e-teaching.org   Infobanner
  Login     FAQ     Glossar     Mindmap    
   
Vorlesung » Skript

Skript

Traditionelle, textbasierte Skripte werden den Studierenden als Begleitmaterial zu einer Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Sie ermöglichen das Vor- bzw. Nachbereiten von Vorlesungsinhalten, das Einfügen von Notizen, Fragen und Anmerkungen sowie das Wiederholen der Inhalte vor Prüfungen. Ein Vorlesungsskript liegt in der klassischen Form meist als Ausdruck in Papierform vor und kann von den Studierenden erworben oder selbst kopiert werden.

Textbasierte Vorlesungsskripte können für die Studierenden jedoch auch in digitaler Form verfügbar gemacht werden. Hierbei werden die Skripte als Dateien im Internet zur Nutzung bereit gestellt oder direkt auf dem Portal des Lehrstuhls veröffentlicht. Digitale Vorlesungsskripte bieten sich besonders bei Vorlesungen mit großen Teilnehmerzahlen an, um Material zur jeweiligen Veranstaltung an die Studierenden zu verteilen. Für die Lehrenden eröffnet sich durch den Einsatz digitaler Skripte die Möglichkeit, neue Veranstaltungsformen zu schaffen und Elemente des selbstgesteuerten Lernens mit Präsenzveranstaltungen zu verknüpfen. Hierbei dienen die Vorlesungsskripte nicht mehr nur als Begleitmaterial, sondern sind ein fester Bestandteil bei der Vermittlung von Wissensinhalten.

Rahmenbedingungen

  • Ein digitales Vorlesungsskript und begleitende Materialien werden den Studierenden meist zentral über die Homepage der Universität bzw. des Lehrstuhls zur Verfügung gestellt. Dort können sie online bearbeitet, gelesen, ausgedruckt oder heruntergeladen werden.
  • In der Regel werden die Vorlesungsskripte für die Studierenden auf passwortgeschützten Internetseiten bereit gestellt. In diesem Fall müssen die Studierenden mit Logins ausgestattet und über eine Anlaufstelle für mögliche Rückfragen (z.B. bei auftretenden technischen Problemen) informiert werden.
  • Die Studierenden sollten über einen Rechner mit Internetzugang und Browser verfügen. Gegebenenfalls muss der Browser zum Bearbeiten der digitalen Skripte (z.B. eingebundene Animationen, Filme etc.) durch entsprechende Plug-ins ergänzt werden (z.B. Flash Player, Java etc.).

Lösung

Ein digitales Vorlesungsskript kann auf unterschiedliche Weise in eine Veranstaltung eingebunden werden. Traditionell wird den Studierenden ein (digitales) Skript zur Verfügung gestellt, damit Wissensinhalte entsprechend vor- bzw. nachbereitet oder vor einer Prüfung wiederholt werden können. Hierbei handelt es sich bei einem Vorlesungsskript um Begleitmaterial.

Durch den Einsatz eines digitalen Vorlesungsskriptes kann jedoch auch die Struktur einer Veranstaltung aufgebrochen werden. In diesem Fall ist es möglich, die einfache Wissensvermittlung über textbasierte Vorlesungsskripte durchzuführen, mit denen sich die Studierenden flexibel, selbstgesteuert und computergestützt auseinander setzen. Die Wissensvermittlung im Rahmen einer wöchentlichen Vorlesung wird hierbei durch das Selbststudium ersetzt. Der eigentliche Vorlesungstermin wird für Fragen der Studierenden sowie zur Diskussion und Reflexion genutzt, optional können zusätzlich Tutorien oder Seminare zur Inhaltsvertiefung und Wissensfestigung angeboten werden.

Details

Der Interaktionsgrad digitaler Vorlesungsskripte kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Handelt es sich bei einem Skript beispielsweise um eine Word- oder PDF-Datei, ist die Interaktion der Lernenden eingeschränkt. Es besteht zwar die Möglichkeit, weiteres Material wie (Schau-)Bilder, Filme, Animationen, Links und Sprungmarken einzubinden und den Text in passende Kapitel zu unterteilen, der Aufbau des Dokuments bleibt jedoch linear. Ein solches interaktives Textdokument kann von den Studierenden aufgrund seiner begrenzten Dateigröße bequem heruntergeladen und bei Bedarf ausgedruckt werden. Zudem kann offline gearbeitet werden.

Wird ein Vorlesungsskript in Form eines Hypertextes erstellt, muss dieses zwingend online bearbeitet werden und kann in den meisten Fällen weder gespeichert noch ausgedruckt werden. Durch eine Verlinkung und Vernetzung der Wissensinhalte bzw. durch das Setzen von Hyperlinks können jedoch die Interaktionsmöglichkeiten der Lernenden erhöht und eine nicht-lineare, dynamische Rezeption ermöglicht werden.

