Bei Planung und Durchführung einer Präsenz- oder Online-Schulung werden
bei der Demonstration von Funktionen und Arbeitsschritten beispielhaft
Daten eingegeben werden, um typische Prozesse oder Aktionen zu zeigen.
Problem
Die Suche nach sinnvollen Beispieldaten kostet Zeit, die während der
Schulung nicht zur Verfügung steht. Weicht man auf sinnfreie
(zufällige) Daten oder Materialien zurück demonstriert man zwar die
Funktionalität eines Programms aber kommuniziert den eigentlichen Zweck
der Funktion uneffektiv. Schlecht gewählte Beispieldaten können zudem
unerwünschte Effekte oder untypische Arbeitsergebnisse verursachen. |
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Rahmenbedingungen
Es können nicht beliebig viele Beispiele während einer Schulung gezeigt werden, daher gilt es, optimale Beispiele zu finden.
Beispiele erfüllen eine wichtige didaktische Funktion zur
Veranschaulichung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Sie sind daher
nicht nur ein Mittel, um durch Programmfunktionen durchzuklicken.
Sinnvolle Beispieldaten demonstrieren nicht nur die Programmfunktionen, sondern veranschaulichen auch
deren Nutzen.
Sinnvolle Anwendungsbeispiele fallen auch erfahrenen Trainern selten
spontan ein, sondern sind das Resultat einer Analyse, in der typische
Eingabedaten gefunden werden.
Ein Beispiel kann sinnvoll, aber umständlich sein, und übermäßig viel Zeit bei der Demonstration beanspruchen.
Lösung
Bereiten Sie Beispiele mit Bedacht vor. Wählen Sie sinnvolle
Eingabedaten und Aktionen, die den typischen Anforderungen der
Zielgruppe entsprechen. Bereiten Sie ggf. Materialien vor (Bilder,
Tabellenwerte), um Erstellungszeiten zu vermeiden, bei denen keine
Kernfunktionen des Softwarepakets demonstriert werden.
Details
Das einfachste Beispiel, bei dem keine relevanten Informationen
ausgelassen werden, ist oft das Beste! Probieren Sie verschiedene
Beispiele aus und entscheiden Sie dann, welches am Besten geeignet ist.
Bei Eingabemasken sollte niemals einfach nur "abc", "xyz" oder
"shfalöksf" eingetragen werden! Wählen Sie ein Beispiel, das der
Semantik des Eingabefeldes entspricht. So wird die Eingabe richtig
assoziiert, sowie Sinn und Zweck werden veranschaulicht.
Bei grafischen Oberflächen sollten Sie nicht einfach loslegen, sondern
zielgerichtet Objekte erzeugen. Kritzeln Sie nicht einfach auf
Zeichenflächen oder erzeugen sinnlos Objekte. Das erzeugt bei den
Teilnehmern bloß den Gedanken: "Schön aber wofür brauche ich das." Wenn
es sich um eine sinnvolle Funktion handelt, dann lässt sich auch ein
sinnvolles Beispiel finden.
Stolpersteine
Durch die viele Mühe, die man in die Wahl eines guten Beispiels steckt,
ist man leicht verführt, dieses um jeden Preis zu nutzen. Doch wie
viele Beispiele eingesetzt werden, hängt einerseits vom Lernfortschritt
der Teilnehmer, zum anderen von der verbleibenden Zeit ab. Wenn Sie für
ein Beispiel länger gebraucht haben als geplant (z.B. wegen vieler
Zwischenfragen), dann lassen Sie einfach das nächste aus. Wenn Sie ein
Chatfenster verwenden, können Sie auch die Teilnehmer fragen, ob Bedarf
für ein weiteres Beispiel besteht oder lieber ein weiterer Bereich
demonstriert werden soll. Also: Beispiele sollten nicht nur eingesetzt
werden, weil sie vorbereitet worden sind. Auch bei der Planung sollten
Sie nicht zögern, Beispiele zu verwerfen wenn Ihnen ein besseres
einfällt - auch wenn Sie schon viel Zeit in die Vorbereitung des
(schlechteren) Beispiels gesteckt haben.
Vorteile
- Didaktisch sinnvolle Beispiele erhöhen die Lerneffektivität
- Entlastung für den Trainer während der Schulung
- Keine unvorhersehbaren Resultate bei der Bedienung der Software
- Gute Beispiele können wieder verwendet werden
- Eine Beispielsammlung ist geeingnet, um die Anzahl
der gezeigten Beispiel an die Voraussetzungen und Interessen der
Teilnehmer anzupassen
Nachteile
- Erhöhter Vorbereitungsaufwand
- Beispiele müssen eventuell für jede Teilnehmergruppe zielspezifisch angepasst werden.