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Podcast
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Bereits zu Beginn der 90er Jahre wurden Experimente mit der Ton- und Videoaufzeichung von universitären Veranstaltungen sowie dem Einsatz der daraus erstellten Medien in der Lehre gemacht. Jedoch erst mit der Einführung von Podcasts im Jahr 2000 durch Tristan Louis und später Dave Winer, wurde die technologische Grundlage für die Verbreitung von Audio- und Video gelegt.
Der Begriff Podcast setzt sich aus den Wörtern „Broadcasting“ und „
iPod
“,
einem bekannten digitalen Abspielgerät der Firma Apple zusammen. Die
Podcasting-Technologie hat sich schnell verbreitet. Nur fünf Jahre nach der
Einführung wurde das Wort „Podcasting“ vom New Oxford American Dictionary
zum Wort des Jahres gekürt.
Podcasts finden heute in den verschiedensten Bereichen Anwendung: in Medien,
Wirtschaft, Politik und natürlich in der Bildung. Man unterscheidet drei
Typen:
- Audio-Podcasts: Eine Medien-Datei, die lediglich ein Audio-Signal
enthält.
-
Enhanced Podcasts
: Eine Audio-Datei wird durch weitere
Informationsträger (z. B. digitalisierte Folien, Sprungpunkte oder
Hyperlinks) angereichert. Diese Variante eignet sich für Stoff, in dem
die Audio-Information sinnvollerweise durch visuelle Darstellungen
gestützt wird.
-
Video-Podcasts
/
Screencasts
: Neben dem Audio-Signal enthält die Medien-Datei auch
ein Video-Signal.
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Vorteile
Podcasting bedient sich bereits vorhandener Technologien. Neu ist die
Einfachheit der Produktion und Konsumtion. Dies hängt erheblich damit
zusammen, dass viele insbesondere mobile Endgeräte wie MP3-Player und Handys
das Produzieren und Abspielen der Audio- und Video-Dateien unterstützen.
Dies eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten. Die vorteilhaften Eigenschaften
sind:
- Mobiles und flexibles Abspielen der herunter geladenen Podcast-Dateien.
Somit kann nicht nur selbstorganisiertes, sondern auch orts- und
zeitunabhängiges Lernen ermöglicht werden.
- Keine oder geringe Kosten: Mit der entsprechenden Soft- und Hardware
lassen sich Audio-Informationen relativ schnell und günstig produzieren und
vermitteln.
- Effiziente Informationsvermittlung: die Vermittlung von Informationen
über Audio ist besonders geeignet, um Aufmerksamkeit zu erreichen.
Nachteile
Neben den Vorteilen beinhalten Podcasts aber auch nachteilige Aspekte:
- Nicht jeder Inhalt kann durch Podcasts vermittelt werden. Bestimmte
Inhalte, insbesondere naturwissenschaftlicher Disziplinen, können nur
schwer bzw. nicht ohne Veranschaulichungen in Form von Schaubildern,
Graphiken oder visuellen Demonstrationen vermittelt werden.
- Der direkte Kontakt zwischen Lernenden und Lehrenden wird aufgehoben
(insofern der Podcast nicht in die Lehrveranstaltung vor Ort eingebunden
ist).
- Urheberrecht: Auch bei Podcasts muss auf die Einhaltung des
Urheberrechts geachtet werden, insofern die Podcasts nicht über eine
geschlossene Plattform zur Verfügung gestellt werden.
- Störungen: Der Vorteil der mobilen Nutzung birgt auch Gefahren in sich.
Findet Lernen nicht mehr in einem dafür ausgestatteten „Lernraum“ statt,
können auftretende Umweltgeräusche die Konzentration erheblich
beeinträchtigen.
- Einschränkungen: Ebenfalls ein Manko der Mobilität ist, dass zwar
Lerninhalte vermittelt werden können, der Rezipient diese jedoch
möglicherweise nicht verarbeiten kann, da er weder die Möglichkeit zum
Mitschreiben noch zum Nachfragen hat. Allerdings zeigen neuere Studien,
dass die meisten Lerner Podcasts zu Hause nutzen (Brittain et al. 2006).
- Sprachliche/inhaltliche Qualität: Wenn die Qualität, sowohl in
sprachlicher und/oder inhaltlicher Hinsicht nicht den nötigen Maßstäben
entspricht, kann es zu Verständnisschwierigkeiten kommen, die den
Lernprozess erheblich beeinträchtigen.
Gestaltung
Um die Vorteile von Podcasts voll ausschöpfen zu können, müssen einige
Standards und Qualitätsmerkmale gewährleistet sein:
- inhaltliche Qualität des Beitrags (u. a. angemessene
Strukturierung)
- Aufnahmequalität des Beitrags (Lautstärke, Hintergrundgeräusche,
Sprach- und Stimmqualität)
- Qualität der Audio-Datei (einfache Navigation, Dateigröße,
Dateiformat)
- Qualität der Bereitstellung: Auffindbarkeit und Erreichbarkeit der
Datei, Aktualität und Pflege des Distributionskanals.
