Ein effektiver Schutz der eigenen Daten ist nur möglich, wenn Sie einige grundlegenden Maßnahmen an Ihrem Arbeitsplatzrechner vornehmen. Was nützt es, wichtige E-Mails nur verschlüsselt zu verschicken, wenn Unbefugte ohne Schwierigkeiten Ihre E-Mails unverschlüsselt an Ihrem Arbeitsplatz lesen können?
Passwortschutz
Sie können Ihren Arbeitsplatzrechner vor dem Zugriff Unbefugter schützen,
indem Sie einen passwortgeschützten Zugang einrichten. Dazu haben Sie
mehrere Möglichkeiten:
BIOS
Um bereits das Laden des Betriebssystems eines Rechners durch
Unberechtigte zu verhindern, können Sie auf der
BIOS-Ebene ein Passwort installieren. Ohne Kenntnis des Passwortes ist
es dann nur mit größerem Aufwand und Spezialkenntnissen möglich, das
Betriebssystem zu starten. Wie Sie die entsprechende BIOS-Konfiguration
vornehmen, entnehmen Sie der Beschreibung des Herstellers.
Bildschirmschoner
Eine einfache Möglichkeit, den Zugriff auf Ihren bereits gestarteten
Rechner zu verhindern, während Sie für kurze Zeit den Raum verlassen,
besteht darin, einen Bildschirmschoner zu verwenden und dessen Deaktivierung
mit einem Passwort zu versehen, indem der Windows-Anmeldebildschirm
angezeigt wird. Unter Windows XP klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste
auf den Desktop. Im folgenden Dialogfenster wählen Sie den Reiter
Bildschirmschoner, wählen über das Popup-Menü einen Schoner aus,
bestimmen die Wartezeit und aktivieren das Feld
Willkommensseite bei
Reaktivierung. Wird nun der Rechner nach Aktivierung des
Bildschirmschoners wieder benutzt, erscheint die Windows-Willkommensseite
mit den eingerichteten Nutzerprofilen. Ist ihr Profil passwortgeschützt,
kann es nur durch Eingabe dieses Passwortes aufgerufen werden. Um ein Profil
mit einem Passwort zu versehen wählen Sie
Systemsteuerung
>
Benutzerkonten. Klicken Sie auf Ihr Profil und legen unter
Kennwort erstellen
ein Passwort fest. Zur Konfiguration der
Nutzerprofile sind Administratorenrechte notwendig; wenden Sie sich
gegebenenfalls an das zuständige Servicepersonal. Bei älteren
Windows-Versionen kann der Passwortschutz direkt über die Einstellungen des
Bildschirmschoners eingerichtet werden.
Computer sperren
Eine weitere Möglichkeit, den gestarteten Rechner vor der Nutzung
Unbefugter zu schützen, während man gerade nicht im Zimmer ist, besteht
darin, den Rechner zu sperren. Dazu drücken Sie z. B. unter Windows XP die
Tastenkombination
Strg+Alt+Entf, um den Windows-Sicherheit-Dialog zu
öffnen. Darin klicken Sie auf
Computer sperren. Sie können das
Betriebssystem wieder reaktivieren, indem Sie erneut die Tastenkombination
Strg+Alt+Entf
drücken und anschließend Ihr Anmelde-Passwort
eingeben.
Sichere Passwörter
Bei der Wahl eines Passwortes sollte darauf geachtet werden, dass es
nicht leicht zu erraten und nur Ihnen bekannt ist. Ein Ihnen zugewiesenes
Passwort sollten Sie möglichst schnell ändern. Ein sicheres Passwort sollte
aus mindestens acht Zeichen bestehen und weder Namen, Geburtsdaten oder
Lexikoneinträge enthalten. Sie sollten neben Buchstaben auch Zahlen und
Sonderzeichen verwenden und Ihre Passwörter regelmäßig ändern. Eine beliebte
Methode, ein sicheres und trotzdem merkbares Passwort zu entwickeln, ist die
so genannte Passphrase. Dabei werden die Anfangsbuchstaben eines beliebigen
Satzes als Ausgangspunkt genommen und anschließend wird durch das Ersetzen
einzelner Buchstaben durch Sonderzeichen und Zahlen ein geeignetes Passwort
generiert. Beispiel: Aus dem Satz „Da steh ich nun, ich armer Tor!“ wird
„DsiniaT“ und im folgenden „0s1n,1aT!“.
