Gestaltungshinweise

Das didaktische Design von Tonaufnahmen muss von der eingeschränkten Rezeptionssituation ausgehen. Das Tonmaterial gibt - anders als textuelle Information - Aufnahme- und Verarbeitungstempo vor.
Kopfhörer

Sprache und Struktur

Bei längeren zusammenhängenden Tondokumenten ist - mehr noch als bei schriftlichen Texten - auf übersichtliche Satzkonstruktionen und klare Bezüge zwischen den Sätzen zu achten. Da der Sprachfluss vorbeirauscht, ist es für Hörer schwieriger, einen Gesamtzusammenhang herzustellen. Deshalb sind sprachliche Strukturierungshilfen - Zusammenfassungen, Markierung von Themenwechsel - notwendig.

Sehr wichtig ist die auditive Gliederung mittels akustischer Signale, Sprecherwechsel oder Musik. Im Strom der auditiven Informationen sind die Hörenden besonders auf Gestaltungselemente angewiesen, die den Aufbau einer kohärenten inhaltlichen Struktur fördern.

Texte sollten nicht zu schnell gesprochen werden: Pausen sind für die Verarbeitung wichtig. Wiederholungen können die Behaltenleistung fördern und ebenso wie Redundanzen von schriftlich und auditiv präsentierter Information die Verarbeitungstiefe erhöhen.

Ton und Multimedia

In multimedialen Lernarrangements sind Audioaufnahmen sinnvoll und recht problemlos mit schriftlichem und visuellem Material zu kombinieren. Ton kann eingesetzt werden, um visuell dargestellte Informationen oder Objekte zu interpretieren. Durch eine entsprechende Verlinkung können auditive und visuelle Informationen optimal zusammenspielen.

Darüber hinaus können Sie dramaturgische Mittel wie Musik, Geräusche oder Hörspielszenen zur Anregung und Motivation verwenden, während begleitendes schriftliches Material das Wissen dazu liefert. In interaktiven Lernumgebungen kann gesprochene Sprache das Einüben von Handlungsabläufen, z.B. bei Simulationen, unterstützen. Die Studierenden hören die nötigen Anleitungen, können gleichzeitig die visuellen Informationen aufnehmen und bestimmte Handlungen nach Anleitung vornehmen.

Authentisches Tonmaterial

Authentischen Tonbeispiele evozieren Emotionen und wirken dadurch besonders anschaulich. Bei der Tonqualität müssen allerdings teilweise Kompromisse gemacht werden. Jedoch kann mit Hilfe der digitalen Technik vielfach nachgebessert werden. Eventuell sollten Sie schwierige Passagen schriftlich annotieren oder parallel ein Transkript anbieten.

Technische Hinweise:

Digitale Tonaufnahmen haben den Vorteil, dass sie problemlos vervielfältigt und über das Internet - oder bei aufwändigeren Produktionen als CD-ROM distribuiert werden können. In der Rubrik Medientechnik erhalten Sie weitere Hinweise zu Produktion und Bearbeitung von Audiodokumenten.

Letzte Änderung: 31.03.2016
Druckansicht