Die Radio Frequency Identification, kurz RFID, hat im Wesentlichen zwei
Hauptanwendungsbereiche: Zum einen kann damit eine kontaktlose
Identifizierung und Erkennung von Personen (oder anderen Lebewesen) und
Gegenständen sowie davon abgeleitet deren Lokalisierung erfolgen. Zum
anderen kann die Technologie zur automatischen Erfassung und Speicherung von
Daten und Informationen verwendet werden und dadurch deren Verwaltung
erheblich vereinfachen.
Die Technologie
Wie der Name schon andeutet ist das physikalische Grundverfahren, auf dem
die RFID-Technologie basiert, die Datenübertragung mit Hilfe bestimmter
elektromagnetischer Wellen - den Radiowellen. Die Daten werden dazu auf
speziellen Chips, sogenannten Transpondern, gespeichert, die an oder in dem
zu identifizierenden Objekt befestigt sind. Mit Hilfe spezieller Lesegeräte
werden die auf den Transpondern hinterlegten Daten ausgelesen und zur
Weiterverarbeitung an Datenbanken o. ä. weitergeleitet. Der Transponder
erkennt eingehende Signale des Lesegeräts und kann diese automatisch
beantworten.
Die Energieversorgung der Transponder erfolgt entweder durch die
empfangenen Funkwellen des Lesegerätes - man spricht in diesem Fall von
passiven Transpondern - oder bei aktiven Transpondern durch eine in den
Transponder eingebaute Batterie. Vor allem Preis und Reichweite sind die
entscheidenden Faktoren, die für oder gegen den Einsatz bestimmter Arten von
Transpondern sprechen.
Einsatzbereiche
Im Bereich der Fahrzeugerkennung wird schon seit einiger Zeit auf
RFID-Systeme zurückgegriffen. Dazu werden RFID-Transponder an
Nummernschildern von Autos angebracht. Auf diese Weise lassen sich z.
B. Mautsysteme technisch einfacher umsetzen. Seit Ende des Jahres 2005
sind in alle neu ausgestellten Reisepässe RFID-Chips integriert, die u. a.
ein digitales Lichtbild und seit Ende 2007 auch digitalisierte
Fingerabdrücke der jeweiligen Person enthalten. Auch zur Tieridentifikation
wird bereits seit einigen Jahren auf unter die Haut implantierte
RFID-Transponder vertraut, die z. B. für die Ausstellung eines
EU-Heimtierausweises erforderlich sind.
Es gibt zahlreiche weitere Anwendungen, die sich hauptsächlich um die
Probleme Zugangskontrolle, Zeiterfassung, Waren- und Bestandsverwaltung
drehen und oftmals eine Reduzierung des logistischen Aufwands durch
Automatisierung als (Neben-)Ziel verfolgen.
Datenschutzrechtlich steht die umfangreiche Verwendung der
RFID-Technologie v. a. im Zusammenhang mit der Speicherung biometrischer
Daten und mit der Personenidentifizierung noch stark in der Kritik, da durch
den Einsatz ein Verlust der informationellen Selbstbestimmung einher geht:
Der Überblick darüber, welche Informationen eine Person zu welchem Zeitpunkt
und vor allem wem preisgibt, geht verloren.
Eine interessante Übersicht über Einsatzszenarien der RFID-Technologie
ist z. B. auf
de.wikipedia.org
zu finden.
RFID in Bibliotheken
In Bibliotheken kann die RFID-Technologie sowohl die Verbuchung der
Medien als auch die Verwaltung des Bestandes erheblich vereinfachen - ein
neuer Markt für derartige RFID-Systeme hat sich bereits gebildet.
Die Medien werden mit speziellen RFID-Etiketten (meistens sind dies passive
RFID-Transponder) versehen und können von Lesegeräten berührungslos, ohne
aufgeschlagen werden zu müssen und zudem in Stapeln erfasst werden.
Ausleihende können die Medien dadurch mit ihren ebenfalls mit RFID-Chip
ausgestatteten Bibliotheksausweisen selbst verbuchen.
Bei der Verbuchung wird neben dem damit verbundenen Eintrag im Benutzerkonto
der oder des Ausleihenden oft auch noch ein sogenanntes Sicherungsbit
deaktiviert, das zur Diebstahlerkennung dient. Wird dieses Bit nicht
deaktiviert, so wird von z. B. in der Nähe des Ausgangs befindlichen
Lesegeräten Alarm gemeldet.
Rückgabeautomaten ermöglichen die Rückgabe der entliehenen Medien unabhängig
von den Öffnungszeiten der Bibliothek. Sortieranlagen retournieren die
Medien anschließend wieder an Ort und Stelle im Regal. Häufig sind die
Regale selbst auch mit Lesegeräten ausgestattet und können dort abgelegte
oder entnommene Medien erfassen ("intelligente Regale"). Auf diese Weise
oder durch am Regal entlang geführte Lesegeräte wird die Überprüfung des
Bestandes auf Vollständigkeit und korrekte Einordnung der Medien (Revision)
automatisiert, was Zeit und langfristig auch Kosten spart.
Auf technischer Seite werden außerdem ein (oder mehrere) Anwendungsserver
zur Datenhaltung sowie eine Bibliothekssoftware benötigt, die durch eine
gemeinsame Schnittstelle von den Lesegeräten mit Daten versorgt wird und
diese aufbereitet.
Es gibt zahlreiche RFID-Systeme für Bibliotheken, die sich in Umfang,
Ausstattung und Kosten stark unterscheiden. Zu den Bibliotheken im
deutschsprachigen Raum, die bereits auf derartige RFID-Systeme umgestiegen
sind, zählen u. a. die Universitätsbibliothek Karlsruhe sowie die
Städtebibliotheken von München, Reutlingen oder Wien.
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