Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, 2010

Im Frühjahr 2010 veröffentlichte das Fraunhofer Institut eine Studie zum Thema „Wissensmanagement 2.0. Erfolgsfaktoren für das Wissensmanagement mit Social Software“. Die eigentliche Online-Umfrage, auf der die empirischen Ergebnisse beruhen, fand allerdings bereits im Sommer 2008 statt.

Titel: Wissensmanagement 2.0. Erfolgsfaktoren für das Wissensmanagement mit Social Software.

Autor(en): Spath, D. & Günther, J.

Ort: Stuttgart

Erscheinungsjahr: 2010

Spath, D. & Günther, J. (2010): Wissensmanagement 2.0. Erfolgsfaktoren für das Wissensmanagement mit Social Software.: Stuttgart

URL: http://wiki.iao.fraunhofer.de/index.php/Wissensmanagement_2.0_-_Erfolgsfaktoren_f%C3%BCr_das_Wissensmanagement_mit_Social_Software

In der ersten Hälfte der Publikationen werden die Erfolgsfaktoren von Social Software anhand von Bezügen auf aktuelle Literatur herausgearbeitet. Für die Beschreibung und Analyse von Einflussfaktoren auf das Wissensmanagement in Organisationen werden die drei Beschreibungsebenen „Unternehmen“, „Gruppen“ und „Mitarbeiter“ als sinnvoll erachtet. Eine zentrale Herausforderung beim Einsatz von Social Software sind die fehlenden Anreize für die Mitarbeiter, das eigene Wissen öffentlich zu machen. Barrieren und Hindernisse zeigen sich hier in drei Bereichen: In den sozial-strukturellen Konstellationen (Persönlichkeit des Mitarbeiters und sozialer Arbeitsumgebung), der Organisation und Kultur des Unternehmens und der verwendeten Technik. Die Studie konzentriert sich ausschließlich auf die sozialen Faktoren, die für den erfolgreichen Einsatz von Social Software in Organisationen notwendig sind. Auf die Technik wird nicht eingegangen.

Anhand der Befragung werden die zuvor dargestellten Erfolgsfaktoren überprüft. Befragt wurden insgesamt 97 TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Unternehmenskontexten zu ihren Erfahrungen mit Web 2.0 Werkzeugen für das Wissensmanagement. Einige Ergebnisse: Am meisten verbreitet sind in den befragten Unternehmen Wikis (in 53% vorhanden) und Social Networks (in 51% vorhanden). Am häufigsten werden die Tools für die interne Kommunikation (75%), die Projektarbeit (72%) und die Wissenssicherung (66%) genutzt.

Als wichtigste Faktoren bei der Einführung von Social Software Anwendungen werden sowohl von Unternehmensseite als auch von den Befragten Multiplikatoren (79%) und Ansprechpartner (62%) angesehen. Auf Organisationsebene erscheint laut Studie eine offene Unternehmenskultur im Sinne einer hohen Einbeziehung und starkem Zusammenhalt maßgeblich für den Erfolg eines webbasierten Wissensmanagements. Im Unternehmen sollten Rahmenbedingungen vorhanden sein, die ein „offenes, gleichberechtigtes und hierarchiefreies Diskutieren innerhalb einer Gruppe positiv beeinflussen“ (S: 78). Bereits bestehende Communities of Practice bilden den idealen Nährboden für die Einführung von Social Software. Die Studie ergibt auch, dass die Bereitschaft sowie die Nutzung von Social Software umso erfolgreicher ist, umso größer die Identifikation mit dem Unternehmen ist (S. 84). Für den Hochschulsektor eine schwierige Voraussetzung. Identifizieren sich viele zwar mit ihrem Fachbereich, jedoch nicht mit der Hochschule – zumeist einem Arbeitgeber auf Zeit. Für den Einsatz von Web 2.0-Technologien an Hochschulen stellt sich bei diesen Ergebnissen außerdem die Frage, wie und wo sich eine offene, gleichberechtigte und hierarchiefreie Lehr-Lernkultur ausbilden lässt.