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Studien

Aktuelle Studien rund ums Thema E-Learning (2014)

Hier finden Sie Hinweise auf aktuelle Studien im Bereich E-Learning und E-Teaching.



 


Johnson, L., Adams Becker, S., Estrada, V. & Freeman, A. (2014). NMC Horizon Report: 2014 Higher Education Edition. Austin, Texas: The New Media Consortium.

Jährlich im Februar gibt das New Media Consortium (NMC) den Horizon Report für den Bereich "Higher Education" heraus, der als eine der weltweit renommiertesten E-Learning-Trendstudien gilt. Vorgestellt werden immer sechs E-Learning-Trends, für die ein Umsetzungszeitraum von 1-5 Jahren vorhergesagt wird. Für das Jahr 2014 werden folgende Trends prognostiziert, unterteilt nach Umsetzungszeiträumen:

  • 1 Jahr oder weniger: Flipped Classroom & Learning Analytics
  • 2-3 Jahre: 3D Printing & Games and Gamification
  • 4-5 Jahre: Quantified Self & Virtual Assistants
Die Studie diskutiert in einem einleitenden Abschnitt Schlüsseltrends, die die Adaption von E-Learning in den Hochschulen beschleunigen könnten. Unterschieden wird hier zwischen sich schnell entwickelnden Trends (die möglicherweise auch schnell wieder verschwinden können), z.B. der Nutzung von Social Media in der Lehre, mittleren und langsamen Trends, etwa datenbasierten, personalisierten Formen von E-Learning. Der darauf folgende Abschnitt geht auf Herausforderungen ein, die den Einsatz von E-Learning behindern können. Unterschieden werden unterschiedlichen Arten von Herausforderungen:
  • "urgent challenges", d.h. Herausforderungen, die "wir verstehen und deren Lösungen wir kennen", etwa die oft geringe Anerkennung von Lehre,
  • "difficult challenges", d.h. Herausforderungen, die zwar bekannt sind, deren Lösungen jedoch schwer fassbar erscheinen, etwa der Wettbewerb, der durch neue Bildungsangebote (wie MOOCs) zwischen traditionellen und neuen Bildungsmodellen entsteht und
  • "wicked challenges", d.h. Herausforderungen, die so komplex seien, dass sie bereits schwer zu definieren sind, z.B. der zunehmende Druck auf das Bildungssystem, der dadurch entstehe, dass zugleich Studierendenzahlen erhöht werden sollen und der Zugang zu Bildung immer offener wird.
Vor dem Hintergrund dieser gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen wird schließlich im 3. Abschnitt ein kurzer Überblick über die prognostizierten E-Learning-Trends gegeben.

Die Studie steht online zum Download zur Verfügung. Seit 2009 erstellt das Multimedia Kontor Hamburg (MMKH) eine deutsche Übersetzung des Reports, die auf der Homepage des MMKH kostenfrei zum Download zur Verfügung steht. Der Blog wissensdialoge.de hat zudem eine deutsche Kurzzusammenfassung des Reports veröffentlicht.




MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung (Hrsg.) (2014): Wenn der digitale Lernassistent uns an die Hand nimmt. Zukunftstrend Adaptives Lernen – ein Überblick. Essen: MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung.

Neben dem jährlichen „MMB Learning Delphi” präsentiert das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung in unregelmäßiger Folge weitere Ergebnisse aus eigenen Forschungsarbeiten, u.a. zu Themen wie Medien- und Arbeitsmarktforschung oder digitales Lernen. Der aktuelle MMB-Trendmonitor I/2014 widmet sich dem Thema „Adaptives Lernen”. Schon früh war mit der Idee des Lernens am Computer auch die Hoffnung verbunden, dass sich "adaptive Lernsysteme" an die Lernbedürfnisse und Lernstile der Nutzenden anpassen. Doch der Stand der Umsetzung solcher Systeme ist bisher ernüchternd. So prognostizierte der Horizon-Report 2014 für die Hochschullehre eine größere Verbreitung digitaler sprachgesteuerter Lern-Assistenten erst in den kommenden vier bis fünf Jahren.

Die MMB-Studie erläutert zunächst die Begriffe „Adaptives Lernen” und „Intelligente tutorielle Systeme” und beschreibt deren Funktionsweise. Danach werden die Ergebnisse einer im Januar 2014 durchgeführten Befragung von E-Learning-Produzenten vorgestellt: Von 51 Unternehmen, die sich an der Online-Befragung beteiligt haben, gaben 24 an, dass sie bereits adaptive Lernsysteme anbieten, weitere 14 planen dies in absehbarer Zeit. Diese Antworten zeigen, dass das Thema „Adaptive Learning” in der E-Learning-Wirtschaft durchaus bereits eine Rolle spielt. Allerdings werden die Kriterien für adaptives Lernen derzeit von den angebotenen Systemen noch in sehr unterschiedlichem Maß erfüllt. Abschließend werden anhand von sechs Thesen Überlegungen zu den Rollen von Lehrenden und Lernenden in der Zukunft vorgestellt. Dabei geht es z.B. um individuelle Grenzen adapativer Systeme - Bevormundung sollte vermieden werden - oder um die notwendige Transparenz. Ergänzend wird eine Liste deutscher und internationaler Anbieter von adaptiven Lernangeboten zur Verfügung gestellt, die in unregelmäßigen Abständen aktualisiert werden soll.