Datenschutz bei Windows XP
Das Betriebssystem Windows XP der Firma Microsoft ist unter
Datenschützern in die Kritik geraten, weil es vom Nutzer unbemerkt Kontakt
mit Microsoft-Servern aufnehmen und Daten übersenden kann. Bei diesen Daten
kann es sich um datenschutzrechtlich bedenkliche Angaben wie die
IP-Adresse, die verwendete
Hardware
oder sogar Daten aus geöffneten Dateien handeln. Das Abschalten
der entsprechenden Funktionen können Sie an folgenden Stellen vornehmen:
- Automatische Aktualisierung deaktivieren:
Systemsteuerung
>
Netzwerk und Internetverbindungen
>
Internetoptionen
>
erweitert
- Zeitsynchronisation deaktivieren:
Systemsteuerung
>
Datum
und Uhrzeit
>
Internetzeit
- Automatische Updates deaktivieren:
Systemsteuerung
>
System
>
automatische Updates
Datenschutz bei der Textverarbeitung mit MS Word
In einem mit dem Textverarbeitungsprogramm Word der Firma Microsoft
erstellten Dokument sind weit mehr Informationen gespeichert, als auf den
ersten Blick zu sehen. Es werden eine Reihe von Metadaten wie Arbeitstitel,
Autor, Lizenznehmer, Zeitpunkt der letzten Bearbeitung und letzter
Bearbeiter gespeichert. Wurde das Dokument mit der Funktion „Änderungen
nachverfolgen“ erstellt – sinnvoll bei der Bearbeitung eines Dokuments durch
mehrere Autoren – können die Zwischenschritte auch nach Annahme oder
Ablehnung aller Anmerkungen ohne großen Aufwand erneut sichtbar gemacht
werden. Damit sind z. B. interne Arbeitsabläufe und verworfene
Zwischenergebnisse für Außenstehende nachvollziehbar. Eine einfache
Gegenmaßnahme ist das Abspeichern des Dokuments unter neuem Namen und die
Weitergabe oder das Versenden ausschließlich als
PDF
- oder
RTF
-Dokument. Einen gewissen Schutz vor versteckten Informationen
bieten auch die Maßnahmen, die von der
zentralen Datenschutzstelle der
Baden-Württembergischen Universitäten
empfohlen werden. Microsoft selbst
bietet einen
ausführlichen Leitfaden
zum Schutz vor
persönlichen Daten in Word2003-Dokumenten sowie ein
Plug-In zum Entfernen verborgener
Daten
aus Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumenten (2003 und XP) an. Die
Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist jedoch umstritten und sollte im Einzelfall
überprüft werden.
Datenschutz bei der Nutzung von PDF-Dokumenten
PDF
-Dokumente bieten den Vorteil, dass sie durch Verschlüsselung vor
unbefugtem Zugriff geschützt werden können. Das Öffnen des Dokuments ist
dann nur durch Eingabe eines Passwortes möglich. Sie können für Funktionen
wie Lese- und Schreibzugriff oder Drucken auch einzelne Rechte vergeben und
so genau festlegen, wer welche Funktionen nutzen kann. Zusätzlich ist es
möglich, ein PDF-Dokument mit einer Digitalen Signatur zu versehen.
Um im Programm Adobe Acrobat (Steckbrief) ein Dokument zu schützen, öffnen Sie das
Dokument und wählen aus dem Hauptmenü
Dokument>
Sicherheit>
Öffnen und Bearbeiten einschränken. In der
folgenden Dialogbox können Sie festlegen, mit welchen Acrobat-Versionen das
Dokument kompatibel sein soll. Zum Einrichten eines Passwortschutzes für das
Gesamtdokument aktivieren Sie die Auswahlbox
Kennwort zum Öffnen des
Dokuments erforderlich
und legen im Feld darunter das Passwort fest.
Zusätzlich können Sie per Passwortvergabe die Erlaubnis einschränken, das
Dokument zu drucken oder zu bearbeiten sowie die Möglichkeit unterbinden,
Teile des Dokuments zu kopieren.
Neben dem Programm Adobe Acrobat gibt es auch kostenlose Programme, die das
Verschlüsseln von PDF-Dokumenten ermöglichen, z. B. der beliebte
PDF-Konverter FreePDF (Steckbrief). Im Apple-Betriebssystem Mac OS X sind
entsprechende Funktionen bereits enthalten.
Sie können ein PDF-Dokument mit einer Digitalen Signatur versehen, um die
Authentizität des Dokuments durch die Empfänger überprüfbar zu machen.
Wählen Sie dazu im Programm Adobe Acrobat
Als zertifiziertes Dokument
speichern .... In den folgenden Dialogboxen werden Sie aufgefordert,
weitere Angaben z. B. über die Art der Zugriffsrechte zu machen und eine
persönliche Digitale Signatur auszuwählen. Es besteht die Möglichkeit, eine
solche Signatur bei Adobe-Partnern anzufordern.
Neben dem Schutz vor unberechtigtem Zugriff ist auch eine sichere und
übersichtliche Archivierung Ihrer Daten wichtig. Entsprechende Informationen
haben wir für Sie im Bereich
Datensicherung und –archivierung
zusammengetragen.