Verschlüsselungen sind kryptographische Verfahren, die dafür sorgen sollen, dass nur die vorgesehenen Empfänger einer Nachricht diese verstehen können.
Symmetrische Verschlüsselung
Bei der symmetrischen Verschlüsselung, auch konventionelle
Verschlüsselung genannt, wird die Nachricht durch ein bestimmtes Verfahren
so verändert, dass sie nur durch erneute Anwendung des gleichen Verfahrens
lesbar gemacht werden kann. Sender und Empfänger müssen im Besitz des
gleichen Schlüssels sein. Das Verfahren ist so sicher, wie dieser Schlüssel
vor Unbefugten geheim gehalten werden kann. Zudem erhöht sich die Sicherheit
mit steigender Schlüssellänge (in Bit), da der Aufwand einer Brute
-Force-Attacke (alle Kombinationen durchprobieren) von der Schlüssellänge
abhängt. Ein Sicherheitsrisiko ist jedoch bereits, dass der Schlüssel
zunächst zwischen den Kommunikationspartnern ausgetauscht werden muss. Ein
weiterer Nachteil symmetrischer Verschlüsselungsverfahren besteht darin,
dass sehr viele Schlüssel benötigt werden, wenn in einer größeren Gruppe
Nachrichten ausgetauscht werden, jedoch nicht jede Nachricht von jedem
Teilnehmer lesbar sein soll. (Animation zur symmetrischen Verschlüsselung)
Asymmetrische Verschlüsselung
Bei der asymmetrischen Verschlüsselung wird grundsätzlich mit einem
Schlüsselpaar gearbeitet, einem privaten Schlüssel (Private Key) und einem
öffentlichem Schlüssel (Public Key). Daher wird diese Form der
Verschlüsselung auch oft als Public-Key-Verschlüsselung bezeichnet. Beide
Schlüssel ergänzen sich: der öffentliche verschlüsselt, der private
entschlüsselt die Nachricht. Entscheidend bei diesem Verfahren ist, dass aus
Kenntnis des öffentlichen Schlüssels der jeweilige private Schlüssel nicht
ableitbar ist. Aus diesem Grund kann ein Schlüssel öffentlich zugänglich
gemacht werden, mit dem jeder eine Nachricht verschlüsseln kann. Zum
Entschlüsseln ist dann ein geheimer, der private Schlüssel, notwendig. Nur
der Besitzer dieses geheimen Schlüssels ist in der Lage, die mit dem
öffentlichen Schlüssel verschlüsselte Nachricht wieder zu entschlüsseln. (Animation zur asymmetrischen Verschlüsselung)
Hybride Verschlüsselung
Da asymmetrische Verschlüsselungsverfahren aufgrund des hohen
Rechenaufwands sehr langsam sind, werden sie häufig dazu benutzt, die
Sicherheit der symmetrischen Verfahren zu erhöhen, indem der Austausch der
Schlüssel über ein asymmetrisches Verfahren abgewickelt wird. Der Austausch
der eigentlichen Nachricht erfolgt dann über die symmetrische, schnellere
Verschlüsselung.
Zertifizierung und Digitale Signatur
Zentral für die Anwendung asymmetrischer Verschlüsselungsverfahren ist,
dass die jeweils einmaligen Schlüsselpaare (privater und öffentlicher
Schlüssel) natürlichen Personen fest zugeordnet werden. Dies geschieht durch
öffentliche Dienstleister, sogenannte Zertifizierungsstellen. Diese stellen
Zertifikate aus, in denen einer Person ein öffentlicher Schlüssel eindeutig
zugeordnet wird. Das Zertifikat erhält seine Vertrauenswürdigkeit durch die
Signatur der Zertifizierungsstelle: Diese verschlüsselt das Zertifikat dazu
mit ihrem privaten Schlüssel. Indem das Zertifikat nur durch den
öffentlichen Schlüssel der Zertifizierungsstelle lesbar wird, kann der
Empfänger überprüfen, dass das Zertifikat tatsächlich von dieser Stelle
stammt und damit ist die Zuordnung vertrauenswürdig – vorausgesetzt, die
Zertifizierungsstelle genießt entsprechendes Vertrauen. Eine Alternative zu
einer solchen so genannten Public Key Infrastructure (PKI) stellt ein Web of
Trust dar, in dem die Teilnehmenden die Funktion der Zertifizierung
übernehmen. Bei beiden Zertifizierungsformen kann durch bestimmte
mathematische Verfahren überprüft werden, ob die Nachricht unbemerkt
manipuliert wurde. Das Gesamtverfahren wird auch als Digitale Signatur
bezeichnet.
SSL (Secure Socket Layer)
Bei der Übertragung personengebundener Daten im Internet, z. B. beim
Online-Banking oder –Shopping, wird häufig das von der Firma Netscape
entwickelte Verschlüsselungsverfahren SSL angewendet. Dabei wird nicht die
eigentliche Nachricht, sondern das Übertragungsprotokoll (z. B.
http,
ftp) verschlüsselt. Eine SSL-Verbindung kann am ersten Teil der
URL
erkannt werden, die sich von http:// in https:// ändert.
PGP (Pretty Good Privacy)
Das Programm PGP arbeitet mit einem als sehr sicher geltenden hybriden
Verschlüsselungsverfahren. Es ist insbesondere für die Verschlüsselung von
E-Mails weit verbreitet und für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich.
PGP gibt es in einer kommerziellen, für Privatanwender jedoch kostenlosen
Variante (www.pgp.com) sowie als
Open Source
-Angebot (www.gnupg.org). Eine Anleitung zur Installation
von PGP finden Sie auf den Seiten des
Unabhängigen Landeszentrums für
Datenschutz Schleswig-Holstein.