Making of ... E-Lectures in klarem Deutsch

Zum Themenspecial E-Lectures hat e-teaching.org einen Animationsfilm mit Legetechnik erstellt. Hier erläutern wir die Hintergründe und geben einen Einblick in unsere Erfahrungen.

Die Idee

In einem ca. 2-minütigen animierten Legetechnikfilm sollten E-Lectures und die daraus resultierenden Vorteile erklärt werden. Als Darsteller boten sich unsere hauseigenen Strichmännchen (Idee von Robin Broadfoot, Tübingen) an.

Nach einem Brainstorming konnten wir einen groben Ablauf der Geschichte festlegen. Daraus wurde ein konkreter Text verfasst. Diesen haben wir Szene für Szene in einem Drehbuch grob von Hand gezeichnet.

Die Darsteller

Einige der dargestellten Szenen waren teilweise schon als Illustrationen vorhanden. Die fehlenden Szenen haben wir mit Adobe Illustrator, orientiert an den Vorlagen nachgebaut, bzw. neu kombiniert. Nach der Fertigstellung mit Adobe Illustrator haben wir alle Szenen auf eine einheitliche Größe angepasst und ausgedruckt. Dabei wollten wir, dass Einzelpersonen wie z.B. Peter die gleiche Größe haben wie bei einer Szene mit mehreren Darstellern. Dadurch entstand bei einigen Szenen viel Weissraum und die Darsteller wirken recht klein - ein Punkt den wir bei einer weiteren Fassung ändern würden. Die ausgedruckten Szenen haben wir durch Ausschneiden dann in "Form" gebracht.

Die Technik

Das Institut verfügt über keine Möglichkeit ein "Filmset" auszuleuchten und die uns zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten boten leider ein zu geringes Licht. Deswegen war ein wichtiger Aspekt für den Drehtag das Wetter. Ein klarer, heller Tag mit Wolken vor der Sonne wäre ideal gewesen. Als Kamera hatten wir einen kompakten HD Camcorder von Panasonic und als Stativ ein stabiles Manfrotto im Einsatz. Die Bühne wurde auf einem Tisch (Größe 1 qm) aufgebaut, der mit weissem Papier komplett bedeckt wurde. Die Bühne wurde von oben, fast senkrecht abgefilmt.

Für die Stimme verwendeten wir einen digitalen Handyrecorder von Zoom. Der Schnitt wurde auf einem PowerMac G5 mit iMovie erledigt und das Intro/Outro ist ein Sample aus GarageBand.

Der Drehtag

Nach langem Warten, dachten wir endlich den geeigneten Tag zum Drehen gefunden zu haben. Es war hell, die Sonne schien und es gab Wolken. Leider war es nicht ganz windstill, d.h. die Wolken wanderten, was uns schnell erhebliche Probleme bereitete. Mal gab es Wolken vor der Sonne, mal nicht. Das bewirkte einen deutlich sichtbaren Licht- und Farbunterschied auf dem gefilmten Material. Wir entschieden uns in den Dauerschatten zu gehen, wo die Licht- und Farbunterschiede nicht so dramatisch waren. Nach der ersten kompletten Runde Dreharbeit stellten wir bei der Sichtung des Materials auf dem Rechner fest, dass das Display der Kamera einen deutlich kleineren Ausschnitt angezeigt hatte, als sie tatsächlich aufnimmt. Deshalb war auf dem Bild ein Fuß des Stativs immer deutlich zu sehen. Wir entschieden uns, alles nochmals aufzunehmen.

Die einzelnen Szenen haben wir mehrfach wiederholt, bis wir eine gute Einstellung erhielten. Dabei haben wir die Darsteller von Hand auf die Bühne gelegt oder geschoben. Leider wird jede Bewegung von uns beim Einschieben der Darsteller mit Licht- und Farbunterschieden auf dem gefilmten Material bestraft. Hier wäre ein gut ausgeleuchtetes kleines Studio besser gewesen. Unsere (gezeichneten) bewegten Wolken haben wir an einem Nylonfaden befestigt und an den Enden vor- und zurückgezogen.

Die Vertonung

Aus technischer Sicht verlief die Vertonung am Unproblematischsten. Durch den digitalen Handyrecorder von Zoom und ein ruhiges Zimmer erlangten wir eine gute Qualität für die Stimme. Lediglich das Sprechen selbst erforderte mehrere Durchgänge, da wir nicht wussten, was die optimale Sprechgeschwindigkeit ist.

Der Schnitt

Dieser verlief auch recht einfach. Mit iMovie hatten wir zwar kein professionelles, aber doch völlig ausreichendes Tool für die Bearbeitung. Wir haben sämtliche Szenen gesichtet, uns für die Besten entschieden und diese an die Tonspur angepasst. Dabei stellten wir fest, dass an manchen Stellen zusätzliche Szenen wünschenswert gewesen wären und die Darsteller in einigen Szenen doch etwas klein rüberkommen. Den Gedanken, mehrere Szenen nachzudrehen haben wir verworfen, aufgrund des nicht vorhandenen Studios. Aufgrund der Lichtverhältnisse hätten wir dann alle Szenen nochmals drehen müssen. Mit einer entsprechenden Schnittsoftware, wie z.B. Final Cut Pro hätten wir allerdings auch Korrekturen vornehmen können, um Licht und Farbunterschiede anzupassen.

Aufwand

Beim ersten Versuch einen Legetrickfilm zu produzieren muss mit einem gewissen Aufwand gerechnet werden. Wir mussten uns zuerst mit der Materie "Legetrickfilm" insgesamt auseinandersetzen - und so wird es ja den meisten gehen.

Das Brainstorming, Verfassen des Textes und die groben Drehbuchzeichnungen benötigten etwa 5 Stunden. Das Erstellen und Zusammensuchen der Darsteller erforderte ebenfalls etwa 5 Stunden. Am Drehtag arbeiteten wir ca. 6 Stunden. Die Vertonung erforderte 2 Stunden und der Schnitt nochmals ca. 8 Stunden. Zusammen waren das etwa 26 Stunden Arbeit. Der nächste Film wird mit Sicherheit weniger zeitaufwändig ablaufen, da wir jetzt wissen was es zu beachten gilt und entscheidene Dinge optimieren können.

Fazit

Legetrickfilme sind durchaus mit vertretbarem Aufwand zu erstellen. Abgesehen vom Thema und dem Zweck, der mit einem solchen Film in der Lehre erreicht werden soll, sind einige wenige zentrale technische Aspekte zu beachten, dann steht der Umsetzung wenig entgegen. Kreativität und Spaß sollten akzeptable Ergebnisse garantieren.

Letzte Änderung: 06.10.2015

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