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Gender Mainstreaming
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Gender Mainstreaming ist eine Managementstrategie zur Beseitigung von Gleichstellungsdefiziten. Ein Ziel von Gender Mainstreaming ist eine Erhöhung des Anteils von Frauen bzw. Männern in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind. Durch Folgeabschätzungen, wie sich Entscheidungen – zum Beispiel in der Förderpolitik - auf Frauen und Männer auswirken, soll Geschlechtergerechtigkeit hergestellt werden. Gender Mainstreaming und Frauenförderung sind daher nicht gleichzusetzen, können aber teilweise in gleichen oder ähnlichen Maßnahmen resultieren.
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Seit 1999 ist Gender Mainstreaming gemäß einem Beschluss der
Bundesregierung ein Leitprinzip für Politik und Verwaltung auf
Bundesebene. Auch einige Bundesländer nahmen die Förderung von
Gleichstellung in die Landespolitik und -verwaltung auf, z.B.
Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern
und Hamburg. In Sachsen-Anhalt hat das Thema auch Eingang in die
Hochschulsteuerung gefunden: Die Hochschulen sind laut Zielvereinbarung
aufgerufen, ein Gender Mainstreaming Konzept zu entwickeln.
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Auch einzelne Gremien nehmen sich dem Thema an: Die
Hochschulrektorenkonferenz (HRK) veranstaltete 2003 unter dem Titel „
Frauen in der Wissenschaft
“ eine erste öffentliche
Veranstaltung zur Gleichstellung. Die Umstellung auf ein konsekutives
Studium mit Bachelor- und Master-Abschlüssen kann Chancen für eine
Verankerung des Themas Gender Mainstreaming beinhalten, wenn der Aspekt der
Gleichstellung, wie von der KMK beschlossen, im Akkreditierungsverfahren
berücksichtigt wird. Die Bundeskonferenz der Frauen- und
Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen stellt einen
Handlungsleitfaden zur Berücksichtigung von
Gender-Aspekten in Akkreditierungs- und Evaluationsverfahren
bereit.
Wie diese Beispiele zeigen, spielt Gender Mainstreaming als
Verwaltungstechnik an Hochschulen eine zunehmend bedeutende Rolle. Auch wenn
Verwaltungsaufgaben in Forschung und Lehre in der Regel eher als notwendiges
Übel erachtet werden, bedeutet Wissenschaft zunehmend auch
(Projekt-)Management und umfasst Aufgaben wie die Verwaltung von
Drittmitteln, Öffentlichkeitsarbeit und Personalmanagement. In diesen
Zusammenhängen ist Gender Mainstreaming eine Aufgabe von
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Eine partizipative, auf
Gleichstellung ausgerichtete Hochschulentwicklung kann als
Steuerungsinstrument eingesetzt werden, um bei schwindenden Ressourcen das
Humankapital auszuschöpfen. Ressourcenoptimierung und Steuerungserfolge sind
Gründe, Techniken des Gender Mainstreaming einzusetzen (vgl.
Kirsch-Auwärter, 2002) .
Vorgehen
Prozesse des Gender Mainstreaming umfassen Maßnahmen in folgenden
Bereichen:
- Datenanalyse & Monitoring: Die gezielte Erhebung und Sammlung von
Daten über die Position von Frauen und Männern ist Grundlage von Gender
Mainstreaming Maßnahmen.
- Sensibilisierung & Zielentwicklung: Auf der Basis der
erhobenen Daten können zum einen Personen in Entscheidungspositionen für
Gender-Fragen sensibilisiert werden zum anderen dient die Datenerhebung als
Grundlage für die Formulierung von Zielen, wie z.B. die Erhöhung des
Frauenanteils im Physikstudium oder des Männeranteils in der
Primarstufenausbildung.
- Implementierung & Organisation: Die Implementierung kann bspw.
spezielle Förderprogramme, eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und
Qualifizierungsmaßnahmen umfassen.
- Evaluierung & Impact Assessment: Ein Gender Mainstreaming Plan
sollte durch Evaluationsmaßnahmen begleitet werden. Die Methode des Impact
Assessment kann dazu benutzt werden, die Situation von Frauen und Männern
zu erfassen und die Auswirkungen von Maßnahmen zu bestimmen.
