Als Wissenschaft des Lehrens- und Lernens beschäftigt sich die Didaktik mit inhaltlichen Fragen und methodischen Überlegungen zur Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen.
Natürlich sind didaktische Modelle auch bei der Konzeption und Analyse von E-Learning-Szenarien von grundlegender Bedeutung, da sich beim Einsatz von innovativen Lerntechnologien neue Möglichkeiten aber auch Probleme ergeben können. Welches didaktische Modell die Einführung von E-Learning am besten unterstützt, hängt stark von der jeweiligen Fragestellung ab.
Theorien und Modelle der Didaktik
| Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden in Deutschland
eine Vielzahl didaktischer Theorien und Modelle zur Analyse und Planung
von Unterricht entwickelt, die sich auf unterschiedliche
wissenschaftstheoretische Grundlagen stützen und zum Teil ein anderes
Verständnis von Didaktik haben. |
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Zu den wichtigsten didaktischen Modellen zählen (vgl.
auch
Jank & Meyer, 2002
;
Blankertz, 2000):
- Bildungstheoretische Didaktik
- Lerntheoretische Didaktik
- Lernzielorientierter Didaktik
- Aufgabenorientierte-/ handlungsorientierte Didaktik.
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Bildungstheoretische Didaktik (1962-1985)
Die Bildungstheoretische Didaktik basiert auf dem Konzept des klassischen
Bildungsbegriffs und steht damit in der Tradition Humboldts, Pestalozzis und
Schleiermachers. Im Mittelpunkt dieses Konzepts steht die Auswahl von
Unterrichtsinhalten. Der „Lehrende konfrontiert den lernenden mit
Schlüsselproblemen und vermittelt dadurch allgemeine Bildung“ (Jank & Meyer, 1994). Didaktik wird hier als Theorie über die Struktur, Auswahl und
Rechtfertigung von Bildungsinhalten verstanden.
Lehr- Lerntheoretische Didaktik (1965-1980)
Das Berliner Modell der Lehr- und Lerntheoretischen Didaktik wurde in den
sechziger Jahren von Paul Heimann, Günter Otto und Wolfgang Schulze aus der
Kritik an der Bildungstheoretischen Didaktik entwickelt. Beim Konzept des
Berliner Modells werden Unterrichtsstrukturen anhand einer wertfreien
und empirisch-positivistischen Methodik analysiert. Der Unterricht selbst
wird als Zusammenspiel von Zielen, Methoden und Medien beschrieben, wobei
auch gesellschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen. Hier
wird der Lehrende als „Profi“ verstanden, der dem Lernenden zur Mündigkeit
verhilft. Das Berliner Modell wurde später von Wolfgang Schulze zum
Hamburger Modell weiter entwickelt. Didaktik wird hier als Theorie des
Unterrichts und aller ihn bedingenden Faktoren angesehen.
Lernzielorientierter Unterricht (1965-1970)
Das Konzept des lernzielorientierten Unterrichts oder der curricularen
Didaktik entstand im gleichen Zeitraum wie die Lerntheoretische Didaktik.
Lernzielorientierter Unterricht beschreibt ein Konzept, bei dem zuerst die
Lernziele ausgewählt und danach Inhalte, Methoden und Medien festgelegt
werden, wobei Transparenz und Präzision angestrebt werden (Jank & Meyer
1994). Dieses Modell orientiert sich an der wissenschaftstheoretischen
Position des Behaviorismus, der die Bedeutung von beobachtbarem Verhalten
betont (Möller 1999). Die Didaktik wird hier als Theorie der Optimierung von
Lernprozessen verstanden.
Handlungsorientierter Unterricht (ab 1980)
Beim handlungsorientierten oder aufgabenorientierten Unterricht geht es
nicht um die reine Vermittlung von Wissen. Hier steht die Vermittlung
Handlungskompetenzen und die Selbsttätigkeit der Lernenden im Mittelpunkt.
Das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts beschreibt einen
ganzheitlichen und schüleraktiven Unterricht, „in dem die zwischen dem
lehrenden und dem Lernenden vereinbarten Handlungsprodukte die Gestaltung
des Unterrichtsprozesses leiten, so dass Kopf- und Handarbeit der Lernenden
in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht werden können (Jank & Meyer,
1994).
Weitere Informationen
Im Langtext
Didaktische Modelle
finden Sie weitere
Informationen zu einzelnen Konzepten, die im Bereich der
(teil-)virtualisierten Lehre eine Rolle spielen können.