Stolpersteine

  • Jede Art von Vorlesungsskript sollte lernfördernd und motivierend gestaltet werden – besonders, wenn es die Rolle der Wissensvermittlung übernimmt. Zudem empfiehlt es sich, interaktive Skripte mit einer übersichtlichen Navigation zu versehen, so dass sich die Lernenden orientieren und leicht zurecht finden können. Ausführliche Informationen zur Visualisierung, Navigation und gestalterischen Aufbereitung von Hypertexten finden Sie in der Rubrik Mediengestaltung des Portalbereichs Didaktisches Design.
  • Wird ein digitales Vorlesungsskript zur ausschließlichen Wissensvermittlung eingesetzt, sollte den Studierenden die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Studierenden sowie mit Lehrenden gegeben werden. So können mögliche technische Probleme schnell behoben und (inhaltliche) Fragen zeitnah beantwortet werden (z.B. in Diskussionsforen oder Chats).
  • Um die Studierenden zur Arbeit mit Vorlesungsskripten zu motivieren, sind diese verpflichtend in das gesamte Veranstaltungskonzept einzubinden und müssen für das Bestehen der entsprechenden Veranstaltung erforderlich sein.
  • Wird ein Vorlesungsskript als Hypertext realisiert, sollten zumindest zentrale Inhalte als Printversion in angemessener Dateigröße zum Download angeboten werden.
  • Ein Vorlesungsskript kann auf keinen Fall eine Vorlesung als Präsenzveranstaltung komplett ersetzen. Vielmehr ist es zur Festigung des Wissens notwendig, in direkter Diskussion zwischen Studierenden und Lehrenden das Gelernte zu reflektieren und eventuelle Fragen zu klären. Wird ein Skript daher zur Wissensvermittlung eingesetzt, sollte es auf jeden Fall von einer Präsenzveranstaltung begleitet werden.

Vorteile

  • Die Inhalte digitaler Skripte können zentral aktualisiert werden. Im Gegensatz zur Papierlösung müssen nicht alle Texte neu gedruckt bzw. kopiert werden, sondern können an einer für alle Nutzer zugänglichen Stelle ohne größeren Aufwand gespeichert werden. Dies erspart den Autoren Zeit und Kosten.
  • Über ein zentrales Redaktionssystem können an Hypertexten mehrere Autoren gleichzeitig mitarbeiten. Aktualisierungen bzw. Änderungen werden direkt im System gespeichert.
  • Je nach Interaktionsgrad können sich die Studierenden frei zwischen verschiedenen, untereinander vernetzten Inhalten bewegen. Eine solche Navigation lässt viel Spielraum für das individuelle Lerntempo und Lernverhalten der Studierenden.
  • Vorlesungsinhalte können durch das Einbinden von Verweisen, Animationen, Bildern, Filmen, Hörbeispielen etc. anschaulicher dargestellt werden als in Papierform.
  • Werden Tests zur Überprüfung des Lernerfolges in das Skript eingebunden, ist eine Interaktion zwischen den Lernenden und dem Lernsystem möglich - z.B. bekommen die Studierenden unmittelbar Rückmeldung über richtig oder falsch gelöste Aufgaben, MC-Aufgaben oder Lückentexte können bearbeitet und ausgewertet werden etc.
  • Soll das Skript anstatt einer Vorlesung zur Wissensvermittlung eingesetzt werden, bietet sich die Möglichkeit, das Veranstaltungskonzept zu verändern. Wird eine Veranstaltung entsprechend umstrukturiert, kann der Schwerpunkt einer Präsenzveranstaltung bzw. eines Seminars auf die Diskussion und Reflexion der Wissensinhalte gesetzt werden.

