Der Markt für E-Teaching Angebote im Bereich Fort-und Weiterbildung ist riesig und unübersichtlich. Für Hochschulen ist es daher wichtig ihren Markteintritt richtig vorzubereiten. Dazu gehört die Festlegung des Produktprofils, der Zielgruppe und des Marktpotenzials.
Vor dem Eintritt in den Markt für E-Learning-Produkte sollte die
Hochschule folgende Fragen beantworten können (vgl.
Dohmen & Simons 2003):
- Welches Produkt kann ich erstellen?
- Welches ist die relevante Zielgruppe?
- Gibt es dieses Produkt in vergleichbarer Form und Qualität bereits auf
dem Markt?
- Welche Zielgruppen werden dadurch bedient?
- Wer sind meine Konkurrenten und was sind deren Stärken und
Schwächen?
- Wie groß ist das verbleibende Marktpotenzial? Welchen Anteil daran kann
ich realistisch erreichen?
- Reicht dieses Volumen aus, um (mittel- oder langfristig zumindest die
Kosten zu decken?)
- In welcher Form agiere ich am Markt? Alleine oder in Kooperation mit
bzw. als Auftragnehmer von anderen?
Hinsichtlich der zeitlichen Planung des Markteintritts müssen drei Phasen
beachtet werden (vgl.
Hagenhoff 2001):
| I. |
Anbahnung
|
Informieren |
| II. |
Vereinbarung
|
Angebot konfigurieren, Konditionen verhandeln |
| III. |
Abwicklung
|
Lernplatz einrichten, Lehrmaterialien modifizieren, Betreuung
durchführen, Prüfung abnehmen |
Anbahnung
Innerhalb der Anbahnungsphase muss die Hochschule als Anbieter Informationen
(Lernziel, Niveau der Übungsaufgaben usw.) zu den angebotenen
Bildungsangeboten zur Verfügung stellen. Auf Grundlage dieser Informationen
muss der Nachfrager, d.h. die Hochschule oder ein nichtakademischer
Bildungsanbieter entscheiden können, wie er das Produkt in das eigene
Curriculum bzw. Bildungsangebot integrieren kann. Auch die Studierenden
müssen darüber informiert werden, was sie bei der Nutzung des externen
Bildungsangebots beachten müssen. Der Anbieter sollte in der Anbahnungsphase
sowohl dem Kunden als auch dem Endnutzer zur Beratung zur Verfügung
stehen.
Vereinbarung
In der Vereinbarungsphase werden Konditionen für die beteiligten
Geschäftspartner ausgehandelt. Hierzu müssen Sie die Rechtsfragen in
Bezug auf Schutz, Nutzung, Erwerb und Verwertung der bereitgestellten
Materialen klären. Über die Vertragsgestaltung sollten sie sich mit dem
Rechsexperten ihrer Hochschule abstimmen. Wesentliche Punkte bei
der Vertragsgestaltung sollten sein:
- Bezeichnung der Vertragsparteien
- Präambel
- Bestimmung des Vertragsgegenstands
- Rechteeinräumung
- Garantieerklärung
- Haftungsfreistellungsklausel
- Vergabe von Unterlizenzen
- Vergütungsklausel
- Vertragsdauer
- Kündigungsmöglichkeiten
- Mitwirkpflichten/ Aktualisierung der Inhalte
- Allgemeine Klauseln
(Quelle:
Taubner, H., 2005)
|
Abwicklung
In der Abwicklungsphase geht es um die Fragen des Lernplatzes. Arbeitet
der Lernende am eigenen Computer, muss u.a. technischer Support zur
Verfügung gestellt werden. Außerdem muss die Abnahme der Prüfung und
letztendlich die Bezahlung des Angebots, die im Rahmen einer Kooperation
zwischen Hochschulen in Form einer Gegenleistung, im Rahmen einer
Kooperation mit privaten Bildungsanbietern in Form einer direkten Vergütung
stattfindet, geregelt werden.