Geschäftsmodelle

Der Aufbau und die Integration von E-Learning an der Hochschule wirft sogleich die Frage nach der Finanzierung auf. Lange Zeit wurde E-Learning durch Fördermittel von Bund und Ländern im Rahmen von Förderprojekten finanziert. Zum Teil sollten in diesem Rahmen Geschäftsmodelle entwickelt werden, um die langfristige Finanzierung zu sichern. Im Folgenden werden mögliche Finanzierungsmodelle für E-Learning an Hochschulen dargestellt.

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen internen und externen Finanzierungsmodellen. Unter externen Finanzierungsmodellen versteht man Geschäfts- und Kooperationsmodelle; interne Modelle befassen sich mit der strategischen Mittelallokation innerhalb der Hochschule.

Lange Zeit waren der Bund- und die Länder die stärksten Finanzmittelgeber im Bereich E-Learning. Während in der ersten Förderphase hauptsächlich innovative Projekte gefördert wurden, lag in der zweiten Phase der Schwerpunkt auf infrastrukturellen Maßnahmen (Hier finden Sie mehr zur Historie der E-Learning Förderung). 

Interne Finanzierungsmodelle

Besteht eine Finanzierung aus einem hohen Drittmittel-Anteil sollte geklärt werden unter welchen Voraussetzungen die jeweilige Hochschule (Lehrstühle, Institute, Fachbereiche, Hochschulleitung) für eine Weiterfinanzierung der personellen und technischen Ressourcen aufkommen kann (Seufert & Euler, 2004). Alternativ kann über Anschlussfördermöglichkeiten über (Land, Bund, EU, Stiftungen, Unternehmen, Verbände etc.) nachgedacht werden, allerdings müssen dann entsprechende Anträge rechtzeitig vorbereitet werden (Kleimann & Wannemacher, 2004). Eine andere Möglichkeit ist es, kurzfristig Übergangsfinanzierungen über Lehrstuhl- oder Institutsmittel einzuwerben oder über die Bündelung von Ressourcen mehrerer Lehrstühle z.B. eine befristete Stelle zu finanzieren.

Externe Finanzierungsmodelle

Angesichts leerer Kassen bei Bund- und Ländern stellen sich die Hochschulen vermehrt die Frage, ob E-Learning auch neue Möglichkeiten einer unabhängigen Mittelallokation bietet. Eine externe Finanzierung kann im Rahmen verschiedener Geschäfts- und Kooperationsmodelle stattfinden. Ein Geschäftsmodell ist ein Konzept für den Vertrieb von Produkten, Leistungen und Informationen. Es beinhaltet die Beschreibung der verschiedenen Geschäftspartner und deren Rollen sowie einer Beschreibung der potentiellen Vorteile für die beteiligten Akteure und der Einnahmequellen. Während private und vor allem privatwirtschaftliche Finanz- und Fördermittelgeber (wie z.B. die Alumni einer Hochschule oder Sponsoren) in anderen Ländern keine Seltenheit darstellen, ist die externe Finanzierung im deutschen Hochschulsystem kaum verbreitet (Kleimann & Wannemacher, 2004). Eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung CHE zeigt jedoch, dass aktuelle Bestrebungen das Fundraising zu stärken erfolgreich sind. Die durchschnittliche Summe stieg, in den Jahren von 2004 bis 2006, um rund 22 Prozent (Giebisch, 2007).

Allgemein wird empfohlen die Mittelallokation auf einzelne der beschriebenen Instrumente zu beschränken und in ein adäquates Fundraising-Management einzubinden. Dazu gehört es Verantwortliche für die Akquirierung von Geldern zu benennen (Hermanns, 2001).

Weitere Informationen:

  • In den Unterkategorien stellen wir Ihnen verschiedene Kooperations- und Geschäftsmodelle vor.
  • Eine Studie im Rahmen des Hochschulforums Digitalisierung beleuchtet "Neue Kooperations- und Finanzierungsmodelle in der Hochschullehre. Ausgewählte Beispiele zu den Innovationsthemen Online-Kurse für viele (MOOCs), offene Bildungsressourcen (OER), Makerspaces und andere Innovationsräume sowie digitale Badges" (2015) . Sie steht online zum Download zur Verfügung. 
Letzte Änderung: 22.09.2015
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