Storyboard

Im Gegensatz zum Drehbuch, das der konzeptuellen Inhaltsrepräsentation dient, wird ein Storyboard als visuelle Vorlage für die Erstellung von Bildinhalten genutzt. Es stellt Handlungsverläufe bildlich dar, ist stark ablauforientiert und vermittelt so einen ersten Eindruck für die spätere Umsetzung. Ein Storyboard ist insbesondere bei der Produktion von Filmen, Animationen, Werbespots und Produktpräsentationen eine hervorragende Technik zur Visualisierung von Ideen.

Storyboard Visualisierung

Im Storyboard werden die narrativen Ideen aus einem Drehbuch erstmals visuell umgesetzt und mit Gestaltungsideen für die Produktion angereichert. Dies können z. B. Einstellungsgrößen, Blickwinkel und Perspektiven sein. Es entstehen sequenzielle Bildfolgen, die als Grundlage für die Einstellungen während der Multimediaproduktion genutzt werden. Das Storyboard wird somit zur Denk- und Planungshilfe, die wie ein roter Faden durch die Handlung führt und alle Gestaltungselemente in sich aufnimmt. Das Storyboard gehört zu den wichtigsten Planungsunterlagen eines Multimedia-Projektes. Deshalb sollte es immer erstellt werden (Franz et al., 1998). Außerdem kann das Storyboard als Kommunikationsmittel genutzt werden, um Gedanken visuell mitzuteilen und dem Produktionsteam eine Arbeitsgrundlage zu liefern. Es konkretisiert ein Projektvorhaben und liefert allen Beteiligten verbindliche Vorgaben für die Projektrealisierung (Korolewski, N., 2002).

Storyboards im Einsatz

Beispiel Umsetzung Storyboard
Umsetzung eines Werbespots von Kärcher für Saatchi & Saatchi. Quelle: Krisztian & Schlempp-Ülker (1998).

Im Bereich des Films werden Storyboards häufig eingesetzt, um die Filmideen von Autoren und Regisseuren erstmals visuell in eine Handlung zu übertragen. Dabei wird jede Szene des Films in einzelne Einstellungen aufgelöst und in Form von Skizzen dargestellt. Das Team produziert auf Grundlage dieser Zeichnungen den Film. Die Einsatzgebiete von Storyboards variieren genauso, wie ihr Aussehen. Um dies näher zu beleuchten, geben wir anhand von Beispielen aus der Praxis einen Einblick in die Arbeit mit einem Storyboard:

Das Beispiel zeigt die detailgetreue Umsetzung eines Storyboards für einen Werbespot der Firma Samsung. Grundlage sind Scribbles in Form von Bleistiftskizzen. Eine weitere Umsetzung erfolgt farbig in Markertechnik. Danach werden die Bilder eingescannt und durch Video/Audio erweitert. 

 

Letzte Änderung: 27.07.2015
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Gestaltung

Die Grundlage jeder Storyboardgestaltung ist das Drehbuch. Im Drehbuch wird das Konzept und die inhaltliche Gliederung der Multimediaproduktion festgeschrieben. In einem zweiten Schritt beginnt nun die visuelle Umsetzung. Dazu werden die beschriebenen Szenen durch Scribbles in leere Storyboardseiten eingefügt oder in einem Storyboardprogramm digital erstellt. Falls schon erste Ideenskizzen innerhalb des Teams entstanden sind, können auch diese direkt aufgenommen werden. Die Skizzen bilden den Kern eines jeden Storyboards. Ihr Aufbau hängt immer von der umzusetzenden Handlung und dem gewünschten Endprodukt ab.

Umsetzung

Es gibt verschiedene Techniken, um ein Storyboard zu gestalten. Sie können ihre Ideen direkt per Hand in ein vorbereitetes Formblatt zeichnen oder diese digital aufbereiten. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile und sind je nach Projekt abzuwägen. Es gibt professionelle Softwareprogramme, die sich auf das Erstellen von digitalen Storyboards spezialisiert haben. Diese unterstützen ungeübte Zeichner z. B. durch Bildelemente (Personen, Hintergründe), die sich im Storyboard unterschiedlich anordnen lassen.