Nachhaltigkeit

Betriebswirtschaftliche Perspektive
Die Universität Göttingen (ohne Medizin, da für den Krankenhausbetrieb bzw. Universitätsklinika kaufmännische Rechnungslegungsvorschriften, Abrechungsvorschriften usw. schon seit ca. 20 Jahren gelten) wird seit 2001 kaufmännisch über einen Globalhaushalt geführt. Die Sach- und Personalmittel sind wechselseitig deckungsfähig. Budgets sind über die Jahresgrenzen übertragbar. Gegenüber den Drittmittelgebern werden die Verwendungsnachweise aus dem Berichtswesen generiert. Eine Kostenarten- und Kostenstellenrechnung ist etabliert. Drittmittelprojekte werden über Innenaufträge abgewickelt. Eine Bilanzierung findet für die Universität gemäß HGB für große Kapitalgesellschaften statt. Seit 2003 ist auch ein konsolidierter Jahresabschluss mit dem Bereich Humanmedizin gemeinsam zu erstellen.

Mit dem Land wird auf der Basis von Zielvereinbarungen eine jährliche Finanzhilfe vereinbart. Budgetverhandlungen mit den Fakultäten finden auf Jahresbasis statt, und werden auf deren Einrichtungen herunter gebrochen. Teile dieser Budgets werden ab 2006 nach leistungsbezogenen Kriterien vergeben (erst Forschungsleistungen, später Lehrleistung). Ebenfalls findet eine solche Budgetfestlegung durch Budgetplanungen mit den Verwaltungsabteilungen auf Jahresbasis statt. Zusätzlich werden mittlerweile Investitionspläne geführt. Für größere Maßnahmen im Infrastrukturbereich werden Investitionsrechnungen durchgeführt. Der Abschnitt "Leistungserfassung und -verrechnung" beschreibt Methoden der internen Verrechnung personeller und maschineller Ressourcen für die betriebswirtschaftliche oder strategische Orientierung der Zielsysteme.

Die Universität betreibt ihr Baumanagement selbst (vom Neubau bis zur Instandhaltung). Sie partizipiert dabei, soweit möglich, an den HBFG-Verfahren. Die Universität Göttingen kann im Stiftungsmodell auch kreditfinanziert (bis zu einer Obergrenze) investieren.

Prozessoptimierung

Die wesentlichen Projekte in der Informationsverarbeitung der Hochschule (abgesehen vom Austausch der Infrastruktur aufgrund nicht mehr ausreichender Leistungsfähigkeit) sind heute prozessgetrieben. Typische Prozesse, die verbessert werden / wurden:

  • Datenerfassung und -bereitstellung für Studierende von der Bewerbung über den Studienverlauf bis zur Teilnahme an den Alumni-Programmen.
  • Von der Neugestaltung von Prüfungs- und Studienordnungen (Bachelor, Master, PhD) bis zur Abwicklung online-basierter Prüfungsverwaltung für Studierende und Lehrende.
  •  Authentifizierung und Bezahlung über Chipkarten für Mitarbeiter und Studierende (Studierenden- und Mitarbeiterausweis, Selbstbedienungsfunktionen für Studierende, Bezahlfunktionen, Bibliotheksausweis, Zugang).
  • Einfache Konfiguration von Wissenschaftler-Arbeitsplätzen und Zugriff auf spezielle Anwendungsressourcen für den Wissenschaftler.
  • Dezentrales Bestellwesen über EBP
  • Integration SAP
  • Flächendeckendes Facility Management zur Unterstützung von Raumvergabe, Reinigungs-, Sicherheits-, Umzugsplanungen, Netzwerkplänen, bis hin zu Raumkostenverrechungen.

Einheitliche Bereitstellung von IT-Anwendungen
Die IT-Dienstleister am Wissenschaftsstandort Göttingen bieten ihre Leistungsschwerpunkte allen IT-Nutzern des Standorts an, z. B. SAP zur Unterstützung der administrativen Abläufe mit fast 2.000 Endbenutzern; im Einsatz sind die Module HR (14.000 Gehaltsabrechnungen / Monat), FI/CO (mehr als 6 Mio. Buchungen / Jahr) sowie Module für Materialwirtschaft, Instandhaltung etc.

Computer-Aided-Facility-Management (CAFM)
Für die Universität und den Bereich Humanmedizin gemeinsam wurde ein CAFM-Großprojekt mit der Einführung von neun Modulen und einer gleichzeitigen Integration eines Zeichnungsmanagements erfolgreich umgesetzt. Im Ergebnis leistet das Göttinger CAFM-System einen konkreten Beitrag, um die Sparauflagen des Landes Niedersachsen im Rahmen des Hochschuloptimierungskonzeptes (HOK) zu erfüllen.

Zukünftig sind weitere Themen einzelner Bereiche, z. B. des Sicherheitswesen und Umweltschutz, die vor allem prozessorganisatorisch abgebildet und optimiert werden können, zu integrieren.