Nachteile

  • Der Besitz eines Rechners mit Internetzugang wird vorausgesetzt. Um Studierenden ohne Rechner oder internetfähiges Endgerät gleiche Chancen zu verschaffen, sollten die Inhalte der digitalen Vorlesungsskripte auch in Printform allgemein zugänglich sein.
  • Langes Lesen am Bildschirm wird als sehr anstrengend empfunden (Geraskov et al. 2004).
  • Das Ausdrucken des gesamten digitalen Materials ist unter Umständen sehr zeit- und kostenintensiv. Bestimmte Teile des Materials, z.B. Filme, Audiobeispiele, zusätzliche Informationen durch das Einbinden von Links können gar nicht ausgedruckt werden.
  • Das gewissenhafte Vor - bzw. Nachbereiten einer Vorlesung anhand eines Skripts kann sehr aufwändig sein und viel Zeit in Anspruch nehmen (Geraskov et al. 2004). Soll dies freiwillig geschehen, muss für ausreichend Lernanreize und Motivation der Lernenden gesorgt werden.
  • Liegt ein Text bereits als Datei vor und muss dieser nur noch in das entsprechende Format gebracht werden, ist damit nur ein geringer Aufwand verbunden. Muss das gesamte Material jedoch erst erstellt oder digitalisiert werden, ist das Erstellen eines interaktiven Skripts sehr aufwändig und häufig mit hohen Kosten verbunden.
  • Soll das Vorlesungsskript die Vorlesung ersetzen und zur eigentlichen Wissensvermittlung eingesetzt werden, muss das Lehrmaterial vollständig didaktisch aufbereitet und konzipiert werden. Das sorgfältige Erstellen eines solchen Skripts ist ebenfalls mit einem hohen Aufwand verbunden.

Beispiele

  • Die Freie Fachschaft WiWi der Universität Tübingen bietet auf ihrer Homepage von Studierenden erstellte Skripte zu verschiedenen Veranstaltungen an. Die Inhalte der elektronischen Skripte sind nicht durch die Lehrstühle autorisiert und sollten daher nur als Hilfsmittel betrachtet werden.
  • Prof. Dr. Oliver Vornberger vom Institut für Informatik an der Universität Osnabrück stellt auf seiner Homepage die Inhalte der Vorlesung „Computergrafik“ als PDF-Datei (in einzelne Kapitel unterteilt und alle Kapitel zusammen als Komplettversion), als Video- und Audioaufzeichnungen sowie die begleitenden Foliensätze zur Verfügung. Die Vorlesungsaufzeichnungen sind zusätzlich auf iTunesU zu finden.
  • Ein Skript aus dem Fachbereich Medizin zum Thema Prinzipien der allgemeinen und speziellen Radiologie ist an der Klinikum der Philipps-Universität Marburg als Hypertext abrufbar.

    Werkzeuge

    Liegen textbasierte Vorlesungsskripte bereits in Papierform vor, müssen diese eingescannt bzw. digitalisiert und z.B. in ein PDF-Dokument umgewandelt werden. Dieses kann anschließend an der entsprechenden Stelle der Homepage eingebunden und den Studierenden zum Download bereitgestellt werden. Ausführliche Informationen zum Vorgehen bei der Digitalisierung eines Textes finden Sie im Portalbereich Medientechnik.

    Muss das digitale Vorlesungsskript erst neu erstellt werden, geschieht dies meist in HTML (Hypertext Markup Language) oder mit Hilfe von Textverarbeitungssoftware (z.B. mit Programmen des Microsoft Office-Pakets). Die textbasierten Elemente des Vorlesungsskripts können in beiden Fällen um Animationen, Grafiken, Darstellungen von Formeln, Video- oder Audiodateien erweitert werden.

    Weitere Informationen

    • Allgemeine Informationen zu unterschiedlichen Hypertextstrukturen, ihren Vor- und Nachteilen sowie Anwendungsgebieten finden Sie im Portal-Bereich Didaktisches Design.
    • Über Kriterien, die Sie beim Verfassen und Formulieren von (Hyper-)Texten beachten sollten, können Sie sich in der Rubrik Mediengestaltung des Portal-Bereichs Didaktisches Design informieren. Informationen zum Erstellen von Navigationshilfen in Hypertexten finden Sie ebenfalls an dieser Stelle des Portals.
    • Werden Hypertexte von mehreren Autoren erstellt, bearbeitet und ergänzt, handelt es sich um Wikis. Weiterführende Informationen zur kooperativen Erstellung und Bearbeitung von (Vorlesungs-)Skripten in Form von Wikis finden Sie im Portal-Bereich Didaktisches Design.
    • Wie stelle ich mein Skript ins Netz ? Eine Beschreibung der Arbeitsschritte, die Sie bei der Veröffentlichung eines Skripts beachten sollten, finden Sie im Portal-Bereich Materialien.
    • Das Informationsportal EmieL der Hochschule Augsburg bietet eine Übersicht an elektronischen Lehrveranstaltungen und Lernprogrammen, geordnet nach (internationalen) Institutionen. Hier finden Sie Lehrangebote der einzelnen Fachgebiete, hauptsächlich digitale Vorlesungsskripte als PDF-Dokumente.

    Letzte Änderung: 22.08.2012


    Kommentare (0)

    Um eigene Kommentare zu verfassen, melden Sie sich bitte an.

    Seitenanfang MindMap
     
      Impressum Kontakt Portalinfo