Smartphone

Sehr viele Studierende besitzen mittlerweile mindestens ein Handy bzw. Smartphone (von engl. smart=„klug”) und der Hochschulalltag wird zunehmend durch die mobilen Geräte geprägt. Während das Smartphone den meisten Studierenden zur Kommunikation untereinander dient, sehen Pädagogen auch Potentiale für neue Lehrszenarien und die Vereinfachung organisatorischer Abläufe.
OrganisationsApp der Uni Kärnten

Eigenschaften

In ihren Funktionen (Kamera, Audio-Player, Downloadfunktion für Multimedia, Internetbrowser, Apps etc.) haben sich die Mobiltelefone im Verlauf der letzten Jahre immer mehr anderen mobilen Computersystemen wie z.B. Laptops angenähert. Smartphones haben die Kapazitäten, um Informationen zu speichern, Spiele zu spielen, Rechenfunktionen auszuführen und Internetdienste abzurufen. Dementsprechend hoch ist das Interesse, die weit verbreiteten und handlichen Smartphones anstelle von anderen vernetzten, mobilen Endgeräten für Lernzwecke einzusetzen.

Besonders beliebt bei den Studierenden sind Kommunikationsdienste, so genannte Messenger-Apps wie WhatsApp, Facebook oder Google Talk, die das kostenlose Verschicken von Kurznachrichten von Handy zu Handy ermöglichen. Studierende ohne Zugang zum mobilen Internet nutzen nach wie vor SMS (Short Message Service) zur textbasierten Kommunikation untereinander.

Vorteile

Insgesamt bieten Smartphones vielfältige technische Optionen, um Kommunikation zu unterstützen. Ein Vorteil ist die weite Verbreitung unter den Studierenden. Eine schon etwas ältere Untersuchung von Lubega, McCrindle und Williams (2004)  ergab, dass viele Studierende ihre Mobiltelefone benutzen, um ihr Studium zu organisieren. So wird die Kalenderfunktion eingesetzt, um Abgabetermine oder Gruppensitzungen zu speichern und Kurznachrichten werden genutzt, um Kommilitonen über Veranstaltungen zu informieren. In der Gruppenarbeit wird das Smartphone eingesetzt, um die Kooperation zu koordinieren.

Nach Reinacher (2009) kann auch der Einsatz der Smartphone-Kamera vielfältig und produktiv. Ein souveräner Umgang mit der Kamera regt zum kritischen Denken an und relativiert das Handy als reines Unterhaltungsinstrument.

Nachteile

Die Benutzung des Mobiltelefons während der Lehrveranstaltung ist oft nicht gern gesehen. Es ist schwierig zu kontrollieren, ob die Geräte gerade zu lehr- oder privaten Zwecken genutzt werden. Tatsächlich zeigen Studien, dass Studierende sich besonders mit vorlesungsfernen Aktivitäten beschäftigen wie Surfen im Internet, Computerspielen und Sozialen Netzwerken (Gehlen-Baum, Weinberger, 2014). Zudem können Klingeltöne als Belästigung empfunden werden.

LernApp der Fernuni Hagen

Einsatzmöglichkeiten

Der Einsatz von Smartphones im Studienalltag ist unter anderem in folgenden Bereichen möglich:

  • Information & Organisation, z.B. Termine für Klausuren oder Vorträge, Raumänderungen, Ansprechpartner, Klausurergebnisse, Einschreibung zu Veranstaltungen, Anmeldung zu Klausuren, Verlängerung von Leihfristen, etc.;
  • Übungen, Kooperation & Evaluation, z.B. Multiple Choice Tests, Diskussionen, Evaluation von Lehrveranstaltungen.
  • Feldforschung bzw. Exkursionen außerhalb des Campus

Information & Organisation

Ein Einsatzgebiet von Smartphone-Apps sind universitäre Informationsdienste. Änderungen des Lehrplans, der Veranstaltungszeit, Hinweis auf den Aushang von Noten bis hin zur Weitergabe von Noten können über die App stattfinden. Benachrichtigungen können eine effektive Möglichkeit darstellen, um Kursteilnehmer z.B. über Terminänderungen zu informieren. Durch die hohe Verbreitung von Handys unter den Studierenden kann diese Form der Weitergabe zuverlässiger sein als die entsprechende Angabe per E-Mail oder Seminar-Homepage zu verbreiten.

Übung

Smartphones können benutzt werden, um curriculare Lehrinhalte zu distribuieren und Übungsmöglichkeiten anzubieten. So können beispielsweise interaktive Multiple Choice Aufgaben, mathematische Probleme oder Vokabellisten per App an die Studierenden verteilt werden.

Kooperation

Bollen, Eimler & Hoppe (2004)   testeten SMS-basierte Kommunikation in einem interdisziplinären Kurs mit Informatikern und Linguisten, die den Briefroman Goethes Werther in SMS Dialogen diskutieren sollten. Aufgrund der begrenzten Menge an Textzeichen pro Kurznachricht sind die Ausdrucksmöglichkeiten durch SMS eingeschränkt. Der Schreibstil passt sich den technischen Anforderungen an, so werden z.B. oft Abkürzungen und Emoticons eingesetzt. Um die in der Kommunikation gewonnenen Informationen nutzen zu können, sollten die Nachrichten gesammelt und innerhalb eines kollaborativen Diskussionstools zugänglich sein (Bollen, Eimler & Hoppe 2004).

 

Weitere Informationen:

  • Auf der Seite Hochschul-Apps finden Sie viele Beispiele für Apps, die Hochschulen ihren Studierenden zur Verfügung stellen.
  • Eine Online Veröffentlichung von Jennifer Parker gibt einfache und praktische Hinweise für die Entwicklung und den Einsatz von Mobiltelefonen im Mobile Learning. In dem "Toolkit", der für das Lernen mit Mobiltelefonen im afrikanischen Kontext entwickelt wurde, werden 15 Methoden des Mobile Learning vorgestellt in die vier Themenbereiche „Vermitteln von Inhalten”, „Bereitstellen von Aufgaben”, „Vermitteln von Feedback” und „Bereitstellen von Support” gegliedert.



Letzte Änderung: 31.03.2016
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