Nach einer Untersuchung des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag leisten die Programme und Projekte in den Bereichen Schule und Hochschule einen wahrnehmbaren Beitrag zur Verbreitung des E-Learning und zur Vernetzung zahlreicher Akteure auf nationaler und internationaler Ebene. In der Vertiefung wollen wir darstellen, was Bildungseinrichtungen beachten müssen, wenn sie sich an einem EU-Projekt beteiligen wollen.
Ausschreibungen
Im Rahmen des
„Lifelong Learning“-Programms
(LLP)
finden seitens der Kommission alljährlich Ausschreibungen, so genannte
„Calls for Proposals“ statt, auf die sich Konsortien zur finanziellen
Unterstützung ihres Projekts bewerben können. Was die Höhe der Zuschüsse
betrifft, so können diese stark variieren; bei vielen Projekten beschränkt
sich die EU jedoch auf einen Anteil von 50%. Für das Jahr 2007 erfolgten die
Ausschreibungen im Dezember 2006. Die Fristen zur Einreichung eines
Projektsvorschlags variierten zwischen Ende Februar und Ende April 2007
.
Mögliche Schwierigkeiten
Aufgrund der relativ kurzen Einreichungsfristen und der EU-Projekten eigenen
Notwendigkeit, Partner aus anderen Ländern in sein Konsortium zu
integrieren, die Rechtsfähigkeit des Konsortiums zu dokumentieren und ein
gemeinsames Arbeitsprogramm zu erstellen, empfiehlt es sich für
Interessierte, bereits vor der Veröffentlichung der Ausschreibungen in
Brüssel zu sondieren, welche inhaltlichen und formalen Anforderungen zu
erwarten sind. Das kann über offizielle Stellen, etwa über die
Euro Info Centres in Deutschland,
erfolgen oder über professionelle Interessenvertreter, die sich ein
informelles Netzwerk in Brüssel aufgebaut haben, um für ihre Kunden
frühzeitig an möglichst exklusive Informationen zu gelangen. Informationen
darüber, was von einem Konsortium erwartet wird, wenn ein Projekt einmal
bewilligt ist, erhalten Sie auf der
Webseite des
E-Learning-Programms.
Im Rahmen des Programms eLearning (2001-2006) wurde von deutschen
Projektteilnehmern häufig der schwierige Zugang zu den einzelnen Programmen
moniert. Oft mangele es an einem dauerhaften Ansprechpartner in der
Kommission und an rechtzeitigen und erschöpfenden Antworten von dort. Auch
beim Feedback wurde die Rolle der Kommission kritisch gesehen: Angekündigte
Qualitätsmessungen seien ausgeblieben und zu den Abschlussberichten habe es
keine qualitative Rückmeldung gegeben. Schließlich hat die Finanzierung der
Eigenanteile und die Problematik, bei Formfehlern während des Projekts ggf.
ausgezahlte Gelder wieder zurückzuerstatten, vielen Projektteilnehmern
Sorgen bereitet.
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