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Handy

Sehr viele Studierende besitzen ein Handy und der Hochschulalltag wird zunehmend durch die mobile Kommunikation geprägt. Während das Handy den meisten Studierenden zur Verabredung für die Mensa dient, sehen einige Pädagogen Potentiale für neue Lehrszenarien und die Vereinfachung organisatorischer Abläufe.

Eigenschaften

In ihren Funktionen (Kamera, Audio-Player, Downloadfunktion für Multimedia, Internetbrowser, etc.) ähneln die Mobiltelefone immer mehr anderen mobilen Computersystemen wie z.B. PDAs. Der überwiegende Teil der Telefone hat Kapazitäten, um Informationen zu speichern, Spiele zu spielen, Rechenfunktionen auszuführen und Internetdienste abzurufen. Dementsprechend hoch ist das Interesse, Handys anstelle von anderen vernetzten, mobilen Endgeräten für Lernzwecke einzusetzen.

Besonders beliebt bei den Studierenden ist der SMS-Dienst - vor allem wegen der vergleichsweise geringen Kosten (Lubega, McCrindle & Williams, 2004). Unter SMS (Short Message Sevice) wird das Verschicken von Kurznachrichten von Handy zu Handy verstanden. Immer verbreiteter wird auch das Verschicken von Multimedia-Dateien über den so genannten Multimedia Messaging Service (MMS).


Vorteile

Insgesamt bieten Handys vielfältige technische Optionen, um Kommunikation zu unterstützen. Ein Vorteil von Handys ist die weite Verbreitung unter den Studierenden. Eine Untersuchung von Lubega, McCrindle und Williams (2004)  ergab, dass viele Studierende ihre Mobiltelefone benutzen, um ihr Studium zu organisieren. So wird die Kalenderfunktion eingesetzt, um Abgabetermine oder Gruppensitzungen zu speichern und per SMS Kommilitonen über Veranstaltungen zu informieren. In der Gruppenarbeit wird das Handy eingesetzt, um die Kooperation zu koordinieren.

Nachteile

Die Benutzung des Mobiltelefons während der Lehrveranstaltung ist bisher nicht gern gesehen. Es ist schwierig zu kontrollieren, ob die Geräte gerade zu lehr- oder privaten Zwecken genutzt werden. Zudem können Klingeltöne als Belästigung empfunden werden. Die begrenzte Zeichenmenge von SMS und das kleine Display schränken die Verwendungsmöglichkeiten zusätzlich ein. Auch bei Handys besteht - ebenso wie bei E-Mails – ein Problem mit Scherzanrufen und SPAM-Nachrichten, so dass eventuell relevante Informationen in der Flut von Nachrichten verloren gehen (Lubega, McCrindle & Williams, 2004).

Soll das Handy von den Studierenden für Dienste wie Klausuranmeldungen, Abruf von Informationen oder Rückmeldung zu Veranstaltungen eingesetzt werden, entstehen dabei Kosten, die von den Studierenden getragen werden müssen. Auch für die Hochschule entstehen durch das Versenden von Informationen - z.B. per SMS - zusätzliche Kosten.

Einsatzmöglichkeiten

Der Einsatz von Handys im Studienalltag ist unter anderem in folgenden Bereichen möglich:

Information

Ein Einsatzgebiet von SMS sind universitäre Informationsdienste: Über einen so genanten Info-Kanal werden SMS an einen bestimmten Empfängerkreis – wie die Studierenden einer Fakultät oder einer Veranstaltung – verschickt. Auch personalisierte Dienste mit Authentifizierung sind technisch möglich.

Änderungen des Lehrplans, der Veranstaltungszeit, Hinweis auf den Aushang von Noten bis hin zur Weitergabe von Noten können so über SMS stattfinden. Kurznachrichten können eine effektive Möglichkeit darstellen, um mit Ihren Kursteilnehmern den Kontakt zu halten und sie z.B. über Terminänderungen zu informieren. Durch die hohe Verbreitung von Handys unter den Studierenden kann diese Form der Weitergabe zuverlässiger sein als die entsprechende Angabe per E-Mail, Forum oder Seminar-Homepage zu verbreiten.

Studierende am Lehrstuhl Marketing der Universität Zürich können Informationen zu Prüfungsergebnissen, Lehrinhalten, Terminen und Aufgaben per Handy abfragen.


Abb. 1 Organisatorische Hinweise per SMS (Quelle: OpenUSS)

Organisation  

Einige öffentliche Bibliotheken bieten SMS- und WAP-Dienste an, damit die Benutzer auf Ausleihkonten oder Recherchemöglichkeiten auch über ihre Mobiltelefone oder PDAs  zugreifen können, so zum Beispiel die Wiener Stadt- und Landesbibliothek in Österreich (vgl.  Das et al., 2002).

Die Bibliothek der Helsinki University of Technology in Finnland bietet den insgesamt ca. 10 000 Studierenden und Hochschulmitarbeitern der Universität mobile Bibliotheksdienste an. Das System kann zum Beispiel die Verlängerung von Büchern per SMS abwickeln, an Rückgabefristen erinnern oder Mahngebühren einziehen.

Übung

Mobiltelefone können benutzt werden, um curriculare Lehrinhalte zu distribuieren und Übungsmöglichkeiten anzubieten. So können beispielsweise interaktive Multiple Choice Aufgaben, mathematische Probleme oder Vokabellisten auf die Handys der Studierenden gesendet werden.


Abb. 2: Vokabeln per SMS (Quelle: Langenscheidt )

Kooperation  

Bollen, Eimler & Hoppe (2004)   testeten SMS-basierte Kommunikation in einem interdisziplinären Kurs mit Informatikern und Linguisten, die den Briefroman Goethes Werther in SMS Dialogen diskutieren sollten. Aufgrund der begrenzten Menge an Textzeichen pro Kurznachricht sind die Ausdrucksmöglichkeiten durch SMS eingeschränkt. Der Schreibstil passt sich den technischen Anforderungen an, so werden z.B. oft Abkürzungen und Emoticons eingesetzt. Um die in der Kommunikation gewonnenen Informationen nutzen zu können, sollten die Nachrichten gesammelt und innerhalb eines kollaborativen Diskussionstools zugänglich sein (Bollen, Eimler & Hoppe 2004).

Weitere Informationen:

  • Eine Online Veröffentlichung von Jennifer Parker gibt einfache und praktische Hinweise für die Entwicklung und den Einsatz von Mobiltelefonen im Mobile Learning. In dem "Toolkit", der für das Lernen mit Mobiltelefonen im afrikanischen Kontext entwickelt wurde, werden 15 Methoden des Mobile Learning vorgestellt gegliedert in die vier Themenbereiche Vermitteln von Inhalten, Bereitstellen von Aufgaben, Vermitteln von Feedback und Bereitstellen von Support.



Letzte Änderung: 22.08.2011


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