Call for Abstracts: Themenheft Digitale Mediävistik

Der Mediävistenverband e.V. veröffentlicht seit 1996 die halbjährlich erscheinende Zeitschrift „Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung“. Für 2019 ist ein Themenheft mit dem Titel „Digitale Mediävistik“ vorgesehen, das einen Überblick über die in der mediävistischen Forschung genutzten Methoden der Digital Humanities bieten soll.

Informationstechnolgien sind dabei, die Arbeitsweisen der mediävistischen Forschung grundlegend und nachhaltig zu verändern. Gerade mediävistische Forschungsprojekte gehören zu den Motoren einer digitalen Durchdringung der geisteswissenschaftlichen Forschung, und dies bereits seit den Tagen des Jesuitenpaters Roberto Busa (1913-2011), dessen Index zu den Werken des Thomas von Aquin als das erste Digital-Humanities-Projekt überhaupt gilt. Seither sind die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Mediävistik einerseits anhand der rasant steigenden digitalen Verfügbarkeit von Quellen und Forschungsergebnissen spürbar. In stetig wachsendem Umfang kann in Form hochaufgelöster Digitalisate, digitaler Archive und Editionen auf Primärquellen zugegriffen werden, und die Palette von digitalen Methoden, die in der mediävistischen Forschung zum Einsatz kommen, reicht von Algorithmus-basierten Analyseverfahren historischer Textcorpora über automatische Bilderkennung, Netzwerkanalyse und geographische Informationssysteme, bis hin zur formalen Erschließung von Daten und Informationen mit Technologien des Semantic Web. Andererseits verändert die Anwendung digitaler Hilfsmittel und Methoden sowohl die Forschungsprozesse als auch die Fragestellungen selbst. Daher gilt es, deren Nutzen und Auswirkungen auf unser Verständnis vom Mittelalter zu beleuchten. Das ist umso dringlicher, als eine inter- und transdisziplinär ausgerichtete digitale Forschungspraxis in allen Bereichen der Mediävistik Einzug hält.

Das Themenheft zu digitaler Mediävistik soll anhand aktueller Forschungsprojekte die in der mediävistischen Forschung genutzten Methoden der Digital Humanities beleuchten und deren Einsatz in der Praxis diskutieren und bewerten. Es soll damit eine Orientierung auf dem Gebiet der digitalen Mediävistik bieten und zugleich vereinzelte Aktivitäten im deutschsprachigen Raum zusammenführen. Vor allem aber soll es zur Reflexion anregen, welche neuen Erkenntnisse über die Welt des Mittelalters mit Hilfe digitaler Methoden, Werkzeuge und Ressourcen gewonnen werden können. In einem Call for Abstracts wird um Beiträge gebeten, die sich beispielsweise auf folgende Themenbereiche konzentrieren: Mediävistik und Computer Vision (Bilderkennung), Mediävistik und Netzwerkanalyse, Mediävistik und geographische Informationssysteme, Mediävistik und Semantic Web, Digitale Erschließung und Präsentation von mediävistischen Daten und Informationen, Text-mining und automatische Sprachverarbeitung in der Mediävistik.

Bis zum 30. November 2017 ist eine Einsendung der Vorschläge möglich. Weitere Details zu dem Call for Papers können der vollständigen Ausschreibung entnommen werden.

Kontakt

Herr Roman Bleier
E-Mail: roman.bleier@uni-graz.at

Weitere Informationen

Anmelde- oder Einreichungsfrist

30.11.2017

Kategorisierung

Art des Termins

  • Call