Bologna

Hinter dem Bologna-Prozess verbirgt sich eine der tiefgreifendsten Hochschulreformen der letzten Jahrzehnte. Die Hochschulen sollen flexibler, mobiler und internationaler werden. Bei der Erreichung dieser Ziele kann E-Learning eine entscheidende Rolle spielen, zum Beispiel im Kontext mobiler Lehrszenarien.

Der Bologna Prozess

Am 19. Juni 1999 wurde die gemeinsame Erklärung zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums von Bildungsministern aus 29 Ländern in Bologna unterzeichnet. Inzwischen sind 40 Länder beteiligt. Bis 2010 sollen die Aktionspunkte der Erklärung von Bologna umgesetzt werden. Die Bologna Deklaration finden Sie unter http://www.bmbf.de/pub/bologna_deu.pdf. Übergreifendes Ziel der Bologna Reform ist es, die Hochschulsysteme Europas vergleichbar und kompatibel zu machen sowie die europäischen Hochschulen im weltweiten Wettbewerb zu stärken.

Ziele von Bologna

  • Leicht verständliche und vergleichbare Abschlüsse, sowie einfache, effiziente und faire Anerkennungsfragen.
  • Ein zweistufiges System von Studienabschlüssen (Z.B. durch die Untergliederung in Bachelor und Master).
  • Ein Leistungspunktesystem (nach dem ECTS-Modell).
  • Beseitigung von Mobilitätshemmnissen.
  • Europaweites Konzept der Qualitätssicherung.

Weitere Themen, die auf den Konferenzen, die in Folge der Bologna-Erklärung abgehalten wurden, als wichtig zur Bildung des europäischen Hochschulraums angesehen wurden sind:

  • Verknüpfung des Europäischen Hochschulraums mit dem Europäischen Forschungsraum
  • Entwicklung von gemeinsamen Hochschulabschlüssen (joint degrees), die von Hochschulen verschiedener Länder gemeinsam vergeben werden.
  • Erfahrungsaustausch und Kooperation mit außereuropäischen Partnern.
  • Berücksichtigung sozialer Dimensionen des Bologna Prozesses.

Die Entwicklungen in Folge der Bologna Erklärung stellen einen konsistenten Prozess dar. Im Zweijahresrhythmus sind Ministerkonferenzen vorgesehen. Bisher fanden vier Konferenzen (1999 in Bologna, 2001 in Prag, 2003 in Berlin, 2005 in Bergen) statt. Auf dieser Basis sind bisher vier Trend-Brichte entstanden, die die Entwicklungen von Bologna zusammenfassen. Seit der Konferenz 2001 in Prag nimmt auch die National Unions of Students in Europe Association (ESIB) an den Bologna Konferenzen Teil.

  • Trend I : Haug, G.; Kirstein, J.: Trends in Learning Structures in Higher Education – Project Report 1999;
  • Trends II : Haug, G.; Tauch, Chr.: Towards the European higher education area; Survey of the main reforms from Bologna to Prague. 2001.
  • Trends III : Reichert,S.; Tauch, Chr.: Bologna four years after. 2003.
  • Trends IV stellt dar, wie Universitäten auf die Herausforderungen der Bologna Reformen reagieren. Die Studie entstand als Folge des Treffens der Bildungsminister in Bergen am 19.-20. Mai 2005.
  • Die " London Communique " stellt die Ergebnisse der Bologna-Konferenz vom 18. Mai 2007 dar. Die zentralen Themen der Konferenz waren Mobilität, Qualitätssicherung und Beschäftigungsfähigkeit.

Die meisten Überlegungen im Bologna Prozess beziehen sich auf das herkömmliche Studienangebot an Präsenzhochschulen. Dennoch gibt es zentrale Themenbereiche, die vor allem im Zusammenhang mit E-Learning interessant sind. Mehr dazu erfahren Sie in der Vertiefung zu E-Bologna.

Weiteres zum Thema:

  • Die Hochschulrektorenkonferenz hat zwei Bologna Reader (Bologna-Reader I, 2004; Bologna Reader II, 2007) mit Hilfestellungen zur Umsetzung der Bologna Richtlinen herausgegeben.
  • Am 27. Oktober 06 war Birgit Hennecke, Referentin im Kompetenzzentrum Bologna der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), zu Gast im e-teaching.org Expertenchat zum Thema "Wie viel E-Learning braucht Bologna". Im Protokoll können Sie die Diskussion nachlesen.
  • Informationen zur Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses bietet die Universität Bonn: http://www3.uni-bonn.de/studium/bologna-reform
  • Die Broschüre der Hochschulrektorenkonferenz gibt Hilfestellungen zu den inhaltlichen und organisatorischen Aspekten der Einführung des Diplomzusatzes (diploma supplement), das Studierende ab 2005 automatisch zu ihrem Abschlusszeugnis erhalten sollen. Damit soll eine standardisierte Erklärung zu den europaweit unterschiedlichen akademischen Abschlüssen eingeführt werden.
  • Auf der Webseite des Ost-West-Wissenschaftszentrum findet man ein Bologna-Glossar, das die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit dem Bologna-Prozess in englisch, deutsch und russisch erläutert. In deutscher und russischer Sprache wird zudem der nationale Stand des Bologna-Prozesses wiedergegeben.
Letzte Änderung: 26.01.2016

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Die Akkreditierung gewinnt im Rahmen der Bologna Reform immer mehr an Bedeutung. Ein Akkreditierungsprozess kann als eine Maßnahme der Qualitätssicherung betrachtet werden. Er liefert der Hochschule Hinweise über die Qualität der Studienangebote sowie Verbesserungsmöglichkeiten. Auch wenn bisher in Akkreditierungsprozessen E-Learning nicht explizit als Qualitätsmerkmal genannt wurde, wird die Integration von digitalen Medien in Studienprogramme in Zukunft sicher vermehrt zu einem Qualitätskriterium werden.