Der Begriff Social Bookmarking bezeichnet das Anlegen von Lesezeichen im
Internet. Auf diese Weise können Lesezeichen einer breiten Gemeinschaft von
Nutzern zur Verfügung gestellt oder mit einer Gruppe an Nutzern
gemeinschaftlich bearbeitet und verwaltet werden. Dafür wird einer der im
Netz verfügbaren Social-Bookmarking-Dienste in Anspruch genommen.
Nutzen und Vorteile
Social Bookmarks im Internet bieten den Vorteil von überall und jedem
beliebigen Internetzugang aus aufgerufen und verwaltet werden zu können. Die
eigenen Lesezeichen können so anderen Nutzern der Allgemeinheit zugänglich
gemacht werden. Lesezeichen können aber auch als privat deklariert und nicht
öffentlich gemacht werden. Ob man das Angebot in voller Breite oder allein
für die persönliche Lesezeichenliste im Internet nutzt, bleibt die freie
Wahl des Anwenders. Manche Dienste erlauben über das Teilen der Lesezeichen
hinaus die Indexierung oder auch Bewertung der Lesezeichen durch die Nutzer.
Üblicherweise sind alle Lesezeichen auch als
RSS
-Feed erhältlich. So bleiben Nutzer über neue Einträge in für sie
interessanten Listen informiert. Die Relevanz der Bookmarks richtet sich
nach der Verschlagwortung und Bewertung durch die Community. Die Suche
innerhalb der Dienste, also innerhalb der Lesezeichen aller Nutzer, ist
daher empfehlenswert. Die Suchergebnisse sollten maschinell selektierte
Ergebnisse einer üblichen Suchmaschine übertreffen. Die meisten
Bookmark-Dienste bieten auch einen Zugang zu gesuchten Inhalten über
Tag-Clouds. Und bereits die Anzahl der Ergebnisse und Links ist geringer
und selektierter, da nicht jede beliebige Website automatisch eingelesen und
verlinkt wird, sondern die Lesezeichen ausschließlich manuell angelegt
werden. Ihr „Wert“ wird dann zusätzlich noch von der Community anhand
weiterer menschlicher Beurteilungskriterien eingestuft.
Beispiele für Social Bookmarking-Dienste
Eine der meist genutzten Webanwendungen für Social Bookmarking heißt
delicious.com (früher del.icio.us).
Dieser englischsprachige Dienst hat eine Vorreiterstellung in diesem Bereich
und über eine Million angemeldeter Nutzer. Im deutschsprachigen Raum ist
beispielsweise
Mister Wong
sehr beliebt. Hier kann jeder angemeldete
Nutzer sein eigenes Profil erstellen, seine Lesezeichen ablegen, Lesezeichen
bewerten, Schlagworte vergeben, mehrere Schlagworte einem übergeordneten
Schlagwort zuweisen, ein Netzwerk von Freunden aufbauen oder in den
vorhandenen Lesezeichen stöbern.
Beispiel: Websites von Social Bookmarking-Diensten
Technik
Das Anlegen eines neuen Lesezeichens ist über die Website des
betreffenden Dienstes möglich, auf der man sich als angemeldeter Nutzer bis
zum Eintragungsformular durchklickt. Eine Erweiterung des
Browsers, die mit dem Dienst kommunizieren kann, vermag diesen Vorgang
zu beschleunigen. Mit entsprechenden
Cookies
für die automatische Anmeldung werden Lesezeichen rasch online
angelegt. Zum Beispiel öffnet die Schaltfläche der Erweiterung für den
Dienst "Mister Wong" ein
Popup, um ohne große Umwege ein Lesezeichen anlegen zu können:
Erweiterung des Browsers: Internet-Lesezeichen schnell
erstellt
Solche Erweiterungen sind allerdings noch nicht für alle Dienste und
Browser verfügbar. Jedoch weisen
Icons
am Rand eines Webdokuments dem Anwender häufig bereits den Weg zu
den beliebtesten Social Bookmarking-Diensten, um das Erstellen eines
Lesezeichens zu vereinfachen. Innerhalb der Seiten des Portals
e-teaching.org können diese Icons durch einen Klick auf die Schaltfläche
Bookmark in der rechten oberen Ecke des Inhaltsbereiches eingeblendet
werden.
Beispiel: Icons für Social-Bookmarking-Dienste
Dem nicht-registrierten Besucher steht meist nur die Suche innerhalb der
Lesezeichen eines Social Bookmark-Dienstes zur Verfügung. Erst der
registrierte und angemeldete Nutzer erhält die Rechte, Lesezeichen anlegen,
indexieren, bewerten, das eigene Profil verwalten oder sich über das System
mit anderen Anwendern austauschen zu dürfen.
Beispiele
An Hochschulen kommen Bookmarking-Dienste insbesondere an Bibliotheken
zum Einsatz:
- Der Katalog der
Universitätsbibliothek Köln
erlaubt das Anlegen einer
Merkliste sowie eine Übertragung der Merkliste in den Bookmarking Dienst
BibSonomy.
- Der Dienst
LibraryThing
erlaubt Nutzern ihren eigenen Buchkatalog
anzulegen. Dabei können Nutzer die Informationen aus Bibliotheken und
anderen Datenbanken einbinden. Das System erlaubt es, Materialien mit Tags
und Bewertungen zu versehen sowie Buchlisten in einem Blog zu
veröffentlichen.
- Alle
digitalen Hochschulschriften der Ludwig-Maximilian
Universität
werden automatisch in die Social-Bookmarking-Plattform
Connotea
eingepflegt. Bei jedem Dokument besteht die
Möglichkeit über eine Schnittstelle direkt auf Connotea zuzugreifen und
sich bereits vergebene Schlagworte (Tags ) anzeigen zu lassen oder diese zu
ergänzen.
Weiterführende Informationen