Gemeinsame Plattform für Forschungs- und Lehrevaluation (FACT)

Seit 2005 nutzt die gesamte Universität gemeinsame Plattformen für Forschungs- und Lehrevaluation. Das System FACTScience unterstützt seit 2001 die interne Forschungsevaluation und die Steuerung forschungsrelevanter Ressourcen. Basierend auf den Erfahrungen im Bereich Humanmedizin werden Ende 2005 in den zwölf nichtmedizinischen Fakultäten wissenschaftlichen Leistungen zunächst in den zwei Bereichen „Publikationen“ und „Drittmittelerträge“ evaluiert und ein Budgetanteil leistungsorientiert vergeben. Damit ist auf Campus-Ebene ein einheitliches System zur Forschungsevaluation der Universität und Humanmedizin sowie dem Geschäftsbereich Informationstechnologie (Humanmedizin) realisiert.

Analog wurde 2005 in Abstimmung zwischen Universität und Humanmedizin mit dem System Evasys eine gemeinsame Plattform für die studentische Lehrevaluation eingeführt.

Leistungserfassung und -verrechnung
In Teilbereichen existiert bereits seit 1993 ein umfassender Dienstleistungskatalog. Die dort beschriebenen Dienste werden ständig aktualisiert, im Rahmen des Abrechnungssystems nach Zeit und Typ erfasst und den Instituten über Arbeitseinheiten ausgewiesen. Der Verbrauch maschineller Ressourcen wird aus Accounting- und Logfile-Informationen zugeordnet. Hierzu gehört z. B. die Abrechnung der Internet-Nutzung der Studierenden, als wesentlicher Deckungsbeitrag für die Kosten des G-WiN-Anschlusses. In anderen Bereichen werden Dienstleistungen derzeit zum Teil auf Basis einer Kosten- und Leistungsrechnung bewertet und angeboten.

In Zukunft werden die von den teilnehmenden Institutionen angebotenen Dienste vereinheitlicht, standardisiert und in einen gemeinsamen Dienstleistungskatalog integriert. Damit wird die Leistungserfassung und gegenseitige Verrechnung mit geringem Aufwand durchführbar.

Qualitätsmanagement

Im Rahmen von GÖ* bildet der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) ein wesentliches Element der Qualitätssicherung von Prozessen und Produkten. Durch permanente Überprüfung der Qualität sämtlicher Prozesse soll die Dienstleistungserbringung in GÖ* im Hinblick auf Nutzerzufriedenheit und Kosteneffizienz optimiert werden. In gemeinsamen Projekten werden die aus Nutzersicht relevanten Kriterien in Teilprozesse, deren Verfügbarkeit automatisiert überwacht und registriert werden kann, zerlegt und mit Sollwerten abgeglichen. Abweichungen führen unter Absprache der Beteiligten zur Beseitigung von Fehlern bzw. zur Verbesserung der jeweiligen Infrastruktur.

Die Entwicklung einer ganzheitlichen IT-Strategie für den Bereich Humanmedizin und ihre Umsetzung in geeigneten IT-Strukturen wird die Prozesse in der Patientenversorgung, Administration, sowie in Forschung und Lehre weiter optimieren. Dabei sollen die Qualitätsaspekte Wirtschaftlichkeit, Richtlinien- und Gesetzeskonformität sowie fachliche Exzellenz der IT berücksichtigt werden.

Nutzerrepräsentanz
Die zentrale Nutzerrepräsentanz am Standort Göttingen erfolgt durch die in der Grundordnung etablierte und 2005 eingerichtete Senatskommission für Informationsmanagement. Dies adressiert Empfehlungen im Sinn der DFG für alle IT- Anwendungsbereiche einschließlich Wissensmanagement und Bibliothekswesen.

Controlling
Derzeitig findet das Berichtswesen noch in vielen Einzelberichten statt. Ein Data Warehouse wird die Einzellösungen zukünftig in Form einer zentralen Datensammlung integrieren und vereinheitlichen. Zur Leistungsevaluation finden in den größeren Fächern spätestens alle fünf Jahre externe Forschungs- und Lehrevaluationen statt. Ab bzw. in 2006 werden flächendeckend die Forschungsleistungen erfasst und berichtet, die Lehrevaluation durch die Studierenden eingeführt und das Erfassen der Prüfungsleistungen und Prüfungsfortschritte der Studierenden umgesetzt.

Systeme und Daten zur Planung und Kontrolle von Studierendenzahlen sind vorhanden. Für das Finanzcontrolling erfolgt eine Budgetplanung und -kontrolle sowohl für die Gesamtuniversität, die Fakultäten, einzelne Einrichtungen als auch für die Verwaltungsabteilungen. Eine Investitions-Planung und -Kontrolle erfolgt bei Investitionen im Bereich der Infrastruktur. Eine Leistungsverrechnung muss durch standardisierte und automatisierte Verfahren zur innerbetrieblichen Leistungsverrechung zwischen einzelnen Einrichtungen noch implementiert werden.

Weiterführende Schriften http://www.gwdg.de/fileadmin/inhaltsbilder/Pdf/Publikationen/GWDG-Berichte/gwdg-bericht-65.pdf ; http://www.gwdg.de/fileadmin/inhaltsbilder/Pdf/Publikationen/GWDG-Berichte/gwdg-bericht-64.pdf

Letzte Änderung: 08.04.2015
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