Mailinglisten

Eine Mailingliste ist eine asynchrone Kommunikationsform bei der eine geschlossene Gruppe von Nutzerinnen und Nutzern sich mittels E-Mail austauschen.
Mailingliste

Anders als in einer Newsgroup werden die Beiträge nicht thematisch organisiert und hierarchisch aufgelistet, sondern eine von einem Mitglied an die Liste gesendete Nachricht wird automatisch an alle anderen Mitglieder der Gruppe verschickt. Die Aufgabe der Verwaltung (z. B. Ein- und Austragen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern) sowie die Verteilung der Mails übernimmt ein so genannter Listserver.

Mailinglisten können moderiert oder unmoderiert organisiert werden. In moderierten Mailinglisten entscheidet eine Moderatorin/ein Moderator, welche Beiträge (auch Postings genannt) an die Mitglieder der Liste versendet werden. In unmoderierten Mailinglisten werden dagegen alle Beiträge direkt verteilt.

Welche Einsatzmöglichkeiten Mailinglisten in der Lehre und Betreuung Studierender bieten und wie sie gestaltet werden sollten, wird im Bereich Didaktisches Design unter der Rubrik Mediengestaltung mit spezifischen Informationen zur Mailingliste beschrieben.

Was mache ich, wenn ich eine Mailingliste anlegen möchte?
Es wird in den allermeisten Fällen nicht notwendig sein, für das Anlegen einer Liste einen eigenen Listserver einzurichten. Neben der Hardwareausstattung sind hierzu vertiefte Kenntnisse über Server und ihre Konfiguration notwendig. In der Regel wird Ihre Hochschule einen eigenen Listserver betreiben und dessen Administrator wird dann die gewünschte Mailingliste für Sie einrichten. Informieren Sie sich am besten beim Hochschulrechenzentrum über die verschiedenen Möglichkeiten. Sollte das Rechenzentrum keinen eigenen Listserver betreiben, regen Sie die Einrichtung eines solchen an. Verbreitete Listserver-Software sind z. B. Majordomo, ListServ oder das OpenSource-Programm ListProc.

Falls Ihre Institution keinen Zugang zu einem Listserver zur Verfügung stellen kann, haben Sie die Möglichkeit, einen der kostenlosen Mailinglisten-Dienste im Internet zu nutzen. Die Anbieter verwenden die synonymen Begriffe „Gruppe“ oder „Liste“, damit sind Mailing- und Newsletterlisten gemeint. In einer Newsletterliste kann im Gegensatz zur Mailingliste nur der Moderator, nicht aber die Teilnehmenden (auch Abonnenten genannt) Nachrichten an die Liste verschicken. Die Listendienste bieten in der Regel beide Optionen – Mailingliste und Newsletterliste an. Da die Dienste auf ein großes Publikum zielen, werden üblicherweise alle Listen in ein öffentlich zugängliches Verzeichnis aufgenommen, das in Kategorien unterteilt ist und durchsucht werden kann. Die Einrichtung und Administration der Listen lässt sich meist über den Browser steuern und ist somit plattformunabhängig möglich. Weitere Software wird nicht benötigt.

Auswahl empfehlenswerter Anbieter:
Der Mailinglisten- und Newletterdienst KBX bietet unter KBX7 die Einrichtung kostenloser Listen an. Der KBX7-Dienst wird durch Werbetexte in den Nachrichten finanziert. Die Einrichtung einer neuen Liste ist innerhalb weniger Minuten durchgeführt. Die Administration der Liste erfolgt über das Webinterface von KBX7 oder per E-Mail. Sie haben die Wahl, die Liste unmoderiert oder moderiert sowie öffentlich oder privat anzulegen. In einer unmoderierten Mailingliste werden alle an die Liste geschickten Nachrichten automatisch an die Teilnehmenden verteilt, in einer moderierten Liste prüft der Listenbetreiber/Moderator jede an die Liste geschickte Nachricht bevor sie an die Liste weitergeleitet wird. Bei einer öffentlichen Liste kann sich jede/jeder anmelden, bei einer privaten Liste entscheidet der Moderator über die Aufnahme.

Ein anderer kostenloser Newsletter- und Mailinglistenanbieter ist Domeus, der im Wesentlichen ähnliche Funktionen wie KBX7 anbietet und ebenso leicht via Webinterface eingerichtet und administriert wird. Von Vorteil ist, dass es bei Domeus keine Werbetexteinblendungen gibt.

Einen größeren Funktionsumfang bietet der weit verbreitete, ebenfalls kostenlose und werbefinanzierte Dienst vonYahoo! Groups. Hier können Sie nicht nur eine öffentliche oder private Mailingliste anlegen, sondern auch Dokumente oder Fotos zum Austausch hinterlegen. Sie können zudem festlegen, dass Ihre Liste nicht in das öffentliche Verzeichnis der Gruppen aufgenommen werden soll.

Zur Einrichtung einer Gruppe in Yahoo! Groups müssen Sie sich bei Yahoo! anmelden, d. h. eine Yahoo!-E-Mail-Adresse anlegen. Dann können Sie auf der Yahoo! Group-Seite unter „Eine eigene Group gründen“ den Link „Group jetzt gründen“ anklicken, um eine eigene Liste anzulegen.

Sie werden durch den einfachen Einrichtungsvorgang geleitet, legen erst Kategorien fest, in die ihre Gruppe einzuordnen sind, geben dann der Gruppe einen Namen, wählen eine Adresse für die Listenemail und geben eine kurze Beschreibung zum Inhalt der Liste ein. Ihre Gruppe bekommt dann eine Startseite zugewiesen, die etwa folgende Form hat: http://de.groups.yahoo.com/group/name_der_liste/

In einem nächsten Schritt personalisieren Sie Ihre Liste. Sie legen fest, ob es sich um eine moderierte oder unmoderierte, eine private oder öffentliche Liste handelt und welche weiteren Funktionen möglich sein sollen (siehe Abbildung 1)

Yahoo!Groups_einrichten

Abbildung 1: Einige Anpassungsfunktionen beim Einrichten einer Yahoo! Group. Quelle :Yahoo! Deutschland.

Diese Funktionen können Sie auch später in der Verwaltung der Liste bearbeiten, die Sie nach dem Einloggen bei Yahoo! über die Startseite der Gruppe erreichen. Wollen Sie beispielsweise automatisch einen Seminarplan an alle Teilnehmenden, die sich neu zur Liste anmelden, verschicken, können Sie in der Verwaltungsfunktion der Group über Dateien->Datei hinzufügen das Dokument hochladen und bei der Funktion „Automatisch an Mitglieder senden“ die Option „Beim Betreten der Group“ auswählen.

Letzte Änderung: 16.06.2015
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