxyservern, die zwischen den Server einer aufgerufenen Webseite und
den Computer des Nutzers (
Client) geschaltet werden. Gegenüber dem Webserver tritt der Proxyserver
als Client auf und schützt so die Identität des Nutzers. Im Rahmen des
AN.ON-Dienstes wird dieser Schutz durch den Einsatz von Verschlüsselungen
und so genannter Mix-Netze ausgebaut. Nähere Informationen sowie die
Möglichkeit zum Download der benötigten Software finden Sie unter
www.anon-online.de.