Dokumentenserver

An vielen Hochschulen stehen mittlerweile sogenannte Dokumentenserver zur Verfügung, um elektronisch vorliegende Texte, z.B. Dissertationen u.ä., veröffentlichen zu können. Im Prinzip ist es heute kein Problem mehr für jeden Nutzer des Internets, selbst Dokumente ins Internet zu stellen und damit zu veröffentlichen. Doch treten für den wissenschaftlichen Bereich hier einige Probleme auf.
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Wissenschaftliche Information ...

    • ... muss auffindbar sein und zwar nicht nur durch den relativ unzuverlässigen Zugriff mit herkömmlichen Suchmaschinen wie Google, sondern auch über die üblichen Nachweiswege wie bibliographische Datenbanken, Bibliothekskataloge etc.
    • ... muss langfristig verfügbar sein und nicht nur für die Dauer eines Vertrages zwischen kommerziellem Internetprovider und einzelnem Benutzer, sondern möglichst institutionell abgesichert durch Hochschule, Bibliothek oder vergleichbare Einrichtungen.
    • ... darf, einmal veröffentlicht, nicht mehr verändert werden; elektronische Dokumente, können anders als gedruckte jederzeit ohne großen Aufwand manipuliert werden.
    • ... darf rein technologisch nicht veralten, sondern muss in Formaten abgelegt sein, für die eine gewisse Gewährleistung übernommen werden kann, dass sie auch in zehn, zwanzig oder gar hundert Jahren noch gelesen werden können.

Um diesen Problemen zu begegnen, etablieren die Universitäten Dokumentenserver und übernehmen die entsprechenden Garantien zu Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit und Integrität der Daten. Nur so ist die Zitierfähigkeit elektronischer Veröffentlichungen zu garantieren (siehe auch der Abschnitt Zitieren elektronischer Publikationen). Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation, DINI, ist zentral aktiv im Bereich der Standardisierung elektronischer Publikationen; sie bieten mittlerweile auch die Zertifizierung von Hochschulservern an, um Qualitätskriterien zu gewährleisten und der Verbreitung elektronischer wissenschaftlicher Information jenseits kommerzieller Interessen Vorschub zu leisten. 

Zentrale Such- und Zugriffsmöglichkeiten

Um auf das stetig wachsende Angebot an Information von deutschen Dokumentenservern gezielt und systematisch zugreifen zu können, gibt es mittlerweile eine Reihe zentraler Verzeichnisse:

      • Die Deutsche Bibliothek weist in Ihrem Katalog z.B. elektronische Dissertationen nach, die auch gesondert über Dissonline zu recherchieren sind.
      • OPUS Metasuche - ca. 30 OPUS-Server von Hochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet ermöglichen eine simultane Suche über ihre verteilten Bestände; der zentrale Anlaufpunkt ist hier die Universität Stuttgart (OPUS = 'Online Publikationsverbund der Region Stuttgart')
      • SWIB, der 'Suchdienst Wissenschaftliche Bibliotheken', ist eine Suchmaschine für online verfügbare Ressourcen wissenschaftlicher Bibliotheken.
      • TheO, 'Theses Online' bietet die Möglichkeit der indexierten, also inhaltserschlossenen, Suche über elektronische Dissertationen an vielen deutschen Hochschulen

Weitere Informationen zur Nutzung eines Dokumentenservers finden Sie in der Rubrik Medientechnik.

Letzte Änderung: 09.07.2015

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