- Zielverfeinerung & Controlling: Bringen die implementierten
Maßnahmen das gewünschte Ergebnis? Diese Frage lässt sich durch ein
gezieltes Controlling beantworten.
Beispiele
Einen Einblick in die Methoden des Gender Mainstreaming geben Programme
und Modelle aus der Praxis. Wir haben einige Beispiele für Sie
zusammengestellt:
- Das
Athena Projekt, das an der Universität
Oxford durchgeführt wird, legt einen Schwerpunkt auf eine gender-sensible
Öffentlichkeitsarbeit.
- Die Universität York (GB) hat einen „
Code of Practice on Harassment
“
entwickelt, der diskriminierendes Verhalten sanktioniert.
- Das BMBF fördert den “
Total E-Quality Science Award
” der “European
Foundation for Quality Management”. Mit dem Preis werden erfolgreiche
Maßnahmen zur Förderung von Chancengleichheit prämiert.
- Die Universität Cambridge entwickelte auf der Basis einer
Consulting-Studie einen „
Gender Equality Action Plan
“.
- Das internationale Hochschulkonsortium Women's Institute of Technology,
Development, and Culture (W.I.T.) entwickelt eine internationale
Graduate School zur Nachwuchs- und Eliteausbildung für
Frauen
in den Bereichen Technologie, Entwicklung und Kultur an.
- Das Projekt
Pro::ICT (Promoting ICT to Female Students)
ist ein
internationales Projekt mit dem Ziel, den Frauenanteil im Bereich der
Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT) zu erhöhen. Neben einer
Studie und anderen Publikationen zum Thema bietet die Projekt-Homepage eine
umfangreiche Datenbank zum kostenlosen Download verschiedener
gender-sensibilisierender Lehr- und Lernmaterialien für verschiedene
Zielgruppen.
- Im Projekt
Delta3
wird versucht die Prinzipien des
Gendermainstreamings als integralen Bestandteil in der Weiterentwicklung
von E-Learning-Strategien zu etablieren. Für die Diskussion und
Informationen zum Thema Gender und digitale Medien wurde die
eGender-Web-Plattform
ins Leben gerufen, um so der
Zielsetzung eines geschlechtersensiblen Umgangs im Bereich E-Learning näher
zu kommen.
Weitere Informationen
Für weiterführende Informationen haben wir einige der Initiativen und
Organisationen zu Gender Mainstreaming im Hochschulbereich aufgeführt:
- Das Kompetenzzentrum „
Frauen in Wissenschaft und Forschung
“
(CEWS „Center of Excellence for Women in Science“) in Bonn bietet Service
und Information für Hochschulen.
- Das „
Gender Institut Sachsen Anhalt
“ (GISA) pflegt eine
Forschungs- und Projektdatenbank und bietet Handreichungen und Leitfäden
an.
- Das
GenderKompetenzZentrum an der Humboldt-Universität
Berlin
organisiert zahlreiche interdisziplinäre Veranstaltungen zum
Thema und verfügt über eine Online-Datenbank mit Expertinnen und
Experten.
- Die
Kontaktstelle `Frauen in die
EU-Forschung´(FiF)
soll Wissenschaftlerinnen unterstützen, die sich in
der europäischen Forschung engagieren wollen.
- Viele Informationen und Quellen bietet auch das Internetportal „
Gender Mainstreaming
“ des Bundesministeriums für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
- Das GenderForum Berlin und das genderbüro Berlin haben im Januar 2006
gemeinsam ein
Gender-Manifest
verfasst. Der Text
beleuchtet die Implementierung von Gender Mainstreaming Maßnahmen aus
geschlechtertheoretischer Perspektive und will Impulse für eine kritisch
reflektierende Praxis geben.
- Eine umfassende Materialsammlung zum Ansatz des Gender Mainstreaming
bietet außerdem das
Internetportal der Europäischen Union.
Neben der Definition und Rechtsgrundlage des Ansatzes, werden die
verschiedenen Instrumente dazu vorgestellt, sowie Praxisberichte, Links,
Neuigkeiten und Informationen zu möglichen Fördermitteln.
- Ein
Podcast
des E-Learning-Portals Mecklenburg Vorpommern
zu Gender Mainstreaming gibt eine gute Einführung ins Thema.
Letzte Änderung:
20.02.2008
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