Es ist empfehlenswert sich nicht alleine auf den Weiterbildungsmarkt zu wagen, sondern im Verbund mit anderen Weiterbildungseinrichtungen oder professionellen Anbietern aufzutreten.
Das Angebot und die Nachfrage aus einzelnen Fachbereichen auf regionaler
Ebene zu bündeln hat den Vorteil, nicht nur das eigene Angebot zur Verfügung
zu stellen, sondern auch auf bereits entwickelte Angebote anderer
Hochschulen zurückgreifen zu können. Initiativen auf Landesebene (wie die
Virtuelle Hochschule Baden-Württemberg,
Virtuelle
Hochschule Bayern,
Universitätsverbund Multimedia in NRW) bieten in
Deutschland einen formellen Rahmen und haben dabei eine unterstützende,
koordinierende und beratende Funktion. Ein weiterer Vorteil von
Kooperationen kann die Nutzung von bestehenden Vertriebswegen sein. Mögliche
Partner in diesem Bereich können öffentliche aber auch privatwirtschaftliche
Bildungsanbieter sein wie z.B. Volkshochschulen. Kooperationen mit
privatwirtschaftlicher Beteiligung oder auf internationaler Ebene
kommen bisher allerdings seltener vor (Cleuvers, 2003).
- Ein Beispiel für das kooperative Angebot eines Masterstudienganges ist
der "
Master of Health and Social
Management"
der Hochschule Bremen. Der berufsbegleitend angelegte,
englischsprachige Studiengang, der im Sommersemester 2006 gestartet ist und
im Rahmen eines dreijährigen EU-Projekts (Socrates) entwickelt wurde,
umfasst 15 Module, von denen sechs im Blended Learning-Modus mit je einem
Präsenztag pro Modul studiert werden können. Das Angebot wurde mit Partnern
aus Slowenien, Tschechien und Großbritannien erarbeitet.
Zentrale Bildungsportale können den gemeinsamen Vertrieb und die
Vermarktung national sowie international unterstützen (Dohmen & Simons, 2003). Es bestehen mehrere Portale auf Hochschul-
oder Länderebene.
- Ein Beispiel ist der virtuelle Campus Bayern, der einen Überblick über
das Weiterbildungsangebot in Bayern gibt. Allerdings sind die Lieferanten
des Weiterbildungsangebots durchgängig aus der freien Wirtschaft:
http://www.vcb.de/vcb/Presse/mitteilung.php?id=12057.
- Das Weiterbildungsportal WebKollegNRW bietet einen zentralen Zugang von
über 400 qualitativ hochwertigen, internetbasierten Aus- und
Weiterbildungsangeboten von rund 70 Anbietern. Alle Angebote sind anhand
umfangreicher Kriterien evaluiert:
http://www.webkolleg.nrw.de.
- Das Ziel des Projektkonsortiums Content Sharing ist die Entwicklung
innovativer Kooperationsformen zum kommerziellen Austausch von Lernmodulen
zwischen Content-Produzenten und Bildungsinstitutionen:
http://www.contentsharing.com/.
Möglich ist es auch sich innerhalb eines Public Private
Partnership mit einem Unternehmen zusammen zu tun, das ein explizites
Interesse an einem bestimmten (Weiter-)Bildungsangebot hat.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit die Weiterbildungszentren aus der
Hochschule auszugliedern und als selbstständiger Bildungsanbieter
aufzutreten. Allerdings ist damit ein erheblicher Aufwand an Marketing,
Qualitätssicherung und Service verbunden (Cleuvers, 2003).
- Ein Beispiel ist die Multimedia Hochschulservice Berlin GmbH (MHSG),
die im Jahr 2000 gemeinsam von neun Berliner Hochschulen gegründet wurde.
Die Gesellschaft unterstützt die Berliner Hochschulen bei der Herstellung
und Vermarktung von multimedialen Lehrinhalten:
http://www.mhsg.de/.