Elektronisches Abstimmungssystem: ARSnova

15.03.2012: ARSnova ist ein Open Source Projek der Fachgruppe WebMedia des Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik der TH Mittelhessen. Die erste Version wurde im Rahmen einer Masterarbeit entwickelt. Im folgenden Blogbeitrag stellt der Pojektleiter Klaus Quibeldey-Cirkel, Professor für Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik an der Technischen Hochschule Mittelhessen das Open Source Audience Response System für die Lehre näher vor.
Die didaktischen Probleme von großen Vorlesungen sind hinlänglich bekannt: fehlende Interaktion zwischen Auditorium und Lehrperson, schwierige Aktivierung der Studierenden, ängstliche Studierende melden sich nicht zu Wort. An amerikanischen Colleges und Universitäten seit langem weit verbreitet, werden nun auch an deutschen Hochschulen zunehmend Audience Response Systeme eingesetzt:
ARSnova ist ein mobiles Abstimmungssystem (mehr zu Audience Response auf Wikipedia).  Der Zusatz „nova“ ist die Kampfansage an die alten, teuren und meist nur für Multiple-Choice-Fragen geeigneten Hardware-Clicker, bekannt aus Quizshows à la Günther Jauch. Das Neue an ARSnova ist die Feedback-Funktion, die es dem Auditorium erlaubt, anonym und jederzeit dem Dozenten mitzuteilen, inwieweit es seinen Ausführungen folgen kann. ARSnova wird zum einen produktiv in der Lehre eingesetzt, zum anderen dient die App als Lernobjekt in der Informatikausbildung.

Um den Wissensstand der Zuhörer/innen einzuholen, werden am Beamer gezeigte Fragen mit dem Handy oder auf dem Laptop anonym beantwortet. Die Ergebnisse der Hörsaal-Abfrage werden als Balkendiagramm am Beamer visualisiert und können so unmittelbar von der Professorin oder dem Professor kommentiert werden. Darüber hinaus kann das Tempo der Informationsvermittlung vom Auditorium zeitnah bewertet wird.

Ansicht der Feedbackfunktion
Es gibt zwar eine Reihe von proprietären und freien ARS-Apps, man sieht ihnen aber schnell an, dass sie nicht von Dozenten aus der Lehrpraxis und für das Lehren konzipiert wurden, sondern von Entwicklern. Das didaktische Konzept und das extrem einfache Design und Handling machen ARSnova einzigartig. Nur durch Eingabe der Session-ID, also ohne Registrierung und E-Mail-Freischaltung, gelangt der Zuhörer mit zwei Klicks oder Taps zum Feedback-Panel. Das Erstellen einer Session und das Anlegen und Freischalten von Fragen ist ein Kinderspiel und wird auch den unsicheren Dozenten nicht aus dem Konzept werfen.

ARSnova versteht sich als „social software“: Es gibt kein hierarchisches Benutzerkonzept. Jeder kann die App zu seinen Zwecken einsetzen, ad hoc eine Session anlegen und mit ein und derselben App alle Funktionen nutzen: als Dozent oder als Zuhörer. Eine Registrierung ist prinzipiell nicht erforderlich, es sei denn, der Dozent will die Teilnahme an Abstimmungen auf die Teilnehmer seines Kurses beschränken. In diesem Fall kann er die Teilnahme an die Mitgliedschaft in einem Kurs auf einer Lernplattform (z. B. Moodle) knüpfen. Die Anonymität bei Abstimmungen und Feedback ist aber auch für angemeldete User garantiert.

Die Software ist Open Source unter der GNU-GPL-Lizenz. Als „Software as a Service“  kann ARSnova von jeder Hochschule kostenlos genutzt werden. Die Anschaffungskosten für Clicker und der Wartungsaufwand entfallen.

Zum Tool ARSnova gelangen Sie unter https://arsnova.eu/mobile
(Für eine korrekte Darstellung von ARSnova benutzen Sie bitte einen WebKit-Browser, z.B. Apple Safari oder Google Chrome.)

Falls Sie an einem Einsatz von ARSnova in Ihrer Lehre interessiert sind, dann schreiben Sie bitte eine Mail an Klaus Quibeldey-Cirkel (klaus.quibeldey-cirkel@mni.thm.de).

Mehr zum Thema Abstimmungssysteme finden Sie auch auf e-teaching.org.

Gepostet von: mschmidt
Kategorie: Partnernews

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