Einsatzmöglichkeiten
Neben inhaltlichen, formalen und technischen Bedingungen, stellt sich auch
die Frage nach der Einbindung von Podcasts in der Lehre. Ziel der
Integration von Podcasts in Lehrveranstaltungen sind die Distribution von
Informationen, die Interaktion zwischen Nutzern und Systemen oder die
Kollaboration . Denkbar sind folgende inhaltlichen Hauptformen (nach
Nölting, Schnekenburger & Tavangarian, 2006):
- Mitschnitt
- Hörerbeitrag (speziell aufbereitet)
- Hybridform (Podcast mit visueller Anreicherung)
- Lernerproduktion (speziell für das Lernen ausgerichtete
Produktion)
- Interaktive Audio-Anwendung
- Audio-Konferenz
Die unmittelbare Einbindung von Podcasts in die Lehrveranstaltung orientiert
sich an drei didaktischen Konzepten, die für sämtliche
E-Learning-Anwendungen gelten (nach
Bachmann et al., 2002):
- Podcasts als Ergänzungsangebot: Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht
die Präsenzlehre. Podcasts stellen lediglich eine Ergänzung bzw.
Erweiterung (z. B. zusätzliche Informationen zum Seminar) dar, die aber
nicht notwendigerweise in Anspruch genommen werden muss.
- Integration: Die Präsenzlehre steht im Vordergrund, wobei Podcasts fest
in der Lehrveranstaltung etabliert sind. Diese können beispielsweise
verpflichtend als Seminarvor- oder nachbereitung (Audiokommentar zu
Aufgabenstellungen) angeboten werden, als didaktisches Instrument während
des Seminars oder als digitalisierte Vorlesung.
- Virtualisierung: Die Veranstaltung wird primär online ausgerichtet.
Podcasts übernehmen innerhalb der zur Verfügung stehenden
E-Learning-Technologien eine gewichtige Rolle bei der Online-Vermittlung
von Lerninhalten.
Diese drei Möglichkeiten zur Einbindung sind idealtypisch und können je nach
Anforderungen und Zielsetzung einer Lehrveranstaltung variieren.
Beispiele:
- Die Ruhr-Universität Bochum stellt mit ihrem Angebot
RUBcast
verschiedene Lehrveranstaltungen der Hochschule
zur Verfügung.
- Studierende des Instituts für Musik der Universität Kassel haben in
einer Kooperation mit dem Orchester des Staatstheaters Kassel ein
Podcast-Projekt
realisiert.
- An der Universität Frankfurt wird im Bereich der
Erziehungswissenschaften von Studierenden die Podcast-Reihe
"Bildungstalk"
zu Themen der Erziehung und des
E-Learning produziert.
-
Flirtpodcast.de
ist ein Projekt von Dr. Barbara Niedner
und Studierenden der Universität der Bundeswehr München.
Untersuchungsgegenstand des Projektes ist das Flirtverhalten von Frauen in
Kneipen. Die Ergebnisse werden in Podcasts festgehalten.
- Das
Institut für Medizinische Lehre der
Universität Bern
hält diverse Video-Podcasts zu verschiedenen Themen
bereit.
- Die Universitätsbibliothek Freiburg dokumentiert die Vortragsreihe
"Die Samstags-Uni"
als Video- und Tonmitschnitte und
stellt sie zeitnah als Videostream, Podcast und Einzeldownload bereit.
-
E-Learning-Podcast
ist - wie der der
Name- schon sagt ein Podcast zum Thema E-Learning der Uni Zürich.
-
Netzradio
bietet viele Stunden Hör-Beiträge aus der
Köln International School of Design. Dazu zählen Vorlesungen und
Mitschnitte aus diversen Veranstaltungen.
- Der
E-Learning-Podcast der ETH Zürich
erscheint in
monatlichen Episoden und wird vom Network for Educational Technology
produziert, dem E-Learning-Kompetenzzentrum der ET.
- Das
Podcast Portal
ist die zentrale Instanz für die Themen
Audio und Video an der ETH Zürich. Die angebotenen Multimedia Services
richten sich dabei nach der ICT-Gesamtstrategie der ETH Zürich und arbeitet
eng mit verschiedenen internen und externen Fachleuten zusammen.
- Das Portal
Podcampus
ist eine Initiative des Multimedia Kontor
Hamburg. Die Plattform bietet Podcast-Produzenten aus Hochschulen,
Forschungs- und Bildungseinrichtungen aus ganz Deutschland, Österreich und
der Schweiz die Möglichkeit, Beiträge unterschiedlicher Art
einzustellen.
Weitere Informationen:
- Prof. Dr. Morisse und sein Team beschreiben in einem
Langtext
die Erfahrungen, die sie mit Podcasts an der
Universität und FH Osnabrück gesammelt haben. Der Text gibt einen guten
Einstieg in die Podcastproduktion und macht zudem deutlich, was bei der
Erstellung und Einbindung von Podcasts im Bereich Hochschullehre alles
beachtet werden muss.
-
Interview mit Daniel Colman, Director und Associate
Dean des Stanford University's Continuing-Studies Programms, über Pro und
Contra von Vorlesungs-Podcastings.
- Einen Übersicht zum Thema Podcast in der Hochschullehre anhand
praktischer Erfahrungen bietet das
Zentrum zur Unterstützung virtueller Lehre
der Universität Osnabrück
.
-
„Podcasting im Bildungskontext“
ist
ein Blog der Professur für Medienpädagogik an der Uni Augsburg. Im Rahmen
eines Seminars haben die Teilnehmer verschiedene Aspekte des Podcasting
beleuchtet. Die Seminarergebnisse wurden in Audio-Podcasts festgehalten und
veröffentlicht.
-
Urheberrechtliche Fragen
behandelt
eine Vertiefung des Webportals lehrer-online.
- Über das
GEMA-Gebührenmodell für Podcasts
informiert die Seite schulpodcasting.info.
Letzte Änderung:
04.08.2008
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Hinweis
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Podcast University
Vom 3.-4. September 2008 findet die Podcast University statt. Das Thema ist "Podcasts in der Lehre"
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