Prinzipiell können alle Funktionen, die ein LMS anbietet, auch selbst
erstellt werden. Dies erfordert jedoch einiges an technischem Know-how und
ist mit einem so erheblichen Entwicklungsaufwand verbunden, dass eine
Eigenentwicklung nur in Ausnahmefällen, wenn z. B. die personellen und
technischen Ressourcen vorhanden sind und eine sehr individuelle Lösung
angestrebt wird, die mit den angebotenen Systemen nicht oder nur schwer
umzusetzen ist, sinnvoll ist.
Eine Zwischenlösung können Lernmanagementsysteme darstellen, die auf
Open Source
-Technik basieren. Da der Quellcode dieser Systeme frei
zugänglich ist, können sie – entsprechende Programmierkenntnisse
vorausgesetzt – nach individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Beispiele
für ein Open Source-LMS sind das an der Universität Köln entwickelte
ILIAS-System
und das an der Universität Göttingen
entwickelte
Stud.IP
-Portal. Hochschulen, Bildungseinrichtungen
und andere Interessenten können diese Systeme kostenlos nutzen und nach
eigenen Vorstellungen weiterentwickeln.
Die Preise für kommerzielle Lernmanagementsysteme sind sehr hoch und
insbesondere für kleinere Universitäten wohl unerschwinglich. Genaue
Preisangaben und –vergleiche sind schwierig, da es sehr unterschiedliche
Lizenzmodelle gibt. Nach
Schulmeister (2003)
muss man für eine Laufzeit von drei Jahren ungefähr
mit 250 000 € rechnen. Gegenüber den kostenlosen Open Source-Produkten kann
hier jedoch davon ausgegangen werden, dass es sich um technisch
ausgereiftere Systeme handelt, die sofort einsatzfähig sind. Zudem kann bei
auftretenden Problemen der Support des Anbieters in Anspruch genommen
werden. Kommerzielle Produkte, die auch an deutschen Hochschulen eingesetzt
werden, sind z. B.
WebCT,
Blackboard
und
Clix.