Ein MUD (Multi User Dungeon) ist ein textbasierter virtueller Raum, in dem mehrere Nutzer miteinander kommunizieren und die Umgebung aktiv mitgestalten können.
MUDs oder MUD-ähnliche Systeme werden auch als MOOs (Multi User Dungeon
Object Oriented) oder MUSH (Mulit User Shared Hallucination) bezeichnet.
Das Haupteinsatzgebiet von MUDs sind rollenbasierte Abenteuerspiele, in
denen den virtuellen Protagonisten verschiedene Möglichkeiten der
Interaktion mit Mitspielern und mit diversen Objekten (z. B. Werkzeuge,
Waffen oder Lebensmittel) zur Verfügung stehen. Die Beschreibung der Räume
ist in den allermeisten MUDs rein textbasiert.
In vielen MUDs müssen die Spieler Aufgaben oder Rätsel lösen. Ziel ist
oftmals, durch die Interaktion mit den Objekten und den Mitspielern
Erfahrungen in Form von bestimmten Charaktereigenschaften oder auch
begehrten Gegenständen zu sammeln. Oftmals besteht für erfahrene Spieler die
Möglichkeit, zum Mitgestalter des MUD aufzusteigen.
Auch wenn MUDs bislang nur in sehr geringem Umfang in der Hochschullehre
eingesetzt wurden, bieten ihre spezifischen Eigenschaften - insbesondere die
gleichzeitige Möglichkeit der Kommunikation und der kooperativen Entwicklung
eines persistenten virtuellen Raums - einige interessante Möglichkeiten.
Nähere Informationen zu den
didaktischen Einsatzmöglichkeiten von MUDs
finden
Sie in der Rubrik Didaktisches Design.
Zugang
Der Zugang zu einem bestehenden MUD erfolgt über ein Telnet-Programm. Ein
solches Programm ist in Windows- und Mac-Betriebssystemen integriert. Diese
einfachen Programme erweisen sich jedoch als recht unkomfortabel, möchte man
sich intensiv an einem MUD beteiligen. Für diesen Zweck werden spezielle
MUD-Clients angeboten, die einige zusätzliche Funktionen wie eine abgesetzte
Eingabezeile oder das Aufrufen zentraler Befehle über ein Menü anbieten.
Kostenlose MUD-Clients sind z. B.
TinyFugue oder Mud Master.
Die Abbildung zeigt den auf
Java
basierenden Client, der von dem beliebten Fantasy-MUD
FinalFrontier
angeboten wird.
Gast im Fantasy-MUD FinalFrontier
Um ein neues MUD zu erstellen sind vertiefte Kenntnisse in
objektorientierter Programmierung sowie Erfahrungen in der
MUD-Programmierung und den hier verwendeten Sprachen notwendig. Die
verbreitetste Sprache zur MUD-Programmierung ist die an C angelehnte
LPC.
Weitere Informationen
- Im Rahmen des an der Universität Paderborn angesiedelten Projekts
open
sTeam
wird eine
Open Source
-Umgebung für den Aufbau und die Pflege virtueller
Wissensräume entwickelt, die sich konzeptionell stark an die Grundidee der
MUDs anlehnt.