Die Unterstützung der Lehrenden im Bereich E-Learning wird als ein bedeutender Faktor bei der nachhaltigen Implementierung von digitalen Medien angesehen. Für die Lehrenden stellt die Auseinandersetzung mit neuen Medien in erster Linie ein Mehraufwand dar. Auch bei Lernenden können die neuen Unterrichtskonzepte auf Ablehnung stoßen.
Die Akzeptanz und Offenheit gegenüber dem Thema E-Learning wird bedingt
durch den empfundenen Mehrwert und ist abhängig von (vgl.
Seufert & Euler, 2004, S. 42)
• Verständlichkeit und angemessene Komplexität,
• Beobachtbarkeit und Kommunizierbarkeit,
• Subjektivem Nutzen,
• Kompatibilität und Verträglichkeit,
• Erprobbarkeit und Testbarkeit durch kleine Veränderungsschritte.
Für Lehrende und Studierende, Anbieter und Nutzer sollte daher von Seiten
der Hochschule ein umfassendes und kompetentes Beratungsangebot zur
Verfügung gestellt werden. Dabei sollte die Hochschule auch die
Unterschiede in den verschiedenen Fachbereichen berücksichtigen. Bisher gibt
es in technischen Fachbereichen weit mehr E-Learning Angebote als
in den geistes- und erziehungswissenschaftlichen Fachbereichen (Wedekind,
2004).
Die Integration digitaler Medien sollte hochschulweit in Form von
Unterstützungsleistungen und Anreizsystemen aktiv begleitet werden.
Strukturiert beraten
Von einer serviceorientierten Struktur sind viele Institutionen
allerdings noch weit entfernt: Oftmals wissen Hochschulangehörige gar nicht,
welche unterstützenden Angebote, technischen oder finanziellen
Ressourcen Ihnen zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite
erscheint es schwierig Informationen über bereits an der Hochschule
realisierte Projekte zu bekommen. Dies ist allerdings wichtig, um den
Dozierenden zu ermöglichen, sich mit erfahrenen Kollegen
auszutauschen. Eine Aufgabe von Supporteinrichtungen ist es daher, die
interne Kommunikation und Kooperation zu unterstützen.
Allerdings muss dazu erst das vorhandene Angebot koordiniert und evtl.
neu strukturiert werden. Existieren an der Hochschule
verschiedene Einrichtungen, die ihr Angebot von Schulungen,
Services und Beratungen nicht aufeinander abstimmen, kann das bei den
Hilfesuchenden zu Verwirrung führen. Für die Hochschule wiederum
entstehen durch das Parallelangebot Reibungsverluste.
Die Unterstützung kann auf Basis verschiedener Supportstrukturen
stattfinden. Zum Teil geht die Unterstützung von Landesinitiativen aus,
die Aufgaben wie Qualifizierung, Beratung und Information
übernehmen.
- Ein Beispiel ist
ELAN, das
E-Learning Academic Network des Landes Niedersachsen.
- Eine Initiative auf nationaler Ebene ist PlaNet-Et [
http://planet-et.at/
] (Plattform and
Network for Educational Technologies). Es stellt österreichischen
Hochschullehrenden ein weitgehend kostenloses Weiterbildungsprogramm zum
Einsatz digitaler Medien zur Verfügung.
Beratung hat viele Inhalte
Innerhalb der Hochschulen wenden sich die meisten Hochschulangehörigen
bei allen Fragen, rund um die Integration digitaler Medien, zuerst an das
Rechenzentrum. Insbesondere bei technischen Fragen ist dies in
den meisten Fällen der richtige Ansprechpartner. Allerdings hat die
Integration digitaler Medien auch Auswirkungen auf die Didaktik und
Organisationsform von Lehrveranstaltungen. Besonders Beschäftigte aus
technischen und naturwissenschaftlichen Fachbereichen blenden Fragen der
Didaktik gerne aus und interessieren sich in erster Linie für eine
technischen Unterstützung. Aufgabe der Beratungseinrichtung ist es, die
Mitarbeiter zu Fortbildungen in allen Bereichen zu motivieren sowie Brücken
zwischen technischer und didaktischer Fortbildung zu schaffen. Dies kann
über besondere Anreize geschehen. Ziel sollte es sein,
dass Hochschullehrende nicht nur an einer Just-in-time Lösung,
sondern auch an einer grundlegenden Weiterbildung im Bereich digitale
Medien interessiert sind (Albrecht,
Frommann & Phan Tan, 2005).
Beratung im Paket
An einigen Hochschulen konzentriert sich die Beratung in
E-Learning-Kompetenzzentren, die die Kompetenzen der einzelnen zentralen
Einrichtungen bündeln und als zentrale Anlaufstelle dienen. In den
Vertiefungen zeigen wir Ihnen wie verschiedene Angebote, Inhalte und
Einrichtungen für E-Teaching Support an Hochschulen aussehen können.