Der aktuelle MMB-Trendmonitor I/2014 sowie alle weiteren Ausgaben stehen auf der Homepage des MMB-Instituts kostenlos zum Download zur Verfügung.



 


Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Hrsg.) (2014): Hochschul-Bildungs-Report 2020. Ausgabe 2014. Essen: Edition Stifterverband - Verwaltungsgesellschaft für Wissenschaftspflege MBH

Der Hochschul-Bildungs-Report 2020 wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Kooperation mit McKinsey & Company herausgegeben. Er soll u.a. Fragen beantworten wie „Welche Hochschulbildung braucht Deutschland im Jahr 2020?”, „Wie bilden wir genug Akademiker aus, damit die Gesellschaft sich weiterentwickeln und die Wirtschaft wachsen kann?” und „Wie können wir die Hochschulbildung besser auf die Bedürfnisse von Studierenden und Arbeitgebern ausrichten?”.
Um diese Fragen zu beantworten, haben die Autorinnen und Autoren gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Hochschulen, Wissenschaft, Wirtschaft und Unternehmen sechs wichtige Handlungsfelder bestimmt: Chancengleiche Bildung, Beruflich-akademische Bildung, Quartäre Bildung (akademische Weiterbildung), Internationale Bildung, Lehrer-Bildung und MINT-Bildung. Für jedes Handlungsfeld gibt es verschiedene Indikatoren (bspw. die Studierquote von Migrantenkindern), die der Report betrachtet. Für die insgesamt 70 Indikatoren wurden ausgehend vom Jahr 2010 Ziele für das Jahr 2020 gesetzt. Das Ausgangsjahr 2010 wurde auf 0 Punkte skaliert; das Zieljahr 2010 auf 100. Um das Ziel zu erreichen muss der Index im Durchschnitt jährlich um 10 Punkte steigen. Der Hochschul-Bildungs-Report verfolgt die langfristige Entwicklung in den sechs Handlungsfeldern und betrachtet jedes Jahr eines der Handlungsfelder schwerpunktmäßig.

Die Ausgabe 2014 analysiert die Index-Werte für das Jahr 2012 und hat den Schwerpunkt „Lehrer-Bildung”. Alle sechs Handlungsfelder liegen hinter den gesetzten Erwartungen von 20 Punkten zurück. Am Besten schneiden die Internationalisierung (Indexwert: 15 Punkte) und Chancengerechtigkeit (14 Punkte) ab. Die Beruflich-akademische Bildung kommt auf 10 Punkte und die MINT-Bildung auf 5 Punkte. Das Handlungsfeld „Lehrer-Bildung” verschlechtert sich von -4 Punkten im Jahr 2011 auf -6 Punkte. Den größten Punktezuwachs von 2011 (4 Punkte) auf 2012 (12 Punkte) hat die Quartäre Bildung (akademische Weiterbildung) zu verzeichnen. Die Flexibilität der Hochschulbildung in Deutschland im Bereich der Fern-, Teilzeit- und Weiterbildungsstudiengänge hat sich positiv entwickelt. Die Zahl der Absolventen von Weiterbildungsstudiengängen ist gestiegen, allerdings machen diese mit 2,2% nur einen kleinen Teilen aller Absolventen aus.
Im Bereich der digitalen Angebote gab es große Erwartungen, die laut Hochschul-Bildungs-Report bisher nicht erfüllt werden konnten. Dazu zählen die Demokratisierung des Lehrens und Lernens, die hohe Abbrecherquote bei Online-Angeboten und fehlende tragfähige Geschäfts- und Finanzierungsmodelle. Dennoch spräche vieles dafür, dass sich die digitale Bildung zu einem attraktiven Wachstumsmarkt wandeln könnte, da es viele Vorteile gibt: Geringe Zugangshürden, unabhängiges Lernen, geringere Studienkosten und die Lernpräferenzen zu Online-Bildungsangeboten der Digital Natives.
Für Hochschulen, Bildungsplattformen und Unternehmen bieten digitale Angebote die Chance, sich auf dem Weiterbildungsmarkt festzusetzen. Dazu müssen allerdings sowohl von den Hochschulen intern die Voraussetzungen geschaffen werden als auch von der Politik entsprechende gesetzliche und strukturelle Rahmenbedingungen sowie Anreize geschaffen werden.

Der vollständige Hochschul-Bildungs-Report mit allen sechs Handlungsfeldern steht zum kostenfreien Download zur Verfügung. Zudem kann er kostenlos beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft bestellt werden.

Letzte Änderung: 29.07